Mindestens zwei Meter Abstand halten. Keine langen Gesänge. Mund-Nase-Bedeckung ist Pflicht. Keine Kollekte. Maximal 60 Minuten und eingeschränktes Abendmahl. So geht’s.

Die Wiesbadener Berg- und Kreuzkirche haben am Sonntag seit der Corona-Schließung zum ersten Mal wieder einen Gottesdienst gefeiert. Pfarrer Helmut Peters und Gottesdienstgemeinde waren überwältigt, wie erfüllend und stärkend, das Zusammenkommen unter Auflage strenger Hygienevorschriften in der Kirche war. Es seien Tränen vor Freude und Rührung geflossen,  berichtet Kreuzkirchenpfarrer Ralf Schmidt.

„Mein Pfarrkollege Markus Nett und ich haben deutlich wahrgenommen, welche Sehnsucht die Menschen nach der Bergkirche hatten.“ – Helmut Peters, Bergkirchenpfarrer

Seit Mitte März war es hessenweit wegen der Corona-Pandemie untersagt, öffentliche Gottesdienste zu feiern. Zum 1. Mai wurde das Verbot unter Auflagen aufgehoben. Berg- und Kreuzkirche sind die ersten beiden Gemeinden im Evangelischen Dekanat Wiesbaden, die wieder einen Gottesdienst gefeiert haben. Derzeit beraten sich alle Kirchengemeinden, wie sie die vorgeschriebenen Sicherheitsvorkehrungen in ihren Gotteshäusern umsetzen.

„Unsere Gottesdienstbesucher waren alle sehr diszipliniert. Die Menschen haben gespürt, dass sie diese neu gewonnene Freiheit gut bewahren und beschützen müssen.“ – Ralf Schmidt, Kreuzkirchenpfarrer

Da nach dem Gottesdienst weiterhin keine Zusammenkünfte und Gespräche in Gruppen erlaubt sind, haben Peters und Schmidt viele positive Rückmeldungen zum Gottesdienst per Mail bekommen. Eine Kreuzkirchenbesucherin schreibt etwa: Es hat mich sehr bewegt und unglaublich berührt, mal wieder Gottesdienst feiern zu können. Auch, wenn wir nicht singen konnten. Vielleicht waren gerade deswegen die Liedtexte noch viel eindrucksvoller. Danke, dass Sie den Gottesdienst möglich gemacht haben. Denn die Gemeinschaft ist aktuell so wichtig.

 „Wer kommt und keinen Platz mehr bekommt, kann zum Beispiel eine Dreiviertelstunde im Walkmühltal spazieren gehen und dann zum zweiten Gottesdienst wiederkommen.“ – Ralf Schmidt, Kreuzkirchenpfarrer

In beiden Kirchen haben Pfarrer, Küster und andere Helfer aus der Gemeinde streng auf die vorgeschriebenen Sicherheitsregelungen geachtet: Es wurde nicht gesungen, die Besucher trugen Masken, die bei Bedarf vorher verteilt wurden, Bänke wurden da, wo es möglich war, auseinandergerückt, und es wurden mehrere Ausgänge geöffnet. Außerdem wurden, um eventuelle Infektionsketten benennen zu können, Namenslisten geführt.

„Es ist einfach wunderbar, wieder mit der Gemeinde zusammen Gottesdienst zu feiern.“ — Helmut Peters und Ralf Schmidt

In der Bergkirche durften wegen der Abstandsregel maximal 55 Menschen auf den Kirchenbänken verteilt am Gottesdienst teilnehmen, in der Kreuzkirche 43. Es waren nur zwei verspätete Besucherinnen der Bergkirche, die deswegen nicht mehr den Gottesdienst mitfeiern konnten und Liturgie und Predigt schriftlich bekommen haben.
Für beide Pfarrer ist klar, dass sie, falls die Besucherzahl in den kommenden Wochen steigt, den Gottesdienst zweimal hintereinander feiern werden.
Darüber hinaus führen beide Kirchengemeinden für Menschen, die nicht in die Kirche kommen wollen oder können, weiterhin ihre Online-Angebote fort (bergkirche.de; kreuzkirchengemeinde-wiesbaden.ekhn.de).

Nächster Gottesdienst ist an Muttertag, Sonntag den 10. Mai. Die Pfarrer Schmidt und Peters sind zuversichtlich, dass sich die Regelungen Sonntag für Sonntag besser einspielen werden. Auch wenn es noch Punkte gibt, wo man nachbessern will, sind sich die beiden Pfarrer einig. (Bild: Orgel der evangelischen Bergkirche in Wiesbaden ©2020 Joachim Scherf).

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Die offizielle Internetseite der evangelischen Berkirchengemeinde finden Sie unter bergkirche.de.

 

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