Zehn Gemeinden, ein neuer Horizont: Der Gründungsgottesdienst der Pfarrei Heilige Maria Magdalena, Taunusblick setzt auf Gemeinschaft und Zuversicht.
Mit Glockenklang, Orgelmusik und spürbarer Erwartung beginnt am Sonntagvormittag in der Bad Vilbeler Pfarrkirche St. Nikolaus ein Gottesdienst, der mehr sein will als ein liturgischer Akt. Der Gründungsgottesdienst der Pfarrei Heilige Maria Magdalena, Taunusblick markiert einen Moment, in dem sich kirchliche Struktur, gesellschaftlicher Wandel und persönliches Engagement kreuzen. Hier wird nicht nur gefeiert, hier wird neu verabredet, wie Gemeinschaft künftig funktionieren soll.
Worte, die bleiben
Boris Rhein spricht von einem Einschnitt – und von einem Aufbruch. Beides, sagt er, gehöre zusammen. Die Gründung einer neuen Pfarrei sei kein Routinevorgang, sondern ein Signal. Gerade in Zeiten von Verunsicherung und Spaltung brauche es Orte, an denen Menschen einander zuhören, sich stärken und gemeinsame Perspektiven entwickeln. Orte, an denen Heimat nicht behauptet, sondern gelebt werde. Heimat für den Glauben. Heimat für ein neues Miteinander.
Rhein spricht nicht aus Distanz. Er gehört mit seiner Familie selbst zur neuen Pfarrei. Seine Worte wirken deshalb weniger wie eine politische Grußadresse als wie ein persönliches Bekenntnis. Die Kirche, so wird an diesem Vormittag deutlich, versteht sich hier nicht als Rückzugsraum, sondern als offener Resonanzraum.
Zehn Gemeinden, ein Horizont
Die neue Pfarrei entsteht aus der Fusion von zehn katholischen Gemeinden aus dem Wetteraukreis, dem Hochtaunuskreis und der Stadt Frankfurt. Offiziell existiert sie seit dem 1. Januar 2026, nun erhält sie ihr öffentliches Gesicht. Mehr als 80 Haupt- und Ehrenamtliche arbeiten an diesem Zusammenschluss mit. Sie planen, moderieren, diskutieren – und halten aus, was Zusammenwachsen immer mit sich bringt: unterschiedliche Prägungen, Erwartungen, Tempo.
Rhein würdigt dieses Engagement ausdrücklich. Verantwortung, sagt er, werde hier nicht delegiert, sondern übernommen. Der Wandel komme nicht von außen, sondern entstehe aus der Mitte der Gemeinden. So werde Struktur zur Chance und Größe nicht zum Verlust, sondern zur neuen Perspektive.
Kirche als Werkstatt
Der Name „Taunusblick“ wirkt dabei programmatisch. Er beschreibt keinen festen Ort, sondern eine Haltung. Wer blickt, richtet sich aus, sucht Weite, akzeptiert Bewegung. Die neue Pfarrei versteht sich als Werkstatt, nicht als Denkmal. Sie will ausprobieren, vernetzen, zuhören. Und sie will zeigen, dass Kirche auch dann tragfähig bleibt, wenn sie sich verändert.
Der Gründungsgottesdienst endet, doch der Prozess beginnt erst. Die Türen schließen sich hinter den Besuchern – und öffnen sich zugleich für eine Zukunft, die nicht fertig ist, aber gemeinsam gestaltet wird.
Boris Rhein ©2024 Staatskanzlei
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