Aufmerksamkeit erzeugen. Menschen zusammenbringen. Nähe aufbauen. Case Maclaim gelingt das mit Kunst: eine neue Form der Quartiersentwicklung.

Vom 21. bis 30. September hat der weltbekannte Streetart-Künstler Andreas von Chrzanowski, genannt Case Maclaim, die Fassaden in der Stephan-Born-Straße 1 und Hans-Böckler-Straße 24 im Auftrag der GWH Wohnungsgesellschaft mbH Hessen gestaltet. Das Bild zeigt drei große, fotorealistische Schafe auf einer Wiese. Dank der für den Künstler typischen anamorphen Maltechnik erscheint das Kunstwerk als ebene Fläche, obwohl es sich über Häuserecken erstreckt. Das Motiv greift dabei das offizielle Quartiersmaskottchen Schelmi auf, die blaue Schafstatue in der Karl-Marx-Straße.

„Für uns war klar, dass es bei der Fassade um Streetart gehen soll, da diese im Quartier schon durch die zahlreichen Werke der Cornflakes Crew, der Jugend-Graffiti-Gruppe des Stadtteilzentrums, auf unseren Flächen präsent ist.“ –  Anastasja Schatz

In dem Zeitraum hat Case Maclaim von morgens bis abends an dem Bild gearbeitet. Der ausgebildete Maler und Restaurator hat während seines Studiums Streetart als zweites Standbein aufgebaut. Damit war er einer der ersten, denn Streetart war damals als Kunstform noch nicht anerkannt.  Insbesondere sein fotorealistischer Stil hat ihn zu einem Pionier in der Szene gemacht. Mit der Zeit folgten Aufträge aus aller Welt und so hat er schließlich darauf seinen Fokus gelegt. Mittlerweile ist seine Kunst auf allen Kontinenten und insgesamt 42 Ländern zu sehen. Auch in der Region etwa in der Frankfurter U-Bahnstation Ostendstraße stößt man auf seine Werke.

„Was ein Werk bei den Menschen auslöst, was sie darin sehen und welche Bedeutung sie ihm geben – das liegt nicht mehr in meiner Hand.“Andreas von Chrzanowski

Für Case Maclaim war es ein besonderer Auftrag: Es sei immer wieder ein spannender Prozess, ein Motiv zu entwickeln, das eine Verbindung zu einem Quartier und den einzelnen Betrachtern herstellen würde. Letztendlich könne er seine Kunst allerdings nur anbieten. Wie und ob sie angenommen werde, das entscheiden die Betrachter vor Ort. Im Schelmengraben ist das keine Frage. Die Resonanz ist positiv. Das haben die vielen Reaktionen bereits im Entstehungsprozess gezeigt. Die Menschen sind stehen geblieben, haben Fragen gestellt und mir persönliche Geschichten erzählt, fasst der Künstler seine Erlebnisse zusammen.

„Unser Ziel ist, die Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen und die Verbindung zum eigenen Quartier zu stärken, indem identitätsstiftende Elemente vor der eigenen Haustür verankert werden.“ – Anastasja Schatz

Kunst spiele bei der Quartiersentwicklung eine besondere Rolle, weiß Anastasja Schatz, Abteilungsleiterin Immobilienmanagement bei der GWH, die das Projekt mit betreut hat. Das gelte vor allem im Schelmengraben, wo viele Menschen aus verschiedensten Kulturen und Nationen zusammenleben. Kunst versteht jeder. Kunst kennt keine Sprachen. Kunst ist eine Sprache. Die GWH Wohnungsgesellschaft mbH verfolgt damit das Ziel, die Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen und das Zusammengehörigkeitsgefühl damit im eigenen Quartier zu stärken.

„Das Kunstwerk von Case ist ein identitätsstiftendes Element vor der eigenen Haustür. Es handelt sich dabei nur um eine von vielen Flächen, die wir im Schelmengraben für verschiedenste Kunst bereitgestellt haben.“ –  Anastasja Schatz

Neben Streetart sind noch weitere Kunstformen im Quartier sichtbar: Den Eingangsbereich der August-Bebel-Straße 29 hat die GWH für ein großes Mosaik bereitgestellt, das im Rahmen eines Jugendprojekts angebracht wurde. An Spielplätzen fungieren große Blumenskulpturen aus Holz als Spielplatzwächter. In der Hans-Böckler-Straße sind die Giebelseiten von drei Häusern mit den Silhouetten von Mietern gestaltet. An dem aktuellen Projekt sind noch weitere Maßnahmen geplant, um die Interaktion mit dem Kunstwerk zu erhöhen.

Foto oben ©2022 GWH

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Die Internetseite von GWH Wohnungsgesellschaft mbH finden Sie unter www.gwh.de.

 

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