Faber liefert mit seinen provokanten Texten und seinem Künstler-Image einen Gegenentwurf zum Wohlfühl-Deutschpop von Forster, Giesinger & Co.

Wir sind ehrlich. Bei Faber denken wir gleich an Homo Faber von Max Frisch oder an den Tatort-Kommissar Faber. Aber an einen Schweizer Sänger? Mitnichten, bis jetzt. Am Freitagabend begrüßte der 28-jährige Züricher Musiker 950 Konzertbesucher vor der Open Air Bühne am Schlachthof. Aus Köln, Wetzlar, Frankfurt – aus allen Himmelsrichtungen waren sie nach Wiesbaden gekommen, um den provokanten, umstrittenen Sänger zu hören. Anders als bei den Strandkorb-Konzerten gehörten die Picknick-Decke, das eigene Essen und passende Getränke fest zum Programm. Und so säumten zu Beginn des Konzerts rund 500 Decken das weite Areal im Kulturpark.

„Sag mir, wie du heißt und ich sag dir, was du trinkst Du sagst, ein Glas Weißwein und Junge, lass den Scheiss sein Ich bin ‘ne Lady, Babyface, ich will allein sein.“ – Faber vom Album ‚I fucking love my life‘

Mit Songs wie Tausendfrankenlang gibt er die Richtung vor: launige Chansons über Liebe und Lust, – bei denen er kein Blatt vor den Mund nimmt. Er spricht aus, was er denkt, nimmt Reaktionen auf seine Lieder in Kauf, – auch wenn er mit machen Zeilen, die Grenzen zu überschreiten scheint – so auch in Wiesbaden. Seine Fans feierten ihn gerade wegen seiner einzigartigen und tiefgehenden. Fanden gefallen an den zu Musik gewordenen gesellschaftlichen Widersprüchen. An dem Balanceakt zwischen Schwermut und Ironie. Puls Musik schreibt über Fabers provokanten Songs, dass sie schon immer eine kluge Idee oder eine sinnvolle Position gewesen seien und das Problem bei vielen nur darin liege, die plumpen Überspitzungen zu verstehen. Beim Picknick-Konzert am vergangenen Freitag war das keine Frage.

„Ivana, Sex in der Küche und Sekt im Bett Du musst mich nicht halten Ich geh nicht mehr weg Ich hab ein Konto in der Schweiz Wenn du weißt, was das heisst Ich bin reich, so reich, dass es für uns beide reicht.“ – Faber vom Album ‚I fucking love my life‘

Die Picknick-Konzerte begleiten Wiesbaden den ganzen August über. Die meisten davon sind bereits ausverkauft. Restkarten gibt es etwa noch für Milky Chance, Provinz oder Bosse. Dabei sind die Konzerte so ausgelegt, dass sie auch steigenden Inzidenz-Werten solange stattfinden können, soweit die Marke von 50 nicht überschritten wird. Tickets für die Konzerte gibt es ab 37,60 Euro. Zu erwähnen. bleibt, dass der Schlachthof virtuelle Pfandspenden für Viva Con Agua sammelt, die von jedem verklauften Ticket gleich einbehalten werden. Mit dem Konzertbesuch unterstützen Sie indirekt den sicheren Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitärer Grundversorgung.

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Fotos Volker Watschounek

Faber: Tour-Termine

26.09.2021 Trier, Europahalle (verlegt vom 24.10.20)
27.09.2021 Braunschweig, Westand (verlegt vom 17.10.20 aus der Stadthalle)
30.09.2021 Cottbus, Glad House (verlegt vom 14.10.20)
01.10.2021 Dresden, Alter Schlachthof (verlegt vom 15.10.20)
02.10.2021 Leipzig, Haus Auensee (verlegt vom 16.10.20)
03.10.2021 Berlin, Tempodrom (verlegt vom 28.10.20)
06.10.2021 Kiel, Max Nachttheater (verlegt vom 18.10.20)
07.10.2021 Rostock, Moya (verlegt vom 31.10.20)
08.10.2021 Bremen, Pier 2 (verlegt vom 30.10.20)
09.10.2021 Bielefeld, Ringlokschuppen (verlegt vom 29.10.20)
10.10.2021 Düsseldorf, Mitsubishi Electric Halle (verlegt vom 27.10.20)
12.10.2021 Köln, Palladium (verlegt vom 20.10.20)
13.10.2021 Offenbach, Capitol (verlegt vom 23.10.20)
14.10.2021 Stuttgart, Liederhalle (Beethoven Saal) (verlegt vom 21.10.20)
15.10.2021 Mannheim, Maimarktclub (verlegt vom 25.10.20 aus dem Rosengarten)
16.10.2021 München, Tonhalle (verlegt vom 02.11.20)
18.10.2021 Linz (AT), Posthof (verlegt vom 04.11.20)
19.10.2021 Graz (AT), Orpheum (verlegt vom 03.11.20)
20.10.2021 Innsbruck (AT), Music Hall (verlegt vom 05.11.20)

Faber: Im Interview bei Musikespress

Bild oben ©2021 Volker Watschounek

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Die Internetseite vom Kulturzentrum Schlachthof finden Sie unter www.schlachthof-wiesbaden.de.

 

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