Warnstreik im Groß- und Einzelhandel: Beschäftigte demonstrieren am Freitag in Wiesbaden für höhere Löhne.
Der Tarifstreit im Groß- und Einzelhandel geht in die nächste Runde. Nachdem auch in den jüngsten Verhandlungen keine Annäherung erzielt wurde, rufen die Gewerkschaften für Freitag, 3. Juli, zu einem Warnstreik und einer länderübergreifenden Demo in Wiesbaden auf. Beschäftigte aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland wollen gemeinsam ihren Forderungen Nachdruck verleihen.
Aus Sicht der Gewerkschaft ver.di reichen die bisherigen Angebote der Arbeitgeber nicht aus. „Was bisher auf dem Tisch liegt, bedeutet für die Beschäftigten schon im ersten Jahr des Tarifangebotes Reallohnverlust“, sagt Hessens Verhandlungsführer Marcel Schäuble. Angesichts mehrerer Nullmonate und der anhaltenden Inflation seien die vorgeschlagenen Erhöhungen „ein Affront“. Für die Eskalation der Tarifrunde trügen die Arbeitgeber die Verantwortung, so Schäuble weiter.
Demonstration durch die Innenstadt
Die Demonstration beginnt am Freitag um 11 Uhr auf dem Dernschen Gelände am Marktplatz. Dort ist ab 12 Uhr auch eine Kundgebung geplant. Erwartet werden Beschäftigte unter anderem von Rewe, Penny, Kaufland, Metro, Primark, H&M, Zara, Douglas und Ikea.
Hintergrund sind die laufenden Tarifverhandlungen für rund 360.000 Beschäftigte im hessischen Groß- und Einzelhandel. Ver.di fordert für die Beschäftigten monatlich 250 Euro mehr Lohn sowie 150 Euro mehr Ausbildungsvergütung bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Bereits am Montag, 6. Juli, steht die vierte Verhandlungsrunde für den Einzelhandel in Hessen an. „Die Kollegen erwarten, dass ihre Arbeit wertgeschätzt wird und ihre Einkommen existenzsichernd steigen“, betont Schäuble. Ob sich Arbeitgeber und Gewerkschaft dann aufeinander zubewegen, dürfte auch davon abhängen, welches Signal von der Demo und dem Warnstreik in Wiesbaden ausgeht.
Symbolfoto ©2023 Volker Watschounek
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