Digitale Werbeflächen sind nichts neues für Wiesaden. Eine Tafel exklusiv für die kulturellen Belange wäre es schon. Der Kulturbeirat empfiehlt diese.

Ellbogencheck und Gettofaust waren die freudigen Zeichen des Wiedersehens. Nach dem ausschließlich virtuellen Austausch  im Februar und April ist Wiesbadens Kulturbeirat am Dienstagabend zum ersten Mal wieder real zusammengekommen. Im Kern der Sitzung im Vortragssaal des Hessischen Landesmuseums ging es darum, eine Beschlussempfehlung für eine große, digitale Werbefläche zu formulieren.

„Die im sam ausgestellten Stücke sind ein Bruchteil der gesamten Sammlung. Insgesamt umfasst die Sammlung des Stadtmuseum etwa eine halben Million Exponate, die von Zeit zu Zeit thematisch neu arrangiert werden.“ – Dorothea Angor

Passend zur Museumsumgebung stellte die Direktorin des Stadtmuseums am Markt (sam), Sabine Philipp, dem Beirat Arbeit des sams und die Herausforderungen eine umfassende Sammlung an Exponaten der Stadtgeschichte zu betreuen vor. Die im sam ausgestellten Stücke seien ja nur ein Bruchteil der Sammlung von etwa einer halben Million Exponaten, merkte Dorothea Angor, stellvertretende Vorsitzende des Beirats, an. Die Sammlung biete Wiesbaden im Verbund mit dem Landesmuseum und dem neu entstehenden Museum Ernst eine weitere Chance zur Profilierung als exzellenter Museumsstandort. Vorausgesetzt, wir finden eine dauerhafte Standortlösung, die der einzigartigen Sammlung und einer zeitgemäßen, die Zukunft mit dem historischen Erbe in Dialog setzenden Präsentation gerecht wird, so Angor weiter. Der Kulturbeirat begrüßt die Arbeit des sam insbesondere im Hinblick auf die erreichte Sichtbarkeit durch Ausstellungen an verschiedenen Orten der Stadt.

„Das Bedürfnis ist unstrittig. Wiesbaden muss seine Kultur sichtbarer machen. Und zwar gerade die Kultur, die es mit eigenen Mitteln nicht selbst kann.“ – Ernst Szebedits, Vorsitzender des Beirats

Nach mehreren Terminen unter Beteiligung verschiedener Verwaltungseinheiten stellte die Sprecherin der Arbeitsgruppe Sichtbarkeit im Kulturbeirat, Andrea Wink, eine Beschlussempfehlung zur Einrichtung großer, digitaler Werbeflächen vor. Die Werbefläche solle Kulturveranstaltungen und kulturelle Imagewerbung, insbesondere der freien Szene, zur Verfügung stehen. Nach der Vorstellung von Wink solle hierfür hochfrequentierte Stelle im öffentlichen Raum gewählt werden. Im Austausch mit der Verwaltung zeichnete sich die Erkenntnis ab, dass eine zuverlässige Prüfung der zu genehmigenden Orte nur mit einem hinreichend konkreten Entwurf von Werbeflächen möglich ist.

„Wir empfehlen deswegen dringend die Beauftragung einer Agentur mit einschlägiger Erfahrung, um einen Entwurf auf die Beine zu stellen, der zwischen Bedürfnissen und Einschränkungen vermittelt.“ – Ernst Szebedits, Vorsitzender des Beirats

Ob und wie digitale Werbeflächen errichtet werden können, ist je nach Standort unterschiedlich. Die Kriterien reichen von Verkehrssicherheit und stadtgestalterischen Festlegungen bis hin zu Denkmalschutz und vertraglichen Verpflichtungen der Landeshauptstadt mit der WALL GmbH. In diesem Dschungel von Möglichkeiten und damit auch verbundenen unzähligen Einschränkungen ist kreative Energie gefragt, merkte Ernst Szebedits, Vorsitzender des Beirats an. Die Beschlussempfehlung des Kulturbeirats wird im Ausschuss für Schule, Kultur und Städtepartnerschaften am Donnerstag, 1. Juli, debattiert.

Kulturentwicklungsplan

Für die weitere Begleitung des Kulturentwicklungsplans hat der Beirat eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit dem Kulturamt gebildet, um im ständigen Austausch zu bleiben. Die bereits laufende Arbeit der Verwaltung soll hier auch außerhalb der Sitzungstermine gespiegelt werden, so dass der Kulturbeirat im Bilde bleibt und mit Vorlauf auf Themen reagieren kann.

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Die offizielle Internetseite und Tagesordnung von Kulturbeirat und Sitzung finden Sie unter www.kulturbeirat-wiesbaden.de.

 

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