Kommunen im Rhein-Main-Gebiet kritisieren neue Flugrouten und warnen vor deutlich mehr Fluglärm.
Der Streit um den Fluglärm rund um den Flughafen Frankfurt hebt wieder ab. Wiesbaden, Mainz sowie mehrere Städte im Rhein-Main-Gebiet stellen sich geschlossen gegen neue Betriebspläne von Fraport und der Deutschen Flugsicherung. Die Kommunen werfen dem Flughafenbetreiber vor, frühere Zusagen zum Lärmschutz über Bord zu werfen – zugunsten von mehr Flugverkehr.
Alte Versprechen, neue Flugrouten
Besonders brisant: Die Nordwest-Abflugrouten sollten laut früheren Zusagen nahezu bedeutungslos und nur noch selten genutzt werden. Während im Jahr 2005 in den sechs verkehrsreichsten Monaten rund 171 Flugzeuge pro Tag über die Nordwest-Abflugrouten starteten, gingen die Planfeststellungsunterlagen im Planungsfall nur noch von etwa 11 Starts pro Tag aus. Jetzt könnten dort aber wieder deutlich mehr Maschinen starten. Für viele Anwohner klingt das wie ein Déjà-vu mit Düsenantrieb. Die Städte sprechen von einer „nicht nachvollziehbaren Kehrtwende“ und zweifeln die vorgelegten Berechnungen offen an.
Kommunen ziehen juristisch nach
Die betroffenen Städte haben Akteneinsicht beantragt und einen Fachanwalt für Luftverkehrsrecht eingeschaltet. Aus ihrer Sicht darf sich der Lärmschutz nicht den Wachstumszielen des Flughafens unterordnen. Wiesbadens Bürgermeisterin Christiane Hinninger fordert stattdessen weniger Kurzstreckenflüge und mehr Verkehr auf der Schiene.
Symbolbild – Fluglärmstreit bleibt im Rhein-Main-Gebiet ein Reizthema: Mehrere Städte stellen sich gegen neue Betriebspläne am Frankfurter Flughafen. ©2026 KI-generiert
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