Zart wie einzelne Spinngewebe durchziehen die „Spiderwebs“ von Jenny Michel die Räume. In Ihrer Arbeit verschmelzen im Museum Wiesbaden Objekte, Zeichnungen, Fotografien, Texte und Sound zu komplexen Werkreihen.

Jenny Michels Arbeiten liegt ein Prozess des Übereinanderschichtens von Information zugrunde. Ihre Werke wachsen durch Anordnen, Collagieren und Decollagieren von Zeichen und Texten. Über einen Zeitraum von Jahren wachsen sie auf diese Weise zu einer modulartig-labyrinthischen Gesamtstruktur zusammen.

Ausstellung Jenny Michel, kurzgefasst

Ausstellung: „Jenny Michel – Fallen Gardens“
Wann: 24. März bis 25. Juni 2017
Wo: Hessisches Landesmuseum für Kunst und Natur, Vorragssaal des Museums,  Friedrich-Ebert-Allee 2, 65185 Wiesbaden (Karte / Navigation)
Eintritt:  10,00 Euro

Zwischen Wissenschaftlichkeit und Fiktion changierend ironisiert Jenny Michel den Absolutheitsanspruch menschlichen Gedankenguts und entlarvt damit Idealvorstellungen als ambivalentes Phänomen. Die im Projektraum des Museums gezeigte zweiteilige Installation beschäftigt sich mit der Transformation von Wissen und der uns umgebenden Überfülle an Information.

Spinnweben oder Lautsprecher?

“Traps”, der erste Teil der Installation, besteht aus spinnwebartigen Gebilden, versehen mit wissenschaftlich-technischen Darstellungen, die sich netzförmig an den Wänden entlang durch den Raum ziehen. Gleichzeitig fungieren sie aber auch als Lautsprecher. Mittels kleiner Funkempfänger fangen sie die Signale des elektromagnetischen Feldes ein und sonifizieren diese.

Textfragmente als Wissenscollage

Ein Meer aus Klebstreifen, die in dichter Anordnung von der Decke des Raumes hängen, bildet den zweiten Teil der Installation, “Fallen Gardens”. Auf ihnen haften Textfragmente, die Zeile für Zeile aus verschiedenen Lexika herausgerissen wurden. Wie ein Gedankenregen löst sich hier das angesammelte enzyklopädische Wissen vor dem Auge des Betrachters auf.

Zur Person: Jenny Michel

Jenny Michel studierte an der Kunsthochschule Kassel Visuelle Kommunikation und freie Kunst, unter anderem bei Prof. Norbert Rademacher, Prof. Bjørn Melhus und Prof. Ursula Panhans-Bühler. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellungen präsentiert, darunter „System und Sinnlichkeit“, Kupferstichkabinett Berlin (2013), „Drawing a Universe“, KA/10, Düsseldorf (2013), „Privacy”, Schirn Kunsthalle Frankfurt (2012). Sie wurde 2010 mit dem HAP-Grieshaber-Preis ausgezeichnet und war 2008 EHF Stipendiatin der Konrad-Adenauer-Stiftung. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Berlin.

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