Der SV Wehen Wiesbaden empfängt Hoffenheim II. Abschiede, Emotionen und ein intensives Spiel prägen den Saisonabschluss.
Wenn der SV Wehen Wiesbaden am Samstag in der BRITA Arena auf die zweite Mannschaft der TSG Hoffenheim trifft, dann endet nicht nur eine Saison – es schließt sich ein Kapitel. Spieler gehen, Erinnerungen bleiben, und doch fordert das Spiel volle Konzentration.
Cheftrainer Daniel Scherning blickt auf eine Partie zurück, die Mut macht – und zugleich Fragen offenlässt. Gegen Energie Cottbus habe seine Mannschaft viel investiert, viel gelaufen, viel versucht. Fast 123 Kilometer legte das Team zurück, sprintete, presste, arbeitete. Und doch fehlte der entscheidende Moment. „Ein sehr gutes Spiel gewinnt man“, ließ Scherning durchblicken.
Personal kehrt zurück – andere fehlen
Vor dem letzten Heimspiel entspannt sich die Personallage leicht. Fabian Greilinger kehrt nach Gelbsperre zurück, Donny Bogicevic meldet sich nach Krankheit fit. Auch Gino Fechner und Ryan Johansson drängen zurück in den Kader.
Doch nicht alle können mitwirken. Florian Hübner fehlt nach Gehirnerschütterung, Milad Nejad und Simon Stehle fallen ebenfalls aus. Scherning muss abwägen – sportliche Stabilität gegen emotionale Momente.
Abschiede, die bleiben
Sieben Spieler verabschiedet der Verein. Namen, die Spuren hinterlassen haben. Einer sticht besonders heraus: Sascha Mockenhaupt. Fast ein Jahrzehnt prägte er den Klub, führte, kämpfte, blieb. Scherning kündigt an, ihm einen besonderen Moment zu geben. Mockenhaupt wird beginnen – und später unter Applaus gehen. Ein Abschied, wie ihn Fußball selten leise gestaltet.
Hoffenheim bringt Tempo und Risiko
Mit Hoffenheim II reist ein Gegner an, der keine halben Sachen kennt. Die Mannschaft kombiniert mutig durchs Zentrum, sucht konsequent den Weg nach vorne und erzwingt viele Großchancen. Gleichzeitig presst sie aggressiv, läuft hoch an, setzt den Gegner früh unter Druck.
Für Wiesbaden bedeutet das: Ruhe bewahren. Struktur halten. Fehler vermeiden. Scherning warnt vor einem offenen Schlagabtausch. „Kein Harakiri“, fordert er – stattdessen Kontrolle, Disziplin und Verantwortung am Ball.
Ein Spiel zwischen Kopf und Herz
Der SVWW will gewinnen. Das ist klar. Doch dieses Spiel wird mehr sein als ein sportlicher Wettbewerb. Es wird Abschied nehmen, zurückblicken, vielleicht auch ein wenig wehmütig machen. Und genau darin liegt die Herausforderung: Emotion zulassen – ohne den Fokus zu verlieren.
Wenn der Schlusspfiff ertönt, endet eine Saison. Aber zuvor will Wiesbaden noch einmal zeigen, was diese Mannschaft ausmacht: Einsatz, Leidenschaft – und ein Gespür für besondere Momente.
Archivfoto – Fatih Kaya auswärts ©2026 Volker Watschounek
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