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Matthias Egersdörfer, Andy Maurice Mueller und Claudia Schulz

Egersdörfer: Ein Abend auf dem Minenfeld des Humors

Carmen zieht sich zurück, der Egers versteht zu spät – und das Publikum lacht. Wiesbaden offeriert am 30 Januar einen klugen, schwarzhumorigen Theaterabend über Hikikomori, gesellschaftlichen Druck und die befreiende Kraft des Lachens, gespielt mit Tempo, Schärfe und überraschender Wärme.

Volker Watschounek 2 Monaten vor 0

Ein wilder Theaterabend über Isolation, Wut und Humor: Egersdörfer und Ensemble treffen mit schwarzer Komik den Nerv der Zeit.

Carmen hat sich entschieden, aus der Welt auszusteigen. Sie lebt als Hikikomori, eingeschlossen in den eigenen vier Wänden, abgeschottet von allem, was draußen lärmt, fordert, nervt. Matthias Egersdörfer hört davon – wie so oft – nur die Hälfte. Erst glaubt er an einen hartnäckigen Schnupfen, dann an alles andere, nur nicht an das, was wirklich passiert. Genau hier setzt dieser Abend an: beim Missverstehen, Wegschauen, Überfordern.

Theater im Pariser Hof, kurz gefasst

Kabarett – Egersdörfer, Schulz, Müller: Carmen oder Worte, die das Herz berühren
Eintritt: 26,00 Euro
Wann: Freitag, 30. Januar 2026, 19:00 Uhr Einlass, Beginn 19:30 Uhr
Wo: Theater im Pariser Hof,

Hikikomori bezeichnet in Japan Menschen, die sich radikal zurückziehen. In dieser Inszenierung wird der Rückzug zur Reibungsfläche. Denn der cholerische Egersdörfer bleibt nicht allein. Der quietschvergnügte Nachbar René Eichhorn taumelt gleich mit durch den Abend, angeschlagen, therapieerprobt, aber erstaunlich lebenslustig. Andy Maurice Mueller spielt ihn mit einer Leichtigkeit, die den Ernst der Lage umso schärfer hervorhebt.

Tanzen auf dem Abgrund

Gemeinsam mit Claudia Schulz als bibelfester Carmen entsteht ein wilder Parcours aus Teufelsaustreibungen, feministischen Biedermeier-Exzessen und erstaunlich treffsicheren Pointen über Testosteron, Selbstoptimierung und Food-Blogger im Dauerrausch. Der Humor bleibt schwarz, aber nie zynisch. Er kratzt, bohrt, reizt – und trifft.

Lachen mit Haltung

Der Abend nutzt die neuen Lebensumstände seiner Figuren konsequent. Er lacht nicht über Rückzug, sondern über die Gesellschaft, die ihn produziert. Unter der Regie von André Studt entfaltet sich ein fein austariertes Spiel zwischen Überzeichnung und Wahrhaftigkeit. Das Publikum lacht – und merkt erst später, warum es kurz still wird.

Bild – ©2025 Wiesbaden lebt! / Theater im Pariser Hof

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