Jonathan Nott dirigiert bei den Internationalen Maifestspielen Beethoven und Mahlers „Titan“ – ein Abend zwischen Rückkehr, Aufbruch und Klangrausch.
Manche Karrieren beginnen leise. Andere setzen gleich ein Ausrufezeichen. Jonathan Nott entschied sich einst für Wiesbaden – und kehrt nun mit einem Werk zurück, das alles andere als leise daherkommt: Mahlers „Titan“. Am 20. Mai hebt er im Kurhaus Wiesbaden den Taktstock, und die Internationale Maifestspiele liefern die Bühne für ein musikalisches Wiedersehen mit Nachdruck.
Kurhaus Wiesbaden , kurz gefasst
7. Sinfoniekonzert – Mahlers „Titan“
Wann: Mittwoch, 20. März 2026, 19:30 Uhr
Wo: Kurhaus Wiesbaden, Kurhausplatz 1, 65189 Wiesbaden (Anfahrt planen!)
Karten – ab 9,00 Euro
Einführung 18.45 Uhr: Als Extra im Rahmen der Internationalen Maifestspiele moderiert Intendantin Dorothea Hartmann das Einführungsgespräch mit Jonathan Nott.
Beethoven öffnet die Tür
Der Abend beginnt dort, wo vieles seinen Anfang nahm: bei Beethoven. Seine Zweite Sinfonie wirkt auf den ersten Blick höflich, fast geschniegelt. Doch wer genauer hinhört, entdeckt Ecken, Kanten, Energie. Beethoven tastet sich vor, stößt Türen auf – und lässt das Publikum gleich mitgehen. Keine Angst vor Pathos, keine Scheu vor Tempo: Hier wird nicht gezögert, hier wird gespielt.
Mahler baut die Welt dahinter
Und dann kommt Mahler. Groß, wild, überraschend. „Der Titan“ erzählt keine lineare Geschichte – er taumelt, träumt, explodiert. Hörner rufen, Streicher flüstern, das Orchester wird zur Landschaft. Nott kennt diese Wege. Er hat sie oft beschritten, hat sie geprägt, hat sie weitergedacht. Als Mahler-Spezialist führt er durch Klangräume, die sich ständig verändern – und dabei immer wieder neu erfinden.
Ein Dirigent, der bleibt – und weiterzieht
Dass Nott gerade hier dirigiert, wirkt wie ein Kreis, der sich schließt. In den 1990er-Jahren begann er am Hessischen Staatstheater, arbeitete sich durch das Repertoire, sammelte Erfahrung – und zog hinaus in die Welt. Heute dirigiert er internationale Spitzenorchester, prägt Nachwuchs, plant bereits die nächste Station in Barcelona.
Und doch: Wiesbaden bleibt. Vielleicht, weil hier alles anfing. Vielleicht, weil sich manche Orte nicht abschütteln lassen. Oder weil ein gutes Orchester wie das Hessische Staatsorchester eben mehr ist als nur ein Klangkörper – eher ein alter Freund, der noch weiß, wie man zusammen atmet.
Ein Abend zwischen Erinnerung und Aufbruch
Das Programm spannt den Bogen weit: von der Wiener Klassik bis zur Schwelle der Moderne. Beethoven denkt voraus, Mahler denkt weiter. Und Nott? Der verbindet beides, dirigiert mit Erfahrung, Neugier und einer Prise Risiko. Denn ein Konzert, das nur funktioniert, wäre langweilig. Eines, das überrascht, bleibt.
Wer also Lust hat auf große Musik, kleine Gänsehaut und einen Dirigenten, der nicht nur dirigiert, sondern erzählt – der sollte sich diesen Abend merken. Oder besser: hingehen.
Foto – Kurpark Wiesbaden ©Volker Watschounek
Weitere Nachrichten aus dem Ortsbezirk Mitte lesen Sie
Mehr zu den Internationalen Maifestspielen lesen unter www.staatstheater-wiesbaden.de.




Wiesbaden feiert seine Sporthelden im Rathaus
Programm: Das wird beim Wilhelmstraßenfest geboten!
Nächste Leseparty: Lesen statt Tanzen
Sirenenprobe in Wiesbaden am 9. Juni
Gesangsabend im Kulturforum: Stimmen im Aufbruch
Seniorenbeirat: Dieter Kürten erzählt aus 90 Jahren Leben 
