Dem Dannenröder Forst geht an die Gurgel. Im Oktober werden 100 Hektar des Waldes für die A49 abgeholzt – jetzt, wo  jeder Baum für das Klima zählt. Mit einer Mahnwache weist Fridays for Future darauf hin.

Demonstrationen, Kundgebungen, Mahnwachen: Am 21. August hat Fridays for Future ausgeholt. Unter dem Motto Wald statt Asphalt fanden am vergangenen Freitag in ganz Deutschland Aktionen statt. Allerorts haben die Teilnehmer gegen den Ausbau der A49 demonstriert – in Wiesbaden ganze 24 Stunden lang. Mit einer Mahnwache vor dem Landtag machten die Klimaschützer weiter auf die Thematik Verkehrswende aufmerksam.

„Wir stehen für den Erhalt des Waldes, eine umfassende Verkehrswende und für eine lebenswerte Zukunft für alle.“ – Lola, Aktion Schlagloch

Hinter dem Dannenröder Wald steht Fridays for Future nicht allein. Gemeinsam mit Ende Gelände, der Bürgerinitiative Keine A49, Sand im Getriebe, Aktion Schlagloch und der Waldbesetzung bildet die Klimabewegung das Bündnis Wald statt Asphalt – auch AutoKorrektur genannt. Bei ihrer ersten Pressekonferenz am 7. August vor Ort im Wald erklärten sie es sich zur Aufgabe, den Danni zu retten. Am Freitag war es soweit: Die Auftaktveranstaltung des Bündnisses fand vor dem Wiesbadener Landtag statt. Rund 30 Aktivisten aus Wiesbaden, dem Main-Taunus-Kreis und dem Wald versammelten sich nahe der Marktkirche zum friedlichen Protest.

„Wir würden hier nicht sitzen, wenn die Regierung und die Industrie – einmal mehr – nicht komplett versagt hätten. Weil es aus dieser Richtung keinerlei Anzeichen gibt, Verantwortung zu übernehmen, werden wir selbst die „Autokorrektur“ machen und den Danni retten.“ – Paula, Ende Gelände

Um 12 Uhr starteten die Aktivisten bei gutem Wetter und guter Laune die Mahnwache. Durch den Tag schlängelten sich Musik, Reden, Diskussionen, Poetry Slams und Vorträge aller Art. Zwischen bunten Plakaten und angeregten Unterhaltungen verlief sich der ein oder andere Unwissende – und wurde direkt aufgeklärt. Aufklärung ist super wichtig, findet Johanna Domay. Viel zu viele Menschen haben noch nie etwas vom Danni gehört – das wollen wir ändern. Auch die Umweltaktivisten selbst informieren sich ständig. Bei einem Input-Vortrag über die Verkehrswende konnte das Faktenwissen aufgestockt werden: Abgase durch Verkehr machen rund ein Fünftel der gesamten CO2-Emissionen in Deutschland aus. Mehr als 95 Prozent davon kommt vom Straßenverkehr, also von Autos und LKW. Ein Grund mehr, gesunde Wälder – wie den Dannenröder Forst – zu erhalten.

„Die A49 steht für eine Verkehrspolitik von vorgestern, für eine Mobilität auf Kosten Anderer. Auf Kosten der Menschen im globalen Süden, die jetzt schon mit den dramatischen Folgen der Klimakrise konfrontiert werden, auf Kosten des unersetzlichen Dannenröder Waldes, auf Kosten seiner mehr als 4.000 Pflanzen-und Pilzarten, auf Kosten der 6.000 Tierarten die hier leben und auf Kosten unserer lebenswerten Zukunft.“ – Karla Lauterbach, Aktivistin in der Waldbesetzung

Mit Musik der Band Zwiebeln im Auge tanzten die Aktivisten bis in die Dämmerung. Zum Abschluss des Tages schauten sie eine Dokumentation über den Hambacher Forst unter dem Sternenhimmel. Nachdem die letzten Isomatten ausgerollt waren, ging ein anstrengender Tag für sie zu Ende. Doch verdienter Schlaf ist nicht – mitten in der Nacht weckte sie Platzregen. Mit durchnässten Schlafsäcken, Socken und Hosen schläft es sich nicht so gut… Wir haben alle maximal drei Stunden Schlaf bekommen, aber der Aktionstag war trotzdem sehr schön, folgert Aktivistin Lilly am nächsten Morgen beim Frühstück. Gut gestärkt lauschten die Klimaaktivisten und einige Marktbesucher den morgendlichen Reden zum Waldsterben und -erhalt. Anschließend zogen sie auf einer spontanen Demonstration durch die Wiesbadener Innenstadt, bevor die Mahnwache um 12:00 Uhr ihr Ende fand.

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Die offizielle Internetseite der Wald statt Asphalt-Besetzung finden Sie im Internet unter waldstattasphalt.org.

 

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