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Gewalt gegen Frauen

„Kein Einzelfall“: Rhein drängt auf besseren Schutz für Opfer

Hessens Ministerpräsident Boris Rhein fordert im Bundesrat entschlossenere Maßnahmen gegen häusliche Gewalt. Mehr Schutz für Betroffene, niedrigere Hürden für Anzeigen und härtere Strafen für Täter sollen helfen, ein wachsendes gesellschaftliches Problem wirksam einzudämmen.

Grafik: Kathleen Rother Redaktion 2 Monaten vor 0

Ministerpräsident Boris Rhein fordert mehr Schutz vor häuslicher Gewalt und will Anzeigen erleichtern sowie Täter konsequenter verfolgen lassen.

Häusliche Gewalt geschieht oft dort, wo Menschen sich am sichersten fühlen sollten. Doch die Zahlen erzählen eine andere Geschichte. Statistisch gesehen wird in Deutschland alle zwei Minuten ein Mensch im familiären Umfeld oder durch einen Ex-Partner misshandelt. Mehr als 70 Prozent der Opfer sind Frauen, auch Kinder geraten immer wieder in den Fokus der Gewalt.
Für Boris Rhein ist klar: Das ist kein Randphänomen. Es ist ein strukturelles Problem – mitten in der Gesellschaft.

„Das System schützt zu wenig“

Im Bundesrat nutzt Rhein die Debatte, um deutliche Worte zu wählen. Gewalt gegen Frauen und Kinder greife die Grundlagen einer offenen Gesellschaft an. Wer zuschlage oder missbrauche, müsse deutlich härter bestraft werden. Doch es geht ihm nicht nur um Strafen. Rhein sieht vor allem ein Systemversagen. Viele Taten werden nicht angezeigt. Nicht, weil Betroffene schweigen wollen – sondern weil sie sich nicht ausreichend geschützt fühlen. Täter hingegen könnten zu oft weiter Druck ausüben.

Sein Ziel: Die Hemmschwelle für Anzeigen senken und den Schutz für Opfer stärken.

Mehr Sicherheit vor Gericht

Ein konkreter Vorschlag aus Hessen setzt genau hier an. Betroffene sollen künftig wählen können, an welchem Gericht sie klagen. Bislang gilt meist der Wohnort als Zuständigkeit – ein Risiko, wenn Täter den Aufenthaltsort kennen. Mit sogenannten Wahlgerichten will Hessen mehr Sicherheit schaffen. Wer sich an einem anderen Ort an ein Gericht wendet, kann seinen Aufenthaltsort besser schützen. Rhein formuliert es nüchtern, aber deutlich: Nicht die Opfer sollen sich fürchten müssen, sondern die Täter vor Konsequenzen.

Kein einfacher Weg – aber ein notwendiger

Ein Allheilmittel gibt es nicht. Das räumt Rhein selbst ein. Doch der Ansatz bleibt klar: Lücken schließen, Verfahren verbessern, Vertrauen stärken.

Die Initiative zeigt, wie Politik versucht, ein komplexes Problem greifbar zu machen. Sie verschiebt den Fokus – weg von der Frage, warum Opfer schweigen, hin zu der Frage, warum sie sich nicht sicher genug fühlen, zu sprechen.

Und genau dort beginnt Veränderung.

Symbolbild – Gewalt gegen Frauen ©2026 KI-generiert

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