Ein deutsch-polnischer Austausch der zeigte in Breslau, wie musikalischer Dialog, Neugier und europäische Verbundenheit klingen können.
Wenn junge Musiker Grenzen überschreiten, geschieht das nicht nur mit Pässen, sondern auch mit Partituren. Zum dritten Mal trafen sich Studierende der Wiesbadener Musikakademie und der Musikakademie Karol Lipiński zu einem deutsch-polnischen Austausch, der weit über ein Gastspiel hinausreichte. Im Konzertsaal der Akademie in Wrocław entstand ein Abend, der musikalische Präzision mit kultureller Neugier verband.
Klavierabend mit Haltung
Der gemeinsam gestaltete Klavierabend zeigte früh, worum es ging: nicht um Konkurrenz, sondern um Dialog. Zwei Studierende der Wiesbadener Musikakademie eröffneten das Programm mit Werken von Bach, Beethoven und Schumann, setzten Akzente mit Liszt, Korngold und zeitgenössischen Bezügen. Die polnischen Studierenden griffen den Faden auf, erweiterten ihn mit Scarlatti, Rachmaninoff und Chopin. Das Publikum hörte aufmerksam, reagierte offen und spendete langanhaltenden Applaus.
Begegnung auf Augenhöhe
Der Austausch blieb nicht auf den Konzertsaal beschränkt. Ein Empfang im Rathaus von Wrocław, Gespräche mit dem stellvertretenden Bürgermeister und dem deutschen Generalkonsul sowie gemeinsame Stunden abseits der Bühne schufen Nähe. Beim anschließenden Abendessen diskutierten die jungen Pianisten Interpretationen, Ausbildungswege und Perspektiven – lebendig, direkt, neugierig.
Fortsetzung in Wiesbaden
Die Zusammenarbeit trägt weiter. Bereits im März folgt der Gegenbesuch: Studierende aus Breslau reisen nach Wiesbaden und gestalten gemeinsam ein Konzert im Kulturforum. Damit wächst ein Projekt, das Kontinuität sucht und Verlässlichkeit lebt.
Mehr als ein Konzert
Stadtführung durch die Altstadt, ein Opernbesuch und viele Gespräche vertieften den Eindruck. Unterstützt vom Kulturamt Wiesbaden und dem Deutsch-Polnischen Verein Wiesbaden zeigte sich: Dieser Austausch stärkt die Musikakademie als Ort europäischer Begegnung – offen, lernend, verbindend.
Bild – Die beiden Studierenden der WMA Yiqing Huang (rechts) und Yaoyu Yang (Zweiter von rechts) sowie sechs polnische Studierende. ©2026 LH Wiesbaden
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