Menü

kalender

Juli 2026
M D M D F S S
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031  

Partner

Partner

/* */
Wiesbadens Auslandsbeirat übergibt Resolution an den Stadtrat.

Ausländerbeirat: Resolution gegen Hass und Ausgrenzung beschlossen

Mit einer Resolution setzt der Wiesbadener Ausländerbeirat ein deutliches Zeichen gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Hetze. Anlass sind zunehmende Übergriffe und Anfeindungen. Das Gremium fordert klare Abgrenzung – auch gegenüber der extremen Rechten.

Volker Watschounek 58 Minuten vor 0

Der Wiesbadener Ausländerbeirat stellt sich mit einer Resolution klar gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Hetze.

Die Stimmung in Deutschland hat sich verändert. Alevitische Gräber werden geschändet, Angriffe auf Moscheen nehmen zu, Sportler mit Migrationsgeschichte berichten immer häufiger von öffentlichen Anfeindungen. Vor diesem Hintergrund hat der Ausländerbeirat der Landeshauptstadt Wiesbaden eine Resolution verabschiedet, mit der er ein deutliches Signal für Demokratie, Integration und den Schutz der Menschenwürde setzt.

Deutliche Absage an rechte Ideologien

In dem Papier bekräftigt das Gremium sein Selbstverständnis als Interessenvertretung einer vielfältigen Stadtgesellschaft. Es spricht sich entschieden gegen Rechtspopulismus, Rassismus, Antisemitismus, antimuslimischen Rassismus und jede Form der Menschenfeindlichkeit aus. Menschen müssten unabhängig von Herkunft, Religion oder Hautfarbe respektiert werden. Diskriminierung und Ausgrenzung hätten in Wiesbaden keinen Platz.

Besonders deutlich fällt die Kritik am Begriff der sogenannten „Remigration“ aus. Der Ausländerbeirat lehnt das dahinterstehende Konzept einer ethnisch homogenen Gesellschaft ausdrücklich ab. Stattdessen verweist das Gremium auf das Integrationsverständnis der Landeshauptstadt, das Integration als gemeinsamen Prozess aller Beteiligten versteht und kulturelle Vielfalt ausdrücklich als Stärke begreift. „Integration bedeutet für uns nicht kulturelle Assimilation, sondern ist geprägt von gelebter Vielfalt“, heißt es in der Resolution.

Rote Linie gegenüber der extremen Rechten

Besonders scharf formuliert der Ausländerbeirat seine Haltung gegenüber rechtsextremen Netzwerken. Er verurteilt die Teilnahme Wiesbadener Mandatsträger an Treffen, bei denen nach eigenen Angaben über massenhafte Vertreibungen von Menschen mit Migrationsgeschichte gesprochen worden sei. Wer solche völkischen Pläne unterstütze, verlasse den Boden des Grundgesetzes.

Daraus leitet das Gremium eine klare politische Forderung ab: „Es darf keine Zusammenarbeit, keine politischen Absprachen und keine Normalisierung mit Kräften der extremen Rechten, insbesondere der AfD, geben.“ Zugleich betont der Ausländerbeirat, dass er jede Form des Extremismus ablehne und sich uneingeschränkt zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung sowie zum Schutz der Verfassung bekenne. Die Resolution soll nun dem Stadtverordnetenvorsteher sowie der Öffentlichkeit übergeben werden.

Resolution des Ausländerbeirats der Landeshauptstadt Wiesbaden

Bekräftigung unserer Grundwerte gegen Rechtspopulismus, Rassismus und
Menschenfeindlichkeit – Bekenntnis zu Integration und Verfassungsschutz

Der Ausländerbeirat der Landeshauptstadt Wiesbaden bezieht – in Übereinstimmung mit
seinem Selbstverständnis seit seiner Gründung im Jahr 1972 – klar Stellung gegen
Rechtspopulismus, Rassismus, antimuslimischen Rassismus, Antisemitismus und jegliche
Art von Menschenfeindlichkeit. Wir stehen für eine offene, vielfältige und solidarische
Gesellschaft
, in der alle Menschen unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion,
Geschlecht, sexueller Identität oder sozialem Status respektvoll behandelt werden.
Diskriminierung und Ausgrenzung haben in unserem Ausländerbeirat keinen Platz.

