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Unterzeichnung der Absichtserklärung: Stadt und Wohnungsbaugesellschaften starteten das Projekt Quartiershäuser für selbstbestimmtes Wohnen im Quartier.

Quartiershäuser: Wiesbaden organisiert Pflege neu im Quartier

Mit dem Projekt Quartiershäuser verknüpft Wiesbaden Wohnen, Pflege und Soziale Arbeit direkt im Stadtteil. Vier Pilotquartiere starten, Wohnungsbaugesellschaften investieren, die Stadt koordiniert. Das Ziel: Menschen bleiben selbstbestimmt in ihrer Wohnung – auch wenn sie Unterstützung brauchen.

Grafik: Kathleen Rother Redaktion 6 Tagen vor 0

Wiesbaden startet Quartiershäuser. Stadt, Wohnungsbaugesellschaften und soziale Dienste bündeln Kräfte für selbstbestimmtes Wohnen.

Wiesbaden handelt. Die Stadt verknüpft Wohnen, Pflege und Soziale Arbeit dort, wo Menschen ihren Alltag gestalten: im Quartier. Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher unterzeichnete am 27. Februar gemeinsam mit vier Wohnungsbaugesellschaften eine Absichtserklärung und setzt damit ein deutliches Signal. Das Projekt Quartiershäuser startete verbindlich und strukturiert.

Die Stadt gab den Impuls

Anders als viele Kommunen wartete Wiesbaden nicht auf Investoren oder Förderprogramme. Ein Stadtverordnetenbeschluss aus dem Mai 2023 beauftragte das Dezernat für Soziales, Bildung und Wohnen, ein quartiersbezogenes Konzept zu entwickeln. Die Verwaltung analysierte Bedarfe, führte Gespräche mit Trägern, prüfte Standorte und entwarf ein Modell, das auf die demografische Entwicklung reagierte.

Die Zahl älterer Menschen steigt, Unterstützungsbedarf nimmt zu. Gleichzeitig wollten viele so lange wie möglich in der eigenen Wohnung bleiben. Die Stadt griff diesen Wunsch auf und baute tragfähige Strukturen.

Vier Quartiere gingen voran

Die Pilotphase beginnt im Gräselberg, im Schelmengraben, im Rheingauviertel/Dichterviertel und in Klarenthal Nord. Dort bündeln die Beteiligten Ressourcen, stimmen Angebote ab und schaffen feste Anlaufstellen. Pflege, Beratung und nachbarschaftliche Hilfe greifen ineinander.

Die Wohnungsbaugesellschaften stellen Gebäude bereit, investieren in Barrierefreiheit und ermöglichten Räume für soziale Dienste.

Im Schelmengraben engagiert sich die GWH besonders stark. Sie investiert rund 175.000 Euro aus Mieterträgen zurück ins Quartier und brigt ihre Erfahrung ein. Auch die SEG beteiligt sich finanziell und organisatorisch. Im Rheingauviertel/Dichterviertel entwickelt die GWW ein Bestandsgebäude in der Wolfram-von-Eschenbach-Straße weiter. Am 10. April eröffnet dort das Quartiershaus Dichterviertel. Ein Haus wird damit zum Treffpunkt, zum Koordinationsort, zum sozialen Knotenpunkt.

Vom Nebeneinander zum Miteinander

Das Konzept orientiert sich am sogenannten Bielefelder Modell. Es verbindet Wohnen mit Versorgungssicherheit – ohne verpflichtende Zusatzkosten für Pflegeinfrastruktur. Wiesbaden überträgt diese Idee auf eigene Strukturen.

Die Stadt organisiert Kooperation statt Einzelmaßnahmen. Sie definiert Zuständigkeiten, koordiniert Abläufe und schafft feste Ansprechpartner im Quartier. Stadtverwaltung, Wohnungsunternehmen, soziale Träger und Pflegedienste übernahmen gemeinsam Verantwortung.

Selbstbestimmt leben – auch mit Unterstützungsbedarf

Im Mittelpunkt steht der Alltag der Menschen. Wer Hilfe benötigt, soll sie vor Ort finden. Wer Beratung sucht, spart Wege. Wer pflegebedürftig wird, muss nicht automatisch umziehen.

Die Quartiershäuser koordinieren Angebote, vermitteln Kontakte und stärkten Netzwerke. Während der dreijährigen Pilotphase tauschten sich die Beteiligten im Forum Quartiershäuser aus und entwickeln das Modell weiter. Der Prozess wird evaluiert und bildet die Grundlage für eine mögliche Verstetigung.

Ein Projekt mit Signalwirkung

Die Quartiershäuser verändern keine Fassaden – sie verändern Abläufe. Sie schaffen Strukturen, bevor Krisen entstehen. Sie reagieren auf demografische Entwicklungen, bevor Versorgungsengpässe sichtbar werden.

Wiesbaden setzt auf Nähe statt Zentralisierung. Die Stadt organisiert Unterstützung dort, wo Nachbarschaft lebt und Alltag stattfindet. Die Quartiershäuser wirken unspektakulär – doch genau darin liegt ihre Stärke.

Foto ©2026 LH Wiesbaden

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