Auf 853 Seiten spricht sich das Gremium für das Projekt Ostfeld aus. Geplant ist ein gemischt genutztes Stadtquartier mit hoher Dichte und neuem Gewerbegebiet.

Die vorbereitenden Untersuchungen zum Projekt Ostfeld sind abgeschlossen. Projektleiter Jo Mengden und SEG-Geschäftsführer Roland Stöcklin übergaben am vergangenen Dienstag Oberbürgermeister Sven Gerich den Abschlussbericht. Der Bericht empfiehlt die Einleitung einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme.

 „Ich freue mich, dass der Abschlussbericht der vorbereitenden Untersuchungen für eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme im Bereich Ostfeld vorliegt. Dies ist der erste Schritt, um zügig zusätzliche Flächen für bezahlbaren Wohnraum, konkret für etwa 4.750 Wohnungen, und zusätzliche Arbeitsplätze bereitzustellen.“ – Oberbürgermeister Sven Gerich

Im Fazit des Untersuchungsberichts werde festgehalten, dass das Wohl der Allgemeinheit die Durchführung einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme erfordere und die städtebauliche Entwicklungsmaßnahme an sich im vorliegenden Fall als planungsrechtlichen Instrument geeignet seien, erläutert Mengden. Der Untersuchungsbericht schließt entsprechend mit der Empfehlung an die Stadtverordnetenversammlung, auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse das Gebiet Ostfeld förmlich als städtebaulichen Entwicklungsbereich festzulegen, ergänzt Stöcklin, der sich als Geschäftsführer der SEG Stadtentwicklungsgesellschaft Wiesbaden mbH für das Projekt mitverantwortlich zeigt.

„Die Beratungen der politischen Gremien können nun beginnen.“ – Oberbürgermeister Sven Gerich

Gerich bedankt sich bei allen Bürgern sowie den Mitarbeitern der beteiligten Ämter und Beteiligungen, die sich engagiert in das Projekt eingebracht und mitdiskutiert haben. Ganz besonders bedankte er sich jedoch bei Jo Mengden, Michaela Maack und dem gesamtem Team der SEG.

„Wir müssen heute die Weichen stellen, damit es auch in Zukunft in Wiesbaden noch bezahlbaren Wohnraum gibt.“ – Oberbürgermeister Sven Gerich

Mit dem vorliegenden Bericht sei nun die Grundlage geschaffen, um auf Basis aller Fakten eine fundierte Entscheidung treffen zu können. Für Gerich stehe fest, dass Wiesbaden diese – vermutlich einmalige – Chance nutzen sollte und im Ostfeld einen neuer Stadtteil für rund 10.000 Bewohnerinnen und Bewohner sollte.

Stadtverordnetenversammlung

Der Bericht und die dazugehörenden Gutachten sollen in den kommenden Tagen allen Mitgliedern der Stadtverordnetenversammlung sowie den betroffenen Ortsbeiräten zur Kenntnis gegeben werden, damit sich alle Beteiligte über die Sommerpause eine Meinung bilden können. Parallel dazu wird der Bericht – ebenfalls inklusive aller Anlagen – auf dein.wiesbaden.de veröffentlicht.

Sommerpause nutzen

Nach der Sommerpause soll dann der Bericht in den Ausschüssen der Stadtverordnetenversammlung und in den Ortsbeiträten diskutiert werden. Es ist geplant, dass das Stadtentwicklungsdezernat hierfür als Diskussionsgrundlage eine Sitzungsvorlage in die Stadtverordnetenversammlung einbringt, in welcher die nächsten Verfahrensschritte festgelegt und – ein positives Votum der Stadtverordnetenversammlung vorausgesetzt – die städtebauliche Entwicklungsmaßnahme formal per Satzungsbeschluss beschlossen werden soll.

Von der Vision zur Realität

Das im Rahmen der Untersuchungen entwickelte Strukturkonzept als Vision für das Gebiet Ostfeld sieht im Kern eine Entwicklung im Bereich der Siedlung Am Fort Biehler vor. Hier ist ein gemischt genutztes Stadtquartier mit hoher Dichte geplant. Im nördlichen Bereich des Untersuchungsgebietes gegenüber dem Gewerbegebiet Erbenheim soll ein neues Gewerbegebiet entstehen. Das bestehende Gewerbegebiet am Dykerhoffbruch soll weiterentwickelt werden. Der Untersuchungsbericht stellt dar, dass die Aspekte zu Umwelt, Klima, Verkehr und Infrastruktur im Planungsprozess berücksichtigt und welche Lösungsansätze zur Optimierung im Rahmen der weiterführenden Planungen in den kommenden Jahren möglich sind.

Es sind Individuelle Lösungsansätze zu erwarten

Der Großteil der Entwicklungsflächen im Untersuchungsgebiet (87 Prozent der Fläche) befindet sich im Eigentum der öffentlichen Hand. Im Verhältnis zu anderen Gebieten im Wiesbadener Stadtraum sind nur relativ wenige private Eigentümer oder sonstige Betroffene wie Mieter, Pächter, Vereine oder Betriebe betroffen. Im Rahmen der Voruntersuchung wurde die Mitwirkungsbereitschaft der Eigentümer und Nutzungsberechtigten ermittelt. Erfreulicherweise war die Bereitschaft zur Mitwirkung insgesamt hoch. Einzelne Grundstückseigentümer, aber auch Pächter, haben jedoch eine Mitwirkung an der Entwicklung des Bereichs Ostfeld oder einen Verkauf ihres Grundstückes abgelehnt. Für Betroffene sind laut Untersuchungsbericht individuelle Lösungsansätze möglich, um negative Konsequenzen einer möglichen städtebaulichen Entwicklung zu begrenzen.

Ostfeld ist zwingend notwendig

Im Zuge der vorbereitenden Untersuchungen wurde eine überschlägige Kosten- und Finanzierungsübersicht erstellt, um die finanziellen Konsequenzen auch für die Landeshauptstadt einschätzen zu können. Die im Rahmen der vorbereitenden Untersuchungen angefertigte Bestandsaufnahme und Analyse zeigen auch, dass eine Entwicklung im Bereich Ostfeld für die örtliche und überörtliche Entwicklung zwingend notwendig ist. In der Untersuchung wurden Alternativflächen innerhalb Wiesbadens betrachtet und geprüft. Nach den derzeit vorliegenden Informationen ist davon auszugehen, dass der Bedarf an Wohnraum sowie an zusätzlichen Arbeitsplätzen durch die Entwicklung alternativer Flächen und durch die Anwendung alternativer Instrumente auch in den kommenden Jahren nicht gedeckt werden kann.

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