Quadratmeterschätzwerte für den Hochtaunus im zweiten Quartal auf 4860 Euro gestiegen – in Frankfurt auf 6215 Euro. In 46 Gemeinden sich die Preise dagegen rückläufig. In Wiesbaden kostet der Quadratmeter 4592 Euro.

Die Immobilienpreise in Wiesbaden und Hessen sind im zweiten Quartal 2022 nur noch leicht gestiegen gegenüber dem Jahresbeginn. Im Landesschnitt kostet der Immobilienquadratmeter im zweiten Quartal 2022 mittlerweile 3539 Euro und ist damit etwa zwei Prozent teurer als im ersten Quartal (3470 Euro). Zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum – also vom ersten zum zweiten Quartal 2021 – stiegen die Preise noch um rund drei Prozent, so die Imobiienexperten von Scoperty. Die von den Notenbanken im Zuge der Inflationsbekämpfung herbeigeführte Zinswende kommt demnach langsam am Immobilienmarkt an – die Auswirkungen sind jedoch lokal sehr unterschiedlich.

„Obwohl wir noch keine großen Preiseinbrüche in der Fläche beobachten können, sehen wir doch, dass sich der Markt vom Verkäufer- hin zum Käufermarkt wandelt.“ – Stefan Kellner

In einigen Teilen des Bundeslandes gehen die Objektpreise bereits leicht zurück. Im Vogelsbergkreis sanken die Preise laut Scoperty um durchschnittlich drei Prozent im Vergleich zum Jahresbeginn. Die stärksten Preisanstiege lassen sich im zweiten Quartal im Landkreis Darmstadt-Dieburg beobachten. Dort zogen die Preise ungeachtet des veränderten Zinsumfelds und der wirtschaftlichen Lage um rund drei Prozent an.

„Im Durchschnitt steigen die Preise langsamer. Sieht man sich aber einzelne Angebote an und spricht mit Eigentümern und Maklern wird klar: Die Preisabschläge, mit denen Verkäufer derzeit rechnen müssen, sind deutlich höher.“ – Stefan Kellner

Steigende Zinsen, höhere Energiekosten und eine zunehmende Inflation gingen am hessischen Immobilienmarkt nicht spurlos vorbei, sagt Stefan Kellner, CEO von Scoperty. In 46 Gemeinden im Land sind die Preise im zweiten Quartal laut Scoperty leicht zurückgegangen. Zum Vergleich: Im Vorjahreszeitraum – also im ersten und zweiten Quartal 2021 – gab es Preisrückgänge nur in halb so vielen Gemeinden. In fast 40 Orten stagnieren die Preise für Wohnimmobilien im zweiten Quartal.

„Obwohl auch die begehrten Lagen von aktuellen wirtschaftlichen und politischen Geschehnissen auf mittlere Sicht nicht verschont bleiben werden, gibt es immer nach wie vor Immobilien, die extrem begehrt sind.“ – Stefan Kellner

Vor allem im Vogelsbergkreis können sich Kaufwillige im ersten Halbjahr über fallende Preise freuen. In insgesamt 19 Orten gingen die Preise in der mittelhessischen Region leicht zurück. In Freiensteinau sanken die Quadratmeterschätzwerte sogar um fünf Prozent auf rund 1449 Euro, in den Gemeinden Wartenberg und Lautertal um vier Prozent auf 1625 Euro bzw. 1212 Euro. In Frankfurt am Main gingen die Preise im zweiten Quartal nur noch um rund ein Prozent nach oben. Im ersten Quartal lag der Wertzuwachs noch bei zwei Prozent. Aktuell kostet der Quadratmeter Wohneigentum in der Mainmetropole rund 6215 Euro und ist damit weiterhin der teuerste Immobilienmarkt Hessens.

Zu begehrten Immobilien zählen Wohnungen und Häuser im Taunus-Gebiet und den hessischen Metropolen.“ – Stefan Kellner

Bis das Immobilienpflaster in Hessens begehrtesten Lagen abkühlt, müssen sich Käufer noch etwas gedulden. Laut dem Experten sind die Immobilienwerte im Hochtaunuskreis sowie im Main-Taunus-Kreis im zweiten Quartal weiter um jeweils rund zwei Prozent gestiegen. Die aktuellen Quadratmeterschätzwerte für den Hochtaunus liegen damit bei rund 4860 Euro, im Main-Taunus-Kreis bei 4649 Euro. In Darmstadt und Wiesbaden stiegen die Preise um jeweils rund drei Prozent auf 4613 Euro in Darmstadt und 4592 Euro in Wiesbaden.

„Bei steigenden Bau-und Kreditzinsen ist bei demm aktuellen Marktniveau Wohneigentum für Norma- und Besserverdiener kaum noch zu stemmen.“ – Stefan Keller

In den nächsten Monaten wird sich nach seinen Worten zeigen, wie viele Käufer angesichts steigender Finanzierungskosten mittel- und langfristig in der Lage sein werden, beim aktuellen Marktniveau Wohneigentum zu finanzieren. Bei Kreditzinsen um drei Prozent sind die Kreditkosten in den teuren Lagen für Normal- und Besserverdiener kaum mehr zu stemmen. Anders noch zu Jahresbeginn, als Kreditzinsen um ein Prozent für geringe Kreditraten gesorgt haben.

Symbolbild oben ©2021 Pixabay

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