Neustart für Wallauer Spange – und Wiesbaden hofft auf schnellere Bahnverbindungen in der Region.
Wiesbaden rückt ein Stück näher an Frankfurt, den Flughafen und Darmstadt – zumindest auf dem Papier. Für die Wallauer Spange, eine rund vier Kilometer lange Bahnverbindung, ist das Planfeststellungsverfahren erneut gestartet. Ein Schritt, der lange erwartet wurde – und der nun Tempo verspricht.
Neuer Anlauf nach Rückschlag
Nach einem holprigen Verlauf im vergangenen Jahr setzt die DB InfraGO als Bauherrin neu an. Am 8. April reichte sie überarbeitete Unterlagen beim Eisenbahn-Bundesamt ein, das sie am 22. April veröffentlichte. Damit beginnt das Anhörungsverfahren von vorn – Bürger sowie Behörden können nun erneut Stellung beziehen.
Der Neustart kommt nicht von ungefähr. Ein erster Antrag war 2024 ins Verfahren gegangen, scheiterte jedoch Ende 2025 an unvollständigen Unterlagen. Das Eisenbahn-Bundesamt zog die Reißleine – ein Vorgang, der in der Welt großer Infrastrukturprojekte zwar nicht ungewöhnlich ist, aber Zeit kostet.
Jetzt zählt Geschwindigkeit
Umso größer ist nun der Druck, verlorene Monate aufzuholen. Wiesbadens Verkehrsdezernent Andreas Kowol macht keinen Hehl daraus, wie wichtig das Projekt ist. Die Wallauer Spange sei eines der zentralen Verkehrsprojekte für Wiesbaden und die gesamte Rhein-Main-Region. Entsprechend eng begleite die Stadt den Prozess – und dränge auf eine zügige Umsetzung.
Das Ziel steht: Noch in diesem Jahr soll der Planfeststellungsbeschluss vorliegen. Erst dann darf gebaut werden. Bis dahin bleibt das Projekt ein Versprechen auf schnellere Verbindungen – und auf eine Entlastung der Straßen.
Beteiligung ausdrücklich erwünscht
Die Offenlage läuft voraussichtlich bis zum 21. Mai. In dieser Zeit können Interessierte Einwände formulieren, Hinweise geben oder schlicht Fragen stellen. Ergänzende Informationen stellt die Bahn online bereit.
Dass dieser Schritt nicht nur Formsache ist, zeigt der Blick zurück: Gerade im Anhörungsverfahren werden Konflikte sichtbar, Interessen abgewogen und Details nachgeschärft. Wer sich einbringen will, hat jetzt die Gelegenheit.
Was hinter der Planfeststellung steckt
Das Planfeststellungsverfahren ist mehr als Bürokratie. Es fungiert als juristisches Rückgrat großer Infrastrukturprojekte. Behörden prüfen technische Details, bewerten Umweltaspekte und wägen öffentliche sowie private Interessen gegeneinander ab.
Erst wenn diese Prüfung abgeschlossen ist, entsteht verbindliches Baurecht. Ohne Planfeststellungsbeschluss bleibt jeder Spatenstich Wunschdenken. Mit ihm hingegen wird aus Planung Realität.
Symbolfoto ©2026 KI-generiert / Wiesbaden lebt!
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Planungsunterlagen zur Wallauer Spange.



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