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#Quartiershäuser: Stadt verknüpft Wohnen, Pflege und Soziale Arbeit im Quartier

Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher hat am Freitag, 27. Februar, gemeinsam mit vier Wohnungsbaugesellschaften eine Absichtserklärung zur Umsetzung des Konzepts #Quartiershäuser unterzeichnet. Mit dem Modell werden Wohnen, Pflege, Hilfe und Soziale Arbeit im Quartier verbindlich miteinander verknüpft.

Kyra Intelliana 4 Stunden vor 0

Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher hat am Freitag, 27. Februar, gemeinsam mit vier Wohnungsbaugesellschaften eine Absichtserklärung zur Umsetzung des Konzepts #Quartiershäuser unterzeichnet. Mit dem Modell werden Wohnen, Pflege, Hilfe und Soziale Arbeit im Quartier verbindlich miteinander verknüpft.

Ziel ist es, tragfähige Strukturen im direkten Lebensumfeld der Menschen aufzubauen und ein möglichst langes, selbstbestimmtes Wohnen zu ermöglichen. Unterzeichnet wurde die Erklärung durch das Dezernat für Soziales, Bildung und Wohnen sowie durch die Wohnungsbaugesellschaften Gemeinnützige Bau- und Siedlungsgenossenschaft Wiesbaden 1950 eG (GENO50), GWH Wohnungsgesellschaft Hessen (GWH), GWW Wiesbadener Wohnbaugesellschaft (GWW) und Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG). Die Nassauische Heimstätte | Wohnstadt (NHW) war beim Termin nicht vertreten.

Grundlage ist ein Stadtverordnetenbeschluss vom Mai 2023. Er beauftragte das Dezernat für Soziales, Bildung und Wohnen ein quartiersbezogenes Modell zu entwickeln, das auf die demografische Entwicklung in Wiesbaden reagiert. Anders als in vielen Kommunen ging der Impuls in Wiesbaden bewusst von der Stadt aus. In den vergangenen zwei Jahren wurden gemeinsam mit Wohnungsbaugesellschaften, sozialen Trägern und Pflegediensten geeignete Standorte identifiziert, Bedarfe analysiert und ein auf Wiesbaden zugeschnittenes Modell entwickelt.

Ausgangspunkt der konzeptionellen Überlegungen war das sogenannte Bielefelder Modell: Es steht für Wohnen mit Versorgungssicherheit im Quartier – ohne verpflichtende Zusatzkosten für die Bereitstellung von Pflegeinfrastruktur. Es verbindet Wohnen, Pflege und soziale Infrastruktur.

Die Umsetzung erfolgt an den Pilotstandorten im Gräselberg, im Schelmengraben, im Rheingauviertel/Dichterviertel und in Klarenthal Nord. Dabei werden vorhandene Ressourcen gestärkt, Kooperationsstrukturen aufgebaut und Pflege, soziale Beratung sowie nachbarschaftliche Unterstützung vor Ort abgestimmt organisiert. Ziel ist, dass Menschen möglichst lange selbstbestimmt in ihrer Wohnung und in ihrem Quartier leben können – auch bei Unterstützungs- oder Pflegebedarf.

Die Wohnungsbaugesellschaften stellen hierbei beispielsweise Gebäude zur Verfügung, investieren in Barrierefreiheit oder ermöglichen Räume für Pflege- und Sozialangebote.

