Bei den Wiesbaden Tennis Open spitzt sich das Feld zu, während Favoritinnen straucheln, bleibt mit Noha Akugue noch eine Deutsche Hoffnung im Rennen.
Die Viertelfinals der Wiesbaden Tennis Open (WTO) haben das Tableau kräftig durcheinandergewirbelt. Auf der Anlage in Nordenstadt spielte sich das Turnier spürbar in eine neue Phase – mit Tempo, Emotionen und unerwarteten Wendungen. Acht Spielerinnen gingen an den Start, zwei Deutsche hofften auf den Sprung ins Halbfinale. Am Ende blieb nur eine.
Tessa Brockmann trat mutig gegen die slowakische Favoritenschreckin Mia Pohankova an. Die Weltranglistenpositionen deuteten ein enges Duell an – 268 gegen 341. Doch auf dem Platz zeigte Pohankova, warum sie bereits zuvor für Überraschungen gesorgt hatte. Sie spielte druckvoll, setzte früh Akzente und zwang Brockmann immer wieder in die Defensive. Am Ende musste sie sich aber in zwei Sätzen geschlagen geben.
Außenseiterinnen nutzen Chancen
Auch im zweiten Viertelfinale setzte sich die Dynamik fort. Julia Grabher traf auf die Britin Francesca Jones – ein Duell auf Augenhöhe. Beide lieferten sich intensive Ballwechsel, doch Jones behielt die Nerven. Sie variierte klug, griff im richtigen Moment an und zog ins Halbfinale ein.
Spannung bot auch das Match zwischen der Belgierin Jeline Vandromme und der Österreicherin Sinja Kraus. Drei Sätze, viele Wendungen, kaum Verschnaufpausen. Vandromme nutzte schließlich ihre Chancen konsequenter und setzte sich durch.
Akugue wird zur Hoffnungsträgerin
Aus deutscher Sicht richteten sich danach alle Blicke auf Noha Akugue – und auf die Frage, ob sie dem Turnier noch eine heimische Note geben kann. Die 193. der Welt traf auf die Lettin Darja Semenistaja, die mit ihrer stabilen Spielweise früh den Ton angab. Akugue fand zunächst keinen Zugriff.
Doch mit Beginn des zweiten Durchgangs veränderte sich etwas. Akugue wirkte wacher, bewegte sich besser, nahm die Zweikämpfe früher an. Sie rückte näher an die Grundlinie, setzte ihre Vorhand mit mehr Mut ein und zwang Semenistaja erstmals zu Fehlern. Das Spiel kippte langsam. Aus passiv wurde aktiv, aus Reaktion wurde Initiative.
Mit jedem gewonnenen Punkt wuchs ihr Selbstvertrauen. Sie streute Stopps ein, variierte die Länge, zog das Tempo an, wenn sich die Gelegenheit bot. Semenistaja verlor ihren Rhythmus, während Akugue immer klarer ihren Plan durchzog. Der zweite Satz ging verdient an die Deutsche.
Im entscheidenden Durchgang blieb das Niveau hoch. Lange Ballwechsel, enge Spiele, kaum einfache Punkte. Akugue hielt dem Druck stand, blieb geduldig und nutzte ihre Chancen konsequent. Als sie schließlich das Match beendete, ließ sie kurz die Schultern sinken – dann ballte sie die Faust. Morgen steht sie erneut im Fokus – als Hoffnungsträgerin, die gezeigt hat, dass sie Rückschläge nicht nur aushält, sondern in Energie verwandeln kann.
Blick auf die Halbfinals
Am Samstag geht es weiter: Um 13:30 Uhr treffen Francesca Jones und Mia Pohankova aufeinander. Im Anschluss, um 15:30 Uhr, fordert Jeline Vandromme die Deutsche Noha Akugue heraus. Die Bühne ist bereitet, die Karten werden neu gemischt.
Viertelfinals der WTO
| Spielerin 1 | Spielerin 2 | Ergebnis | Runde |
|---|---|---|---|
| 🇩🇪 Brockmann T. | 🇸🇰 Pohankova M. | 0:2 (6:7, 2:6) | Viertelfinale |
| 🇦🇹 Grabher J. | 🇬🇧 Jones F. | 0:2 (5:7, 2:6) | Viertelfinale |
| 🇧🇪 Vandromme J. | 🇦🇹 Kraus S. | 2:1 (2:6, 7:5, 7:5) | Viertelfinale |
| 🇩🇪 Noha Akugue N. | 🇱🇻 Semenistaja D. | 2:1 (0:6, 6:3, 6:3) | Viertelfinale |
Foto – Noha Akugue ©2026 Volker Watschounek
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Die Internetseite der Wiesbaden Tennis Open finden Sie unter www.wiesbaden-tennis-open.de.



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