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Michal Hvorecký hzu Gast im Literaturhaus Wiesbaden.

Literaturhaus Wiesbaden: „Dissident“, Literatur trifft Politik

Der Autor Michal Hvorecký kommt am 21. Mai nach Wiesbaden und bringt sein erstes deutschsprachiges Sachbuch mit. Im Literaturhaus Villa Clementine liest er aus „Dissident“ – und diskutiert über Demokratie, Europa und den Mut zum Widerspruch in unruhigen Zeiten.

Grafik: Kathleen Rother Redaktion 3 Wochen vor 0

Michal Hvorecký stellt „Dissident“ im Literaturhaus Villa Clementine vor – ein Abend über Europa, Zweifel und Widerstand.

Manchmal reicht ein Buch nicht, um Europa zu erklären. Aber es reicht, um eine Debatte anzustoßen. Genau das versucht Michal Hvorecký – und bringt dafür nicht nur Worte, sondern auch Widerspruch mit nach Wiesbaden. Im Gepäck: „Dissident“, sein erstes Sachbuch – und vermutlich auch ein paar unbequeme Fragen.

Literaturhaus Wiesbaden, kurz gefasst

Lesung – „Dissident“
Eintritt: 12,00 Euro, ermäßig 9,00 Euro (günstiger im Vorverkauf)
Wann: Donnerstag, 21. Mai 2026, 19:30 Uhr
Wo: Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65183 Wiesbaden

Hvorecký schreibt nicht aus sicherer Distanz. Er schreibt, weil er mittendrin steht. In seinem Heimatland engagiert er sich für Pressefreiheit, widerspricht politischen Entwicklungen, die ihm zu glatt, zu laut, zu gefährlich erscheinen. In seinem Sachbuch „Dissident“ verwebt er persönliche Erfahrungen mit einem Blick auf das große Ganze. Er erzählt von der Zeit nach dem Fall des Eisernen Vorhangs – und davon, wie Europa heute wieder ins Wanken gerät. Dabei bleibt er nie im Gestern hängen. Er zieht Linien ins Jetzt, manchmal fein, manchmal mit dickem Marker.

Und ja, das klingt ernst. Ist es auch. Aber Hvorecký gelingt es, die Schwere mit Klarheit zu brechen. Er schreibt zugänglich, spricht direkt – und trifft dabei erstaunlich oft ins Schwarze.

Demokratie braucht Gegenstimmen

Politisch gesteuerte Medien, Verschwörungserzählungen, verdrehte Geschichte – das alles taucht in seinem Buch auf. Nicht als Schlagworte, sondern als reale Bedrohungen. Hvorecký legt den Finger in die Wunde, ohne dabei den moralischen Zeigefinger zu heben. Stattdessen fragt er: Wer widerspricht noch? Wer steht auf, wenn es unbequem wird? Und wer bleibt sitzen, obwohl er längst ahnt, dass etwas kippt? Der Titel scheint dabei vor diesem Hintergrund dabei fast wie eine Einladung. Oder wie eine kleine Provokation. Je nachdem, wie man ihn liest.

Literatur trifft Gespräch

Nach der Lesung bleibt es nicht bei Texten. Hvorecký diskutiert mit dem Journalisten Eric Marr – und wer möchte, darf gedanklich mitdiskutieren. Denn dieser Abend lebt vom Austausch, vom Zuhören, vom Reagieren. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Ausstellung Erzähl’ mir von Europa! statt. Sie bringt Stimmen zusammen, die Europa erlebt, erlitten, gestaltet haben – und macht klar: Geschichte ist kein abgeschlossenes Kapitel.

Ein Abend, der nachwirkt

Wer an diesem Abend ins Literaturhaus kommt, bekommt mehr als eine Lesung. Er bekommt einen Perspektivwechsel. Vielleicht auch ein kleines Unbehagen. Und im besten Fall den Impuls, selbst Stellung zu beziehen. Denn eines zeigt Hvorecký ziemlich deutlich: Demokratie funktioniert nicht im Leerlauf. Sie braucht Menschen, die sprechen. Und manchmal auch solche, die widersprechen

Foto – Villa Clementine ©2026 Benjamin Dahlhoff, CC BY-SA 3.0 / Ptolusque CC BY-SA 4.0

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Mehr über die Autor Michal Hvorecký.

Erstveröffentlichung: 15.05.2026
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