Der Vergleich hinkt, trotzdem: Jeder Frankfurter kennt die Luminale. Das bedeutet nicht, dass jeder Wiesbadener die Lichtspiele im Kurpark kennt. 

Als Wiesbadener Steuerzahler war man die letzten Tage etwas irritiert, wenn man mit seiner Familie einen frühabendlichen Spaziergang durch den Kurpark machen wollte. Bei einer Absperrung ab 18 Uhr wurden wir höflich darauf hingewiesen, dass man als Erwachsener ein Ticket für 18 Euro erstehen müsse, und für die Kinder ab sechs Jahren je weitere 7 Euro. Da fordert einen die Krankenkasse auf sich zu bewegen, und dann soll man noch dafür bezahlen? Puh. Weshalb? Der Lichtspiele wegen!

Lichtspiele Wiesbaden

Nun gut. In voller Erwartungshaltung und kompakten 50 Euro weniger im Geldbeutel spazierten wir zu viert entlang des temporären Parkour durch den Kurpark. Ein Lichtermeer an farbigen Bäumen, Büsten und Gebüsch. Texte zur Kunst lancierten sperrmüllartig die Stationen. Oh, doch nicht, es sind Werbeschilder der Unternehmen, die wohl alles möglich gemacht hätten.

Streichelzoo

Ein Streichelzoo aus leuchtenden Plastiktierlampen. Und weitere – an Europaletten festgetackerte – hochtrabende Marketingtexte einer mustergültigen Kulturförderung, wie es heisst. Ein Beamer strahlt die Mickeymaus an einen Baum. Großartig. Auch Acrylmalerei durfte bei den Lichtspielen nicht fehlen – natürlich vor einem farbenfrohen Fond.

Fazit

Leicht verständliche Farbwelten wirken als überbordende Freilichtmesse für Unternehmen im Disney-Charakter. Unverständlich: Für was war der Eintritt nochmal? Und haben wir ähnliches beim gleichen Veranstalter nicht schon einmal beobachtet, bei einem Spaziergang entlang des Schiersteiner Hafens. Nicht auszudenken was passiert, wenn dieser das Wilhelmstraßenfest veranstalten würde!

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