Im Schelmengraben engagiert sich die GWH beim Projekt #Quartiershäuser in besonderem Maße und übernimmt mit ihrem substanziellen finanziellen Beitrag eine zentrale Rolle. Michael Back, Geschäftsstellenleiter Immobilienmanagement, erklärt: „Die GWH verfolgt in ihren Quartieren schon seit vielen Jahren das Ziel, gemeinsam mit Kooperationspartnern verlässliche, wohnortnahe Angebote zu schaffen, um unseren älteren Mieterinnen und Mietern einen langen Verbleib in der eigenen Wohnung zu ermöglichen. Die Initiative der Landeshauptstadt Wiesbaden, die Landschaft integrierter Wohn-, Gesundheits- und Teilhabeangebote speziell für die ältere Bewohnerschaft im Schelmengraben auszubauen und mit dem Projekt #Quartiershäuser in den politischen Fokus zu rücken, begrüßen wir als größter Wohnungsgeber im Quartier deshalb sehr und sehen uns in unserer Strategie bestätigt. Wir beteiligen uns deshalb gerne mit einer zugesagten Summe von rund 175.000 Euro, die aus den Mieterträgen unseres Unternehmens zurück ins Quartier Schelmengraben fließen, und bringen daneben selbstverständlich unsere Erfahrung und Expertise ein.“

Auch die SEG bringt sich im Schelmengraben ein. Geschäftsführerin Prof. Dr. Ute Knippenberger betont: „Das Konzept der Quartiershäuser ist ein wichtiger Baustein zur Stärkung nachhaltiger, integrierter Wohn- und Versorgungsstrukturen in Wiesbaden. Die SEG unterstützt dieses Modell und dessen Umsetzung ausdrücklich und beteiligt sich daher gerne an der Unterzeichnung der Absichtserklärung. Als finanzierende Partnerin leisten wir hierzu einen wichtigen Beitrag und engagieren uns aktiv im Schelmengraben.“

Im Rheingauviertel/Dichterviertel wird ein Bestandsgebäude in der Wolfram-von-Eschenbach-Straße als #Quartiershaus Dichterviertel weiterentwickelt und bereits am 10. April eröffnet. Thomas Keller, Geschäftsführer der GWW, sagt dazu: „Mit der Umnutzung unseres Bestandsgebäudes zum #Quartiershaus übernehmen wir als Vermieter Verantwortung und schaffen sozialen Mehrwert im Quartier. Es ist mehr als eine Immobilie – es ist ein aktiver Beitrag zu mehr Lebensqualität, Zusammenhalt und einer zukunftsfähigen Quartiersentwicklung.“

Die vier Pilotstandorte werden in gesonderten Kooperationsvereinbarungen ausgestaltet, in denen Aufgaben, Zuständigkeiten und Ressourcen sowie der Umsetzungszeitraum für den dreijährigen Pilotzeitraum geregelt werden. Die fachliche und organisatorische Koordination des Gesamtprojekts erfolgt durch die Abteilung Grundsatz und Planung des Amtes für Soziale Arbeit (Anna Bornemann, Katharina Maschat, Matthias Riedmann).

Dr. Patricia Becher erklärt: „Die Quartiershäuser sind kein Zusatzprojekt, sondern eine strukturelle Entscheidung für unsere Stadt. Wir organisieren soziale Infrastruktur dort neu, wo Menschen leben. Das bedeutet: verbindliche Kooperation statt Einzelmaßnahmen, klare Zuständigkeiten statt paralleler Angebote und verlässliche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner im Quartier. Dass die Wohnungsbaugesellschaften und die beteiligten sozialen wie auch Pflegedienste diesen Weg mitgehen und eigene Ressourcen einbringen, ist keine Selbstverständlichkeit. Nur wenn Stadt, Wohnungsunternehmen und soziale Dienste gemeinsam Verantwortung übernehmen, kann es gelingen, selbstbestimmtes Wohnen auch bei Unterstützungsbedarf dauerhaft zu sichern.“

Dr. Volker Cihlar, Leiter der Abteilung Altenarbeit, ergänzt mit Blick auf die fachliche Perspektive: „Der Quartiersgedanke bietet den Bürgerinnen und Bürgern Wiesbadens die Chance, im gewohnten Umfeld alt zu werden und gleichzeitig die notwendige soziale und pflegerische Unterstützung vor Ort zu erhalten. So kann dieser Wunsch für mehr Menschen Realität werden.“

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