Der SV Wehen Wiesbaden reist zum letzten Auswärtsspiel nach Cottbus – und begegnet dort Aufstiegshoffnung, Druck und ein volles Stadion.
Der SV Wehen Wiesbaden fährt mit gemischten Gefühlen nach Brandenburg. Am 37. Spieltag der 3. Liga wartet mit FC Energie Cottbus nicht nur ein direkter Konkurrent, sondern auch ein Gegner, der als Tabellenzweiter vor eigenem Publikum noch einmal alles in die Waagschale werfen will, um den direkten Aufstieg in die zweite Liga festzuzurren. Anpfiff im LEAG Energie Stadion ist am Samstag um 14 Uhr.
Die Bilanz zwischen beiden Teams zeigt ein Gleichgewicht mit leichter Neigung nach Osten: Vier Siege für Cottbus, drei für Wiesbaden, zwei Unentschieden. Das Torverhältnis spricht mit 14:12 knapp für den FCE. Doch das letzte Duell entschied der SVWW im Dezember mit 3:1 für sich – ein Signal, an das die Mannschaft anknüpfen möchte.
Offene Wunden nach spätem Rückschlag
Die Niederlage gegen Osnabrück sitzt noch tief. Wiesbaden verlor in der Nachspielzeit nach einer Standardsituation – ein Muster, das Trainer Daniel Scherning nicht mehr sehen will. Seine Mannschaft investiert viel, trifft regelmäßig, belohnt sich aber zu selten. Drei Spiele, sieben Tore, nur zwei Punkte: Diese Rechnung passt nicht.
Scherning fordert deshalb Klarheit im Spiel und Konsequenz in den entscheidenden Momenten. Vor allem bei Standards will er mehr Stabilität sehen. „Solche Situationen entscheiden Spiele“, machte er deutlich – und blickt dabei schon nach vorn.
Personal: Rückkehrer und Ausfälle
Niklas May kehrt nach seiner Gelb-Roten Karte zurück zur Mannschaft und bringt Optionen für die Defensive. Auch Orestis Kiomourtzoglou könnte wieder in den Kader rücken. Gleichzeitig fehlen wichtige Kräfte: Fabian Greilinger sitzt eine Sperre ab, Donny Bogicevic und Milad Nejad fallen aus. Dazu kommen weiterhin verletzungsbedingte Ausfälle wie Gino Fechner, Florian Hübner und Ryan Johansson.
Ein Stadion als Gegner
Cottbus will den Aufstieg – und das Stadion wird brennen. Rund 20.000 Zuschauer werden die Gastgeber antreiben. Für Wiesbaden bedeutet das: kühlen Kopf bewahren und selbst Energie entwickeln. Scherning erwartet eine intensive Partie mit vielen Umschaltmomenten. Seine Mannschaft soll Räume mutig nutzen und gleichzeitig defensiv wach bleiben. „Wir müssen das Stadion kontrollieren – mit unserer Energie und unserem Auftreten“, sagt er.
Glaube als Schlüssel
Der SVWW reist nicht als Favorit an – aber mit Überzeugung. Die Mannschaft hat in dieser Saison oft gezeigt, dass sie Spiele drehen kann. Jetzt will sie die Sieglosserie beenden und sich für den Aufwand belohnen. Wenn Wiesbaden in Cottbus besteht, könnte das mehr sein als nur ein Ergebnis. Es könnte ein Signal sein – für die letzte Aufgabe und für das Selbstverständnis einer Mannschaft, die sich nicht abschreiben lässt.
Archivfoto – Fatih Kaya auswärts ©2026 Volker Watschounek
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