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Concours d'Elegance im Kurpark Wiesbaden.

Concours d’Elegance krönt HMSC Oldtimer Rallye in Wiesbaden

Als Oldtimer am Sonntag durch den Kurpark rollten, ist Geschichte lebendig geworden: Mehr als 100 Fahrzeuge präsentierten sich beim traditionellen Concours d’Elegance der HMSC Oldtimer Rallye – ein Fest für Technik, Ästhetik und Leidenschaft im Herzen Wiesbadens.

Volker Watschounek 6 Stunden vor 0

Im Kurpark haben Motoren, Geschichten und Erinnerungen geglänzt: Die HMSC Oldtimer Rallye ist mit einem eleganten Finale voller Charme geendet.

Am Sonntagmorgen verwandelte sich der Kurpark. Wo sonst Läufer ihre Runden drehten, übernahmen Oldtimer das Bild – und ein Stück weit auch die Regie. Die 41. HMSC Oldtimer Rallye erreichte hier ihren Höhepunkt und machte den Kurpark Wiesbaden mit dem Concours d’Elegance zu einer Bühne für automobile Geschichte.

Mehr als 100 Fahrzeuge stellten sich in Reih und Glied auf. Vor der Konzertmuschel, dahinter und entlang der Wege glänzten sie, wirkten und zogen Besucher an. Wer durch den Park ging, erlebte eine Reise durch Jahrzehnte Automobilgeschichte – von den 1930er Jahren bis weit in die Gegenwart.

Chrom, Kurven und Charakter

Ein Alfa Romeo 8C aus dem Jahr 1933 zog die Blicke fast automatisch auf sich. Die lange Motorhaube, die geschwungenen Kotflügel, der satte Glanz – alles an diesem Fahrzeug strahlte Kraft und Eleganz zugleich aus. Er rief eine Zeit auf, in der Ingenieure kühn konstruierten und Fahrer mit Gefühl steuerten. Ein paar Schritte weiter stand ein Mercedes-Benz 230 SL aus dem Jahr 1964, klar gezeichnet, zurückhaltend und dennoch präsent. Daneben verkörperte ein Lotus Elan Sprint von 1971 Leichtigkeit – klein, agil, gebaut für Bewegung.

Und mittendrin stand der Gesamtsieger der Rallye: ein Opel Manta A Luxus aus dem Jahr 1971. Für viele Besucher war er mehr als ein Oldtimer – er wurde zur Erinnerung, zu einem vertrauten Bild aus einer anderen Zeit.

Weitere Fahrzeuge ergänzten das Panorama: ein Mercedes 450 SLC, kraftvoll und souverän, ein Lotus Elise aus den 2000er-Jahren als moderner Kontrastpunkt und zahlreiche Klassiker, die am Vortag noch auf der Strecke der Rallye unterwegs waren. Einige trugen noch Spuren der Fahrt, andere glänzten bereits wieder makellos – gemeinsam zeichneten sie ein lebendiges internationales Bild automobiler Kultur.

Bentley Le Mans aus dem Jahr 1939, 4 Liter, 180 PS. Solche Raritäten sind auch dann gern gesehen, wenn sie nur zum Concours d’Elegance nach Wiesbaden kommen. Danke Wilhelm Löwenguth

Der große Auftritt: Concours d’Elegance

„Gesellschaftlicher Höhepunkt der Rallye ist der Concours d’Elegance“, kündigte der Moderator an – und benannte damit jenen Moment, in dem sich der Charakter der Veranstaltung spürbar verschob. Wo sich früher die Parade um den Weiher langsam in Bewegung setzte, waren es diesmal einzelne Fahrzeuge. Sie rollen auch nicht mehr um den Kurpark-Weiher, sondern rollten lediglich vor die Konzertmuschel, wo sie inne hielten und Raum für Blicke – und für Geschichten ließen. Die Fahrer präsentierten nicht nur ihre Autos, sie erzählten von ihnen. Plötzlich ging es nicht mehr allein um Baujahre, Motoren oder Restaurierungen. Es ging um Herkunft, um Wege und um persönliche Verbindungen.

Ein Rolls-Royce aus dem Jahr 1938 glitt nahezu lautlos über den Platz. Als sich die Tür öffnete, zeigte sich ein Innenraum, der eher an einen Salon erinnerte als an ein Fahrzeug. Leder, Holz, Raum – eine Form von Mobilität, die weniger auf Tempo als auf Haltung setzte. Im Verlauf der Präsentation folgte ein Bentley, handwerklich geprägt, mit sichtbarer Struktur und eigenwilliger Konstruktion. Kein makelloser Glanz, sondern Charakter.

Technik und Geschichten

Jedes Fahrzeug brachte seine eigene Geschichte mit. Oft begann sie unter der Motorhaube. Ein Alfa Romeo mit Achtzylinder-Reihenmotor ließ erkennen, wie früh Ingenieure Leistung und Leichtigkeit miteinander verbunden hatten. Zwei obenliegende Nockenwellen, präzise abgestimmte Vergaser – Technik, die einst für Rennstrecken wie Monza entwickelt worden war.

Ein BMW 501 wirkte zurückhaltender, doch seine Geschichte liegt in der Arbeit. Anderthalb Jahre Restaurierung, unzählige Handgriffe, Entscheidungen zwischen Originaltreue und Funktionalität bestimmten sein Bild. Selbst Details wie die klassischen „Winker“ erinnerten daran, wie anders Mobilität einmal funktioniert hatte.

Ein Porsche 356 brachte nicht nur Technik, sondern auch eine Reise mit. In Kalifornien entdeckt, über Jahrzehnte erhalten, blieb sein Konzept klar: luftgekühlter Boxermotor, geringes Gewicht, direkte Rückmeldung. Und ein Ford aus den 1950er Jahren zeigte, wie weit die Entwicklung damals bereits war. Großvolumige Motoren, robuste Technik, kombiniert mit einem Design, das Aufbruch und Optimismus ausstrahlte.

Der Moderator verband die vielen technischen Details mit Hintergründen und Geschichten, die das Publikum erreichten. Er erklärte, warum ein Mustang als Fastback gebaut wurde, und wie Maserati mit ausgeklügelter Motorentechnik Leistung entwickelte. Und so entstand ein Bild, das über Zahlen hinausging. Technik wurde verständlich, Geschichte greifbar.

Daniel Schwabe im Interview, die Rallye war er mit Katrin Becker gefahren. ©2026 Volker Watschounek

Zwischen Leidenschaft und Präzision

Bei der Vielzahl der Fahrzeuge hatte die Jury alle Hände voll zu tun. Geübt, geschult stellte sie sich der Aufgabe und erfüllte ihre Aufgabe mit sichtbarer Konzentration. Sie prüfte Lack und Linien, beugte sich über Motoren, blickte in Innenräume. Originalität spielte eine Rolle – ebenso wie der technische Zustand.

Dabei ging es nicht nur um Perfektion. Ein makellos restauriertes Fahrzeug beeindruckte. Aber dann zog auch häufiger ein Wagen mit Patina die größere Aufmerksamkeit auf sich. Kleine Spuren, bewusst erhaltene Details erzählten von Nutzung, von Bewegung, von echtem Leben.

„Uns interessiert, ob ein Auto seine Geschichte noch erzählt“, erklärte ein Jurymitglied. Genau darin lag die Herausforderung: Technik zu bewerten – und zugleich das Unsichtbare zu erkennen. Im Austausch mit den Besitzern entstand ein intensiver Dialog. Motorhauben öffneten sich, Restaurierungen wurden erklärt, Entscheidungen begründet. Und so wurde aus den Bewertungen ein Prozess, der weit über eine klassische Begutachtung hinausging.

Ein Fest für alle Generationen

Im Laufe des Vormittags füllte sich der Kurpark spürbar. Familien kamen, Kinder blieben vor offenen Motorhauben stehen, ältere Besucher betrachteten Details und erinnerten sich. Unterschiede zwischen den Generationen wurden sichtbar. Während die einen erklärten, wie man ohne Servolenkung fuhr, staunten die anderen über mechanische Anzeigen oder die Größe der Motoren. Geschichte wurde hier nicht erzählt – sie wurde erlebt.

Viele Fahrzeuge luden zum genauen Hinsehen ein. Vergaser, Zündverteiler, Leitungen – Technik wurde sichtbar. Besitzer erklärten geduldig Zusammenhänge, beantworteten Fragen und teilten ihr Wissen. So verband am die Veranstaltung Generationen und Perspektiven. Aus Neugier entstand Interesse, aus Gesprächen Austausch. Der Concours d’Elegance wurde so für einige Stunden zu einem offenen Raum für Geschichten.

Finale mit Glanz

Gegen Mittag verdichtete sich die Atmosphäre ein letztes Mal. Die letzten Fahrzeuge rollten vor, Motoren liefen ruhig, während die Entscheidungen verkündet wurden. Die Siegerehrung folgte ohne große Inszenierung, aber mit spürbarer Anerkennung. Pokale wurden überreicht, Hände geschüttelt, Fotos gemacht. Im Mittelpunkt stand nicht der Wettbewerb, sondern die Leistung dahinter: Pflege, Technik, Zeit.

Noch einmal richteten sich die Blicke auf Details – auf Karosserien, Innenräume und Konstruktionen. Einige Fahrzeuge verließen bereits den Platz, andere blieben noch stehen, als wollten sie den Moment festhalten. Mit dem Ende des Concours d’Elegance kehrte Ruhe zurück. Die Geräusche verklangen, Gespräche ebbten ab, der Park füllte sich wieder mit Spaziergängern.

Geblieben ist das Gefühl, mehr erlebt zu haben als eine Ausstellung – eine Begegnung mit Technik, Geschichte und der Leidenschaft, die beides miteinander verband.

HMSC Vize-Präsident übergibt Wilhelm Löwengut seinen Pokal für den zweiten Platz in seiner Klasse.

Mehr als 600 Bildern sehen Sie in unserer Bildergalerie.

Fotos – HMSC Oldtimer Rallye ©2026 Volker Watschounek / Johannes Lay

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