Vor dem letzten Heimspiel verabschiedet der SV Wehen Wiesbaden sieben Profis und einen langjährigen Physiotherapeuten.
Wenn am Samstag die Fans des SV Wehen Wiesbaden frühzeitig in die BRITA Arena strömen, wird es nicht nur um Fußball gehen. Rund 20 Minuten vor dem Anpfiff gegen die zweite Mannschaft der TSG Hoffenheim II beginnt ein Moment, der in jedem Sommer zum Fußball gehört – und trotzdem selten leichtfällt. Sieben Profis verlassen den Verein, dazu verabschiedet der Club auch Physiotherapeut Robin Reitze.
Besonders emotional dürfte der Abschied von Sascha Mockenhaupt werden. Der Rekordspieler des SVWW prägte über Jahre das Gesicht der Rot-Schwarzen. Doch auch die übrigen Abgänge erzählen Geschichten von Pokalsiegen, Entwicklungsschritten und intensiven Spielzeiten.
Spieler mit Spuren in Rot-Schwarz
Geschäftsführer Sport Uwe Stöver sprach vor dem Saisonfinale bewusst nicht nur über Zahlen und Einsätze, sondern über Haltung und Zusammenhalt. „Jeder Einzelne hat den Verein geprägt und sich immer in den Dienst der Mannschaft gestellt“, sagte Stöver. Gleichzeitig richtete er den Blick bereits nach vorne: Erst wolle man die Liga erfolgreich abschließen, „eine Woche später mit dem Gewinn des Hessenpokals noch einmal einen besonderen Moment erleben und feiern“.
Torhüter Kevin Broll kam erst im Winter nach Wiesbaden, hinterließ aber sofort Eindruck. Im Hessenpokal hielt er gegen Fernwald im Elfmeterschießen zwei Strafstöße und spielte im Halbfinale zu Null. Nassim El Ouarti dagegen verkörpert den klassischen Weg aus dem eigenen Nachwuchs. Seit der U14 trug er das Trikot der Wiesbadener, später folgten Profi-Debüt, Hessenpokalsieg und Berufungen in die marokkanische U20.
Zwischen Drittliga-Alltag und Pokalnächten
Auch Ryan Johansson sammelte in zwei Jahren zahlreiche Momente im Trikot des SVWW. 70 Einsätze, fünf Tore und fünf Vorlagen stehen für den offensiven Mittelfeldspieler zu Buche. Felix Luckeneder wiederum brachte Stabilität in die Defensive und absolvierte den Großteil seiner Einsätze über die volle Distanz.
Ivan Franjic und Orestis Kiomourtzoglou gehörten ebenfalls zu jener Mannschaft, die 2025 den Hessenpokal gewann. Besonders Kiomourtzoglou blieb den Fans mit seinem verwandelten Strafstoß im Elfmeterschießen in Erinnerung. Mit Robin Reitze verabschiedet sich zudem ein Mann aus dem Hintergrund. Der Leiter der Physiotherapie begleitete den Verein seit Anfang 2022, erlebte den Zweitliga-Aufstieg ebenso wie den Hessenpokalsieg.
Am Samstag dürfte deshalb vieles zusammenkommen: letztes Heimspiel, Abschiedsstimmung und die Hoffnung, die Saison mit einem Titel zu krönen.
Foto – Lukas Schleimer nach dem 2:1 ©2026 Volker Watschounek
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