Volksfeinde, Verräter, Diener der Macht: Russische Künstlerschicksale im Spannungsfeld zwischen äußerer und innerer Emigration prägen das 3. Sinfoniekonzert.

Seit seiner aufsehenerregenden Vervollständigung der 10. Sinfonie von Gustav Mahler gilt Yoel Gamzou als Mahler-Experte. Dessen erschütternde Kindertotenlieder kombiniert Gamzou im 2. Sinfoniekonzert mit Tondichtungen von Richard Strauss.

Staatstheater Wiesbaden, kurz gefasst

3. Sinfoniekonzert –  Yoel Gamzou dirigiert
Wann: Mittwoch, 16. November 2022, 19:30 Uhr
Einführung um 18.45 Uhr
Wo:
Kurhaus Wiesbaden, Friedrich-von-Thiersch-Saal, Kurhausplatz. 1, 65189 Wiesbaden (Anfahrt palnen!) 
Eintritt: ab 9,90 Euro,

Zensur, Vereinnahmung, Bedrohung: Nicht erst seit heute ist die Beziehung der russischen Machthaber zu Künstler spannungsvoll. Im 3. Sinfoniekonzert kommen Werke dreier Komponisten zur Aufführung, die ein je eigenes Schicksal im Konflikt oder auch in der Kollaboration mit der Macht erfahren haben, dabei aber ein Repertoire geschaffen haben, das Teil der europäischen Kulturgeschichte geworden ist. Das Hessische Staatsorchester spielt unter der Leitung von Michael Güttler. Solist in Schostakowitschs 1. Cellokonzert ist Johann Ludwig.

Über die Komponisten des Sinfoniekonzerts

Michail Iwanowitsch Glinka (* 1. Juni 1864 in Nowospasskoje; † 15. Februar 1857 in Berlin) war ein russischer Komponist. Er gilt als Schöpfer einer eigenständigen klassischen Musik Russlands. Um das Ausmaß seiner Leistungen zu begreifen, muss die musikalische Situation Russlands in Betracht gezogen werden. Im Laufe des 18. Jahrhunderts waren Stileinflüsse aus Westeuropa in der russischen Kultur dominierend geworden. Sogar das russische Volkslied war vor fremden Einflüssen nicht gefeit, denn in den Städten entwickelte sich das Stadtlied, wo sich der westliche Einfluss in regelmäßigen Rhythmen und dem verstärkten Gebrauch von Sequenzen bemerkbar machte. (Quelle: Wikipedia)

Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch (* 12. September 1906 in Sankt Petersburg, † 9. Augsust 1975 in Moskau) war ein russischer Komponist, Pianist und Pädagoge der Sowjetzeit. Neben 15 Sinfonien, Instrumentalkonzerten, Bühnenwerken und Filmmusik komponierte er 15 Streichquartette, die zu den Hauptwerken des Kammermusikrepertoires aus dem 20. Jahrhundert zählen. (Quelle: Wikipedia)

Sergei Wassiljewitsch Rachmaninow (* 1. April 1883 1906 Staraja Russa, † 28. März 1943 in Beverly Hills) Mit Beginn des Ersten Weltkriegs war Russland vom restlichen Europa abgeschnitten. Rachmaninows Tourneen durch Europa waren schlagartig beendet, er konzertierte nur noch in Russland. Die Inflation beherrschte das Leben. Als Rachmaninow mit seiner Familie auf das Landgut Iwanowka bei Uwarowo im damaligen Gouvernement Tambow flüchtete (der Besitz kam mit seiner Frau in die Ehe; heute Rachmaninow-Museum), gab es bereits ernstzunehmende Gerüchte über Gewalttaten an Gutsbesitzern. Die Wirren der Oktoberrevolution verbrachten die Rachmaninows völlig verängstigt in Moskau. Als Rachmaninow eine Einladung zu einem Konzertauftritt in Schweden bekam, zögerte er keine Sekunde. Er verließ noch vor Weihnachten 1917 mit seiner Familie Russland.  (Quelle: Wikipedia)

Archivfoto oben ©2022 Volker Watschounek

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Die Internetseite des Hessischen Staatstheaters finden Sie unter staatstheater-wiesbaden.de.

 

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