Der Wettbewerb „Hessens beste Dorfgasthäuser 2026“ sucht Treffpunkte, die Gemeinschaft stiften und ländliche Regionen lebendig halten.
Wenn der Dorfplatz schweigt, übernimmt oft die Gaststube das Wort. Für Boris Rhein sind Dorfgasthäuser weit mehr als Orte für Schnitzel, Schoppen und Stammtisch. Sie funktionieren als soziale Knotenpunkte, als informelle Parlamente des Alltags, als Räume, in denen Generationen miteinander reden, streiten und lachen. Mit dem Start des Wettbewerbs „Hessens beste Dorfgasthäuser 2026“ rückt die Landesregierung genau diese Rolle erneut ins Zentrum.
Wo Begegnung Alltag wird
Gerade in ländlichen Regionen, in denen Bibliotheken, Jugendzentren oder Bürgerhäuser fehlen, halten Gasthäuser das Gespräch am Laufen. Rhein betont zum Auftakt, dass Dorfgasthäuser dort wirken, „wo es wenige öffentliche Orte gibt, an denen Bürgerinnen und Bürger einander begegnen“. Sie verbinden Unternehmergeist mit Verantwortung, Wirtschaftskraft mit Heimatgefühl. Das klingt bodenständig – und trifft den Kern einer Debatte, die sonst gern unter dem Schlagwort „Daseinsvorsorge“ verhandelt wird.
Anerkennung für Gastgeber mit Haltung
Seit 2019 richten die Hessische Staatskanzlei und der DEHOGA Hessen e. V. den Wettbewerb gemeinsam aus. DEHOGA-Präsident Robert Mangold lenkt den Blick auf jene, die hinter Tresen und Herd stehen: Gastgeberinnen und Gastgeber, die aus Überzeugung öffnen, ausbilden, investieren – und damit kulinarisches Erbe ebenso bewahren wie Arbeitsplätze. Sie halten Dörfer lebendig, auch wenn Personal fehlt, Energiepreise steigen und der Nachwuchs rar wird.
Wer sich bewerben kann – und warum es zählt
Mitmachen dürfen Gasthäuser, Landgasthöfe und Gastwirtschaften mit regelmäßigen Öffnungszeiten, fest verankert im ländlichen Raum Hessens. Betriebe aus Städten über 50.000 Einwohner sind ausgeschlossen. Bewerbungsschluss ist Freitag, 20. März 2026. Entscheidend ist nicht allein die Küche, sondern der gesellschaftliche Mehrwert: als Treffpunkt, Arbeitgeber vor Ort und Wirtschaftsfaktor für die Region.
Jury, Plakette und Sichtbarkeit
Eine unabhängige Fachjury aus Gastronomie, Tourismus, Wirtschaft und ländlichen Räumen wählt aus. Die ausgezeichneten Betriebe erscheinen in einer Broschüre, erhalten Plakette und Urkunde. Die Ehrung übernimmt im Sommer 2026 der Ministerpräsident gemeinsam mit dem DEHOGA-Präsidenten. Sichtbarkeit zählt – gerade in Zeiten, in denen auch Internationale Jugendbegegnung und Dorfgemeinschaft zusammengedacht werden müssen: Orte, die offen sind, halten Regionen zusammen.
Foto oben ©2023 Von dontworry – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0
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