Wiesbadens Stadtschülerrat fordert in einem 10-Punkte-Papier Angebote wie Schulpsychologie, digitale AGs, Luftfilteranlagen, Luchtbefeuchter…

In dieser Pandemie wird viel über, aber wenig mit Schülern gesprochen. Eine Corona-Umfrage von Stadtschülerrat Wiesbaden (SSR), an der über 1000 Schüler teilnahmen, zeigt: Es muss viel getan werden. Die Sonderrolle der Schulen in Zeiten von Corona erfordert besondere Maßnahmen, die nicht in ausreichendem Maße erfolgt sind. Fast die Hälfte der Teilnehmer der Umfrage fühlen sich aktuell unsicher in der Schule, nur 13 Prozent sicher. Von mangelndem Infektionsschutz an Schulen und überfüllten Bussen über psychische Gesundheit und erhöhten Leistungsdruck: Schüler gehören sicherlich nicht zu den sogenannten Gewinnern der Pandemie.

Wiesbadens Stadtschülerrat  fordert

  1. Wir wollen aufgrund der verschärften Pandemielage, dass die Wiesbadener Mittelstufen im Wechselunterricht unterrichtet werden. Abschlussjahrgänge der Haupt-, Real- und Berufsschulen und Oberstufenschüler in der Qualifikationsphase sollten, solange gesundheitlich vertretbar, Präsenzunterricht haben.
  2. Die Einhaltung der Coronaregeln ist unverzichtbar. Besonders jetzt! Deshalb gilt es, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, den Mindestabstand von 1,5o m, das regelmäßige Händewaschen und Lüften in geschlossenen Räumen umzusetzen! Das finden wir alle manchmal anstrengend, aber tut man dies nicht, bringt man seine Freund, Familie und sich selbst in Gefahr. Man kann dadurch Mitschüler schaden und belastet Krankenpfleger und Ärzt. Wir fordern die Schüler sowie die Lehrerschaft dazu auf, sich konsequent an die Coronaregeln zu halten!
  3. In einigen Schulen fehlen immer noch Seife und Flächendesinfektionsmittel. Das ist ohnehin inakzeptabel und insbesondere in Pandemiezeiten ein No-Go! Die Schulleitungen müssen umgehend das Vorhandensein von Seife und Desinfektionsmittel in den Schulräumen und Schultoiletten überprüfen und gewährleisten. Wir fordern zudem das städtische Schulamt dazu auf, die Schulen bei der Anschaffung von Seife und Desinfektionsmittel zu unterstützen. In Schulräumen ohne Waschbecken muss zudem unbedingt Händedesinfektionsmittel vorhanden sein.
  4. Die psychische Gesundheit vieler Schüler leidet während der Coronapandemie und auch sonst wird viel zu wenig in diesem Bereich unternommen. Schulen müssen proaktiv auf Angebote wie SchulpsychologieSchulsozialarbeit und Hilfestellen aufmerksam machen. Außerdem ist es notwendig, dass Lehrer zum Thema psychische Gesundheit fortgebildet und für psychische Belange von Schülern sensibilisiert werden.
  5. Isolation und Wegfall von Freizeitangeboten und der fehlende Ausgleich von Stress und Alltag belasten viele Schüler außerdem enorm. Wir fordern Schulen und Lehrer dazu auf Nachmittagsangebote und AGs über digitale Wege anzubieten und neu zu schaffen. Dies ist insbesondere in diesen Zeiten ein wichtiger Beitrag für das Schulleben und die Schüler.
  6. Durch die trockene Heizungsluft und die kalte, ebenfalls trockene Luft, die beim Lüften ins Klassenzimmer gelangt, steigt das Übertragungsrisiko von Viren durch Aerosole (https://doi.org/10.4209/aaqr.2020.06.0302). Um dieses zusätzliche Risiko zu bannen, ist es dringend notwendig die Luft zu befeuchten. Die Schulen müssen hierzu unbedingt noch vor den Weihnachtsferien Wasserbehältnisse auf den Heizungen der Unterrichtsräume organisieren oder die Luft auf anderem Wege ausreichend befeuchten.
  7. Luftfilteranlagen verbessern den Infektionsschutz der Schüler und Lehrkräfte. Wir fordern die Anschaffung dieser an Schulen. Die Kommunikation zwischen dem Land Hessen, das den Kommunen insgesamt bis zu 10 Mio. Euro für die Anschaffung von Luftfilteranlagen in Aussicht gestellt hatte, und städtischem Schulamt muss sofort verbessert werden.
  8. Wir fordern kostenlose und zeitnahe Tests für Schüler, die neben einer infizierten Person saßen oder mit einer infizierten Person Kontakt hatten, damit die Quarantänezeit bei einem negativen Test verkürzt werden kann. Es darf nicht sein, dass Schüler im Unklaren bleiben und unnötigerweise Unterrichtsstoff verpassen.
  9. Wir fordern ESWE Verkehr, DB Regio, ORN, die RTV und alle anderen regionalen Verkehrsunternehmen dazu auf schnellstmöglich erhöhte Corona -Sicherheitsmaßnahmen in ihren Verkehrsmitteln zu treffen. Hierbei sind beispielsweise Luftfilter- oder Belüftungsanlagen, spezielle UV-Lampen, eine Ausweitung des Linienangebots uvm. denkbar. Es ist eine Zumutung für Schüler jeden Tag dieser hohen Infektionsgefahr ausgesetzt zu sein. Die Weihnachtsferien müssen hierfür gut genutzt werden!
  10. Auch mit den unbedingt notwendigen Coronamaßnahmen im ÖPNV wird das Risiko zu den Stoßzeiten groß bleiben. Wir fordern, dass Schulen ihren Unterricht versetzt beginnen, um einen sicheren Schulweg zu gewährleisten.

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Viele Informationen zu Wiesbadens Schulen finden Sie unter www.wiesbaden.de.

 

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