Gertrud Riethmüller arbeitet viel mit neuen Medien. Ihre Materialien sind aber mehr als nur Nullen und Einsen. Sie ist bekannt für Rauminstallationen und Performances.

Die Konzepte der beiden Künstlerinnen Frauke Eckhardt und Gertrud Riethmüller bewegen sich im Feld von performativer Handlung, Interaktion und raumbezogener Installation und haben das Thema Projektionen als gemeinsame Schnittstelle.

Kunstverein Bellevue-Saal, kurz gefasst

Flüchtige Fakten Frauke Eckhardt und Gertrud Riethmüller
Wann:
7. März bis zum 7. April 2019
Vernissage: Donnerstag, den 7. März 2019 um 19.00 Uhr
Wo:
Kunstverein Bellevue-Saal, Wilhelmstraße 32, 65183 Wiesbaden (Anfahrt planen!)

Die Einführung hält Stefan Fricke, Redakteur für Neue Musik beim HR.

Die für die Ausstellung Flüchtige Fakten entwickelten Arbeiten provozieren bei den Besuchern innere Bilder und Erwartungen. Eckhardt und Riethmüller möchten diese aber nicht 1:1 einlösen oder erfüllen, sondern vielmehr die Gedanken weiter spielen und sie als nicht erfüllende Möglichkeiten oder zumindest wesentlich abgewandelt darstellen.

Schalen und Formen

So beschäftigt sich Riethmüller in ihrer Installation Treibgut mit nachvollziehbaren Spuren sowie dem Prozess einer präzisen, sich ständig wiederholenden Handlung an der Schnittstelle zwischen Installation und Performances. Im Kunstverein Bellevue-Saal liegen kleine verformte Tonschalen aus, die über einen mehrwöchigen Arbeitsprozess von formen, werfen, verformen entstanden sind und so eine prozesshafte Verwandlung und skulpturale Umformung erfahren haben. In ihrer Arbeitsweise taucht die Schale oder das Gefäß zyklisch immer wieder auf und übt für sie als raumumfassende Form eine große Faszination aus, in dem das Gefäß gerade in der Leere sein volles Potenzial zeigt als Bild der unerschöpflichen Möglichkeiten. Die Handlungsweise ist hier nicht zerstörerisch gemeint, sondern als transformatorischer Prozess einer Spur von sich ständig wiederholenden Gesten.

Interaktiven Klanginstrumente

Frauke Eckhardt präsentiert die ortsbezogene Klanginstallation „in/out“ und die „fieldreceptor“. Die beiden Arbeiten erweitern den alltäglichen Umraum akustisch um eine fiktive Gegenwart und archäologische Spurensuche. Die Klanginstallation in/out greift die ehemalige Nutzung des heutigen Bellevue-Saals auf. In der Interaktion vollzieht sich in den Besuchern eine Deutungswandlung der Situation im ehemaligen Speisesaal und erfordert ein Justieren der eigenen Position.

Warmer Damm

Die tragbaren Klanginstrumente fieldreceptor stehen zur Ausleihe bereit. Sie führen die Besucherinnen und Besucher als Akteure und akustisch Zeitreisende in den nahegelegenen Warmen Damm.

Auf dem Weg durch den Warmen Damm durchkreuzen sich die zugespielte Klangkomposition der Künstlerin mit den Klängen, die von den Besucherinnen und Besuchern eigenhändig mit dem Instrument in situ ausgelöst und aufgenommen werden. Die Durchmischung der Klänge führt zu einer neuen Präsenz im alltäglichen Warmen Damm.

Für Wiesbaden-Neulinge

Der Warme Damm ist eine Parkanlage in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden. Er wurde in den Jahren 1859 bis 1860 am Rande des Historischen Fünfecks, der Wiesbadener Altstadt, im Stile eines Englischen Landschaftsgartens angelegt. An seinem Nordrand steht das Hessische Staatstheater. Der Warme Damm ist bekannt für eine große Kolonie der grünen Halsbandsittiche.

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