In der ersten Juni-Hälfte kommt der renommierte Schriftsteller Gert Loschütz nach Wiesbaden. In der Literaturhaus trifft er auf den SZ-und Zeit-Feullitonisten Christoph Schröder und spricht mit ihm  über seinen Roman Ein schönes Paar.

Villa Clementine, kurz gefasst

Dialog und Lesung Ein schönes Paar
Wann: Donnerstag, 7. Juni, 19:30 Uhr
Wo: Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65183 Wiesbaden (Karte / Navigation)
Eintritt: 8 Euro, ermäßigt 5 Euro

Karten gibt es bei der Tourist-Information, der TicketBox in der Galeria Kaufhof  sowie online unter www.wiesbaden.de/literaturhaus

Gert Loschütz ist ein Meister der präzisen Beobachtung. Er sieht Details, die dabei helfen, Erinnerung zu rekonstruieren. Ein mitunter schwieriges Unterfangen, das nie bequem geradlinig verläuft und bei dem nicht selten ein Restgeheimnis bleibt. Diese Erfahrung macht Philipp Karst, als er sich nach dem Tod seiner Eltern mit deren Liebes- und Trennungsgeschichte auseinandersetzt. Der Erzähler folgt als Fotograf dabei einem assoziativen Prinzip, fügt zusammengesuchte Erinnerungen wie eine Collage ineinander.

Trennungsschmerz im Kindesalter

Die Eltern Herta und Georg – sie in der Modebranche, er Soldat – sind ein schönes Paar. Doch der Krieg und die spätere Flucht in den Westen bergen bereits den Keim des Unglücks in sich. Als sich die beiden trennen, ist der Erzähler grade erst zehn Jahre alt. Nun, Jahrzehnte später bei der Auflösung des väterlichen Haushalts, setzt Philipp die verschiedenen Erinnerungsfragmente neu zusammen, umkreist wichtige Stationen wie die Kindheit in der DDR, die Flucht in den Westen, die Trennung der Eltern und das Verschwinden der Mutter. Behutsam nähert er sich den Eltern an und versucht dabei, seine Hoffnung auf deren lebenslange Verbundenheit bestätigen zu können.

Autobiographisch

Loschütz – selbst als Kind mit seiner Familie aus der DDR geflüchtet – erzählt in seinem atmosphärisch dichten Roman davon, wie Geschichte und Politik in das private Leben von Menschen eingreifen und dieses zur Zerreißprobe machen.

Zur Person: Gert Loschütz

Gert Loschütz, 1946 in Genthin geboren, arbeitet seit 1970 als Schriftsteller, auch für das Theater und den Hörfunk. Er erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, unter anderem den Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis (1986) und den Rheingau Literaturpreis (2005). Sein Roman „Dunkle Gesellschaft“ stand 2005 auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Zuletzt erschien der Erzählband „Das erleuchtete Fenster“ (2007). „Ein schönes Paar“ ist nominiert auf der SWR-Bestenliste März 2018. Loschütz lebt mit seiner Familie in Berlin.

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