Kein fließend Wasser, kein Strom und nur sehr schwer zu erreichen. So beschreiben Betroffene rund um Ahrweiler die Situation nach der Flutkatastrophe. Wer Glück hat, kommt bei Freunden oder Bekannten unter.

Heftige Überschwemmungen, eingestürzte Häuser, Vermisste und Tote: Es herrscht Ausnahmezustand. Im Westen Deutschlands haben Unwetter große Zerstörung hinterlassen. Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sind besonders betroffen. Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende drückte am Mittag sein tiefes Mitgefühl aus: Unsere Gedanken sind bei den Menschen, die unter den Auswirkungen der Flutkatastrophe leiden. Es geht uns allen nahe, dass viele Menschen ihr Leben verloren haben und es immer noch Vermisste gibt.

Hilfsbereitschaft und Spendenkonto

Nach den Meldungen, dass die Wiesbadener Höhenrettung sowie ein Teil der Wiesbadener Berufsfeuerwehr zur Unterstützung nach Rheinland Pfalz entsandt und nach Nordrhein-Westfalen gereist ist, und die Medien darüber berichtet haben, ist die Hilfsbereitschaft groß. Viele Bürger haben sich an die Stadt gewandt und wollen die Opfer der Flutkatastrophe unterstützen. Wiesbadens Oberbürgermeister bedankt sich für ihre Spendenbereitschaft. Allerdings sei die  Stadt nicht zuständig für die Koordination von Hilfsangeboten. Wir empfehlen, sich an bekannte Hilfsorganisationen zu wenden, sagt Mende. Wer möchte, kann zum Beispiel die Aktion Deutschland Hilft unterstützen und unter dem Stichwort Hochwasser Deutschland Geld auf das Spendenkonto mit der IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30 überweisen. Das Spendenkonto des Landes Rheinland-Pfalz hat die IBAN DE78 5505 0120 0200 3006 06. Private Sachspenden werden laut Deutschem Roten Kreuz Hessen aktuell nicht benötigt. Für die Grundversorