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Warnstreik ausgrufen

Dritter Streik für Wiesbaden: ver.di legt Hessen lahm

Am Dienstag stehen in Hessen vielerorts Busse und Bahnen still. Verdi ruft erneut zum Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr auf. Streitpunkt sind nicht die Gehälter, sondern tarifliche Zulagen und Arbeitsbedingungen. Pendler in Wiesbaden, Frankfurt und Kassel müssen umplanen.

Volker Watschounek 2 Monaten vor 1

Verdi ruft erneut zum Warnstreik im hessischen Nahverkehr auf. Es geht um Zulagen, Zuschläge und faire Bedingungen für Beschäftigte.

Der Warnstreik im öffentlichen Nahverkehr nimmt Fahrt auf – und so rollen am Dienstag kaum Busse und Bahnen. Die Gewerkschaft ver.di ruft für den 24. Februar erneut zum Arbeitskampf auf. Beschäftigte aus Kassel, Gießen, Marburg, Frankfurt und Wiesbaden legen mit Beginn der Frühschicht ihre Arbeit nieder. Der Streik endet erst, wenn die letzte Schicht abgeschlossen ist – selbst wenn das erst am Folgetag geschieht.

Betroffen sind unter anderem die ESWE Verkehr in Wiesbaden und die Stadtwerke Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH (VGF). Auch die Verkehrsbetriebe in Kassel, Gießen und Marburg stehen still. Pendler müssen sich auf Ausfälle einstellen, Schüler auf improvisierte Wege, Arbeitgeber auf verspätete Teams.

Streit um Zulagen statt um Lohn

In der Tarifrunde zum Tarifvertrag Nahverkehr Hessen (TV-N) geht es nicht um klassische lineare Gehaltserhöhungen. Die Entgelte sind an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) gekoppelt. Der Konflikt entzündet sich an den Details – und die sind für viele Beschäftigte entscheidend.

Die Arbeitgeberseite will eine Zulage zur Mitarbeitergewinnung mit künftigen Tariferhöhungen verrechnen. Außerdem steht eine seit Langem gültige Aufstockung des Krankengelds zur Disposition. Ver.di reagiert scharf. Verhandlungsführer Jochen Koppel kündigt an, man wolle „keine tariflich erprobten Vereinbarungen opfern“.

Mehr Gerechtigkeit im System

Im Zentrum stehen zudem strukturelle Fragen. Zuschläge sollen künftig auf Basis der individuellen Entgeltstufe berechnet werden. Wer befördert wird, soll seine Erfahrungsstufe behalten dürfen – eine stufengleiche Höhergruppierung. Bislang verlieren Beschäftigte bei einem Aufstieg oft Geld, obwohl sie mehr Verantwortung tragen. Das klingt paradox und sorgt intern für Kopfschütteln.

Auch eine Ballungsraumzulage für alle steht im Raum. Derzeit profitieren nur bestimmte Gruppen im Fahrdienst von 40 Cent pro Stunde. Hinzu kommen Forderungen nach höheren Leistungsbudgets sowie nach Schicht- und Wechselschichtzulagen für alle Beschäftigten – nicht nur für Werkstätten. Der Fahrdienst arbeitet schließlich auch im Takt, nur nennt man es bislang nicht Schichtarbeit.

Archivfoto – Streik, Tor in der Gartenfeldstraße © 2020 Volker Watschounek 

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1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Losskarn sagt:

    keiner denkt an die Menschen die zur Arbeit müssen.Bin in Rente muss aber mit Einem
    Minijob weiter arbeiten. M
    uss diese Woche 80 Euro ausgegeben für Taxi um zur Arbeit zu kommen.
    Habe dafür kein Verständnis.
    und unsere Politiker sehen das

    gelassen

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