Italien setzt Rettungsschiff fest. Maltas Küstenwache soll Migranten abgedrängt haben. Es sind solche Meldungen, die auf die Vergessenen aufmerksam machen, gegen die sichte  Initiative #MenschenWürdeSchützen richtet.

Deutschland hatte sich im vergangenem Winter vorgenommen, besonders schutzbedürftigen Flüchtigen zu helfen. Innenminister Seehofer verlautete, dass man von den auf den griechischen Inseln gestrandete Kinder und Jugendliche welche aufnehmen werde. Ende April war es soweit – trafen die ersten 42 Kinder und fünf Jugendliche in Hannover ein, sechs davon in Hessen. Ein Tropfen auf dem heißen Stein.

„Geflüchteten, die in den Flüchtlingslagern, beispielsweise in Griechenland, unter teils erbärmlichen Zuständen leben müssen, werden jedwede Perspektiven, Unterstützung und Beratung verwehrt.“ – Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende und Sozialdezernent Christoph Manjura

Mit dem Appell #MenschenWürdeSchützen richten sich die Liga der Freien Wohlfahrtspflege, die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, die Evangelische Kirche im Rheinland, das Bistum Limburg, der DGB Hessen-Thüringen und zahlreicher weiterer Organisationen an die hessische Landesregierung. Auch die Oberbürgermeister von Darmstadt, Frankfurt, Gießen, Marburg, Wiesbaden und die Landräte der Landkreise Darmstadt-Dieburg und Groß-Gerau sowie weitere kommunal Verantwortliche haben angesichts der katastrophalen Situation in Flüchtlingslagern im Mittelmeerraum den Appell unterschrieben und sich dazu bekannt, dass gehandelt werden muss.

Aus humanitärer Überzeugung und als Ort der Vielfalt stehen wir weiterhin zur Verfügung, Geflüchtete aufzunehmen, diese menschenwürdig in Wiesbaden unterzubringen, zu versorgen und zu integrieren.“ – Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende und Sozialdezernent Christoph Manjura

Wiesbaden ist seit Jahrzehnten ein Ort der gelebten Vielfalt. Menschen aus mehr als 160 Nationen leben hier friedlich zusammen, die allerwenigsten davon sind Geflüchtete. Die Lebenslagen und Verwirklichungschancen der Wiesbadener Bürger mit Migrationshintergrund sind ebenso heterogen, wie die der Bürger ohne Migrationshintergrund. Eines ist allen aber gemein: sie erhalten in der Stadt Perspektiven, Unterstützung, Beratung in allen Lebenslagen. Insbesondere Kinder und Jugendlichen sollten wir eine Perspektive bieten, so Manjura.

Erinnern: Am 13. Dezember 2018 hatte die Stadtverordnetenversammlung zudem die Aufnahme von aus Seenot geretteten Flüchtlingen beschlossen. Die Stadt Wiesbaden verpflichtet sich über ihren ursprünglichen Anteil an der Flüchtlingsaufnahme hinaus dazu, Menschen aufzunehmen – vor allem im Mittelmeer Gerettete. Abschließend betonen Mende und Manjura, dass es nach wie vor in der Landeshauptstadt einen großen Kreis an Institutionen und Engagierten gibt, die dabei unterstützen Geflüchtete einen guten Start zu ermöglichen und diese auf ihrem Integrationsweg unterstützen. (Flüchtling, Flüchtlingskind ©2020 Bild von ganotiste auf Pixabay)

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Die offizielle Internetseite der Liga der Freien Wohlfahrtspflege finden Sie unter www.liga-hessen.de.

 

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