Wiesbadens Volleyballerinnen ziehen in der Tabelle wieder an Vilsbiburg vorbei und liegen jetzt in Lauerstellung auf Rang fünf in der Bundesliga.

1.751 Zuschauer erlebten von Beginn an eine höchst unterhaltsame Partie. Die Gastgeberinnen waren sofort präsent und sichtlich darauf bedacht, den Gästen aus Bayern souverän entgegen zu treten. Lagen beide Teams bis zu der ersten technischen Auszeit beim Stand von 8:6 gleich auf, war Wiesbaden zur zweiten Technischen auf vier Zähler davon geeilt. Am Ende des Durchgangs war der Vorsprung sogar auf acht Punkte gewachsen.

„Spiele wie heute kosten jede Menge Kopfenergie, deshalb ist das Spiel nach so einer Begegnung immer das Schwerste.“ – VCW-Coach Dirk Groß

Im zweiten Satz dann waren die Roten Raben spielbestimmender. Einige Ungenauigkeiten im Wiesbadener Zusammenspiel machten es Vilsbiburg leicht, zum Erfolg zu kommen. Dora Grozer & Co. gaben sich zu keiner Zeit geschlagen, hielten immer mit – rangelten sich mit den Damen aus Vilsbiburg. Zum Ende des Durchgangs entschieden die Gäste den Satz hauchdünn mit 25:23 für sich.

„Die Niederlage gegen Potsdam war noch im Hinterkopf und wir hatten im vierten Satz keine gute Phase. Aber wir haben gezeigt, dass wir uns aus einem Tief heraus kämpfen können. Das gibt Selbstvertrauen.“– VCW-Coach Dirk Groß

Die 22-jährige Außenangreiferin des VCW war neben ihren Teamkolleginnen maßgeblich an der bärenstarken Vorstellung im dritten Satz beteiligt. Hier war Wiesbaden nun ganz klar Herr im eigenen Haus. Die Annahme war stabil, der Service druckvoll und das Selbstvertrauen stimmte. Bei den Bayerinnen war der Faden im Spielfluss jedoch gerissen. Vilsbiburgs Coach Timo Lippuner entschied sich sehr früh für beide Teamauszeiten. Doch das half am Ende nichts – ebensowenig wie die lautstarke Unterstützung der mitgereisten Vilsbiburg-Anhängerschaft.

„Vilsbiburg hat uns im vierten Satz richtig unter Druck gesetzt. Da passte unsere Annahme nicht und das machte es unseren Zuspielern sehr schwer.“ – VCW-Coach Dirk Groß

In vierten Durchgang waren es dann die Gastgeberinnen, bei denen sich erstmals wieder Verunsicherung breit machte. Die Souveränität war plötzlich dahin und Vilsbiburg nutzte die Abstimmungsprobleme im Annahmespiel des VCW sehr gut aus. VCW-Chef-Coach Dirk Groß brachte nach und nach frische Kräfte in die Partie. Für Dora Grozer, die mit 21 Punkten nicht nur erfolgreichste Scorerin ihrer Mannschaft war, sondern nach der Partie auch mit der goldenen MVP-Medaille ausgezeichnet wurde, war das Ende des vierten Durchgangs sowie der Beginn des Tie-Breaks einer der Schlüsselmomente der Partie:

„Ich bin immer noch unter Spannung. Es ist geil, dass wir das Spiel bis zum Ende durchgezogen haben.“ – Dora Grozer, VCW

Und in der Tat, der VCW hat sich ins Spiel zurück gekämpft und auch einen Rückstand im alles entscheidenden fünften Satz aufgeholt. Hier lag Wiesbaden zunächst 7:10 zurück, bevor Zuspielerin Irina Kemmsies eine 5-Punkte-Aufschlagserie startete und die ohnehin schon lautstarke Kulisse zum Kochen brachte. Am Ende bejubelten alle Zuschauer stehend einen völlig verdienten 3:2-Erfolg der Hessinnen.

Bildergalerie zum Spiel

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Fotos: Ralf Brinkmann

Die Volleyballerinnen des VCW waren stets hoch motiviert, haben zu keiner Zeit aufgesteckt und bis zuletzt ihre Leistung gut auf das Feld gebracht. Sie haben gezeigt, dass sie sich mit guter Leistung aus einem Tief selbst herausarbeiten können. Das gibt allen Selbstvertrauen.
Bis auf Mittelblockerin Tanja Sredic, die verletzungsbedingt pausieren musste, setzte Wiesbadens Trainer alle seine Spielerinnen ein. Entsprechend ruhig will er die Vorbereitung auf das Sonntagsspiel gegen VCO Berlin angehen: „Mein Team weiß, dass wir gegen VCO Berlin drei wichtige Punkte gewinnen können. Trotzdem werden wir viel Ruhe reinbringen, nicht trainieren, sondern eher einen gemeinsamen Spaziergang machen.“ ∆

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