Religion oder Menschlichkeit? Der Kriegsherr Jephtha steht vor der Entscheidung. Händel setzte sie mit eindringlicher, tief berührender Musik um.

Jephtha ist ein dramatisches Oratorium in drei Teilen von Georg Friedrich HändelAchim Freyer, der weltweit für seine bildgewaltigen Inszenierungen gefeierte Regisseur, Bildende Künstler und Bühnenbildner – einst ein Meisterschüler Brechts – lässt in Wiesbaden seine Bühnenversion entstehen.

Oper „Jephtha“ – kurz gefasst

Wann: 4 . Februar 2018, 19:30 Uhr
Wo: Hessisches Staatstheater Wiesbaden, Großes Haus, Christian-Zais-Straße 3, 65189 Wiesbaden
Einritt: ab 11,00 Euro

Weitere Termine sind am 7., 10., 13., 16. Februar … Die Oper wird in englischer Sprache mit Übertitel aufgeführt.

In einer spektakulären, von ihm selbst entworfenen und gemalten Ausstattung erzählt Freyer von den Gefahren des religiösen Fundamentalismus, denen der alttestamentarische Feldherr Jephtha ausgesetzt ist: Soll er für einen siegreich abgeschlossenen Feldzug seine eigene Tochter dem helfenden Gott zum Opfer darbringen? Wie in der Antigone Menschlichkeit gegen Staatsräson steht, so stehen sich in Jephtha Menschlichkeit und die Zumutungen einer sich autoritär gebärdenden Religion gegenüber.

“Händels Oratorium „Jephta“ nutzt einen dramaturgischen Kniff, der einem in der Oper oft begegnet: Der Herrscher, der gelobt, wenn ihm göttlicher Beistand zuteil wird, den nächsten Besten zu opfern, wenn die Sache gelingt.“ – Deutschlandfunk

Händels Oratorium, sein Alterswerk mit der eindringlichen, tief berührenden Musik mit großen Chören wird von Barock-Spezialist Konrad Junghänel am Pult des Hessischen Staatsorchesters geleitet.

Roschkowski als Kriegsherr

Mirko Roschkowski ist als Jephtha zu erleben. In Wiesbaden sang er bereits Belmonte in Die Entführung aus dem Serail sowie Boris in Katja Kabanowa. Die spanische Mezzosopranistin Anna Alàs i Jové und Countertenor Terry Wey stellen sich erstmals dem Wiesbadener Publikum in den Partien Storgè und Hamor vor.

Gloria Rehm als Iphis

Gloria Rehm, die diesjährige Gewinnerin des FAUST-Theaterpreises, ist als Iphis zu erleben. In dieser Spielzeit singt sie außerdem die Partie der Fiakermilli Arabella, Oscar Ein Maskenball und erneut Königin der Nacht Die Zauberflöte. Wolf Matthias Friedrich, zuletzt in der Partie des Fürsten Gremin in Eugen Onegin, singt Zebul.

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