Nadine Schneider liest aus „Das gute Leben“ – ein Abend über Herkunft, Erinnerung und die Frage, was ein erfülltes Leben wirklich ausmacht.
Wenn ein Haus mehr erzählt als seine Wände tragen können, dann beginnt Literatur. Genau dort setzt Nadine Schneider an. Am Dienstagabend öffnet das Literaturhaus Wiesbaden seine Türen – und plötzlich steht nicht nur ein Gebäude im Mittelpunkt, sondern eine ganze Familiengeschichte.
Literaturhaus Wiesbaden, kurz gefasst
Lesung – „Luft zum Leben“
Eintritt: 12,00 Euro, ermäßig 9,00 Euro (günstiger im Vorverkauf)
Wann: Dienstag, 12. Mai 2026, 19:30 Uhr
Wo: Villa Clementine, Frankfurter Str. 1, 65183 Wiesbaden
Die Autorin Nadine Schneider bringt ihren neuen Roman „Das gute Leben“ mit. Sie liest, erzählt, denkt laut – und nimmt das Publikum mit auf eine Reise, die irgendwo zwischen Vergangenheit und Gegenwart beginnt und nie ganz ankommt.
Ein Haus, viele Leben
Im Roman erbt Christina das Haus ihrer Großmutter. Klingt nach Glücksfall. Wird aber schnell zur Zumutung – im besten literarischen Sinne. Denn mit dem Gebäude kommen Erinnerungen, Fragen, Zweifel. Schneider lässt ihre Figuren nicht stehen bleiben. Sie schickt sie los. Durch Zeiten, durch Länder, bis nach Rumänien. Dabei tastet sie sich an große Themen heran: Herkunft, Fremdsein, Zugehörigkeit. Keine einfachen Antworten, dafür viele kluge Zwischentöne.
Und genau das macht den Reiz dieser Buchvorstellung aus: Hier liest niemand einfach nur vor. Es entsteht ein Dialog – zwischen Text und Publikum, zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Talking about my Generation – und darüber hinaus
Die Lesung reiht sich in die Reihe Talking about my Generation ein. Ein Titel, der erst einmal nach Pop klingt, dann aber schnell Tiefe gewinnt. Denn Schneiders Geschichte bleibt nicht bei einer Generation stehen. Sie verbindet Mütter und Töchter, Erinnerungen und Erwartungen.
Moderiert wird der Abend von Marita Hübinger, die Fragen stellt, nachhakt, vielleicht auch mal schmunzelt. Denn ja, bei aller Schwere blitzt immer wieder Leichtigkeit auf. Literatur darf schließlich auch Spaß machen – selbst wenn sie weh tut.
Literatur, die nachhallt
Wer an diesem Abend in der Villa Clementine Platz nimmt, bekommt mehr als eine klassische Lesung. Man hört Geschichten, die bleiben. Man begegnet Figuren, die nicht einfach verschwinden, wenn das Licht angeht. Und vielleicht geht man am Ende nach Hause – mit der leisen Ahnung, dass das „gute Leben“ nicht irgendwo wartet. Sondern genau dort beginnt, wo man bereit ist, hinzuschauen.
Interview mit Nadine Schneider
Foto – Rabauke Filmproduktion UG, CC BY-SA 4.0
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Mehr über die Autorin Helga Schubert.



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