Der Begriff „Remigration“ wird heute häufig von Akteuren der Neuen Rechten verwendet. Er
steht dort für die Vorstellung, Menschen mit Migrationsgeschichte oder als „nicht zugehörig“
definierte Personen dauerhaft aus Deutschland zu verdrängen oder ihre Ausreise zu fördern.
Das Konzept beruht auf der Idee einer ethnisch und kulturell möglichst homogenen
Gesellschaft und widerspricht damit dem Verständnis einer vielfältigen, offenen und
demokratischen Gesellschaft.

Der Ausländerbeirat lehnt dieses Verständnis ausdrücklich ab.
Der Ausländerbeirat bekräftigt hingegen das Integrationsverständnis der Landeshauptstadt
Wiesbaden. Danach gilt:

„Unter (erfolgreicher) Integration verstehen wir die dauerhafte Aufgabe, eine
gleichberechtigte und diskriminierungsfreie Teilhabe an den ökonomischen, sozialen und
kulturellen Ressourcen der Gesellschaft
herzustellen. Hierbei sollte auch der konstruktive
Umgang aller Beteiligten mit Vielfalt und Verschiedenheit gefördert werden. Dies setzt
voraus, bestehende Inklusions- und Exklusionsprozesse zu erkennen und zu bearbeiten. Der
Rahmen und die Maßstäbe für dieses Integrationsverständnis sind durch die freiheitliche
demokratische Grundordnung gesetzt.“

Ebenso stehen wir hinter dem städtischen Integrationskonzept, das Integration als
wechselseitigen Prozess zwischen der Gesellschaft und den Zugewanderten versteht und
ausdrücklich auch Geflüchtete einbezieht. Migrantenselbstorganisationen – unabhängig
davon, ob sie religiös, kulturell oder sportlich geprägt sind – sehen wir als wichtige
Brückenbauer in diesem Prozess. Integration bedeutet für uns nicht kulturelle Assimilation,
sondern ist geprägt von gelebter Vielfalt.

Daraus folgt: Integration gestalten wir so, dass sich alle Menschen in ihrer individuellen
Vielfalt frei entfalten können
, solange sie nicht die Rechte und Freiheiten anderer verletzen
oder infrage stellen. Diese Grundrechte sind im Grundgesetz der Bundesrepublik
Deutschland und in der Verfassung des Landes Hessen verankert. Sie bilden die
unverrückbare Grundlage unseres Zusammenlebens.

Klare Abgrenzung

Wir verurteilen aufs Schärfste die Teilnahme von Mandatsträgern aus Wiesbaden an
rechtsextremen Netzwerktreffen, bei denen die massenhafte Vertreibung und
Deportation von Menschen mit Migrationsgeschichte unter dem Deckmantel der
sogenannten „Remigration“ geplant wurde. Diese Ideologie bedroht das Leben, die
Sicherheit und die Existenz unserer Familien, Freundinnen und Nachbarn in
Wiesbaden direkt.

Wer völkische Vertreibungspläne unterstützt, verlässt den Boden des Grundgesetzes. Der
Ausländerbeirat Wiesbaden zieht daher eine unmissverständliche rote Linie: Es darf keine
Zusammenarbeit, keine politischen Absprachen und keine Normalisierung mit Kräften der
extremen Rechten, insbesondere der AfD, geben

Wer die Menschenwürde, die Gleichberechtigung aller Menschen oder die freiheitlich-
demokratische Grundordnung ablehnt und sich verfassungsfeindlichen Bewegungen oder
Parteien anschließt, widerspricht diesem Integrationsgedanken. Der Ausländerbeirat
verurteilt ausdrücklich alle extremistischen Bewegungen, die das Ziel haben, unsere
freiheitlich-demokratische Grundordnung anzugreifen. Wir bekennen uns klar zum Schutz
unserer Verfassung und ihrer demokratischen Institutionen. Der Ausländerbeirat der
Landeshauptstadt Wiesbaden setzt sich aktiv für demokratische Grundwerte,
Menschenwürde und Gleichberechtigung ein und wird weiterhin Position gegen jede Form
von Hass und Hetze beziehen – unabhängig davon, von wem sie ausgeht.

Symbolfoto ©2026 KI-generiert

Weitere Nachrichten aus dem Stadtteil Mitte lesen Sie hier.

Mehr vom Ausländerbeirat.

Diskutieren Sie mit

Diskutieren Sie mit

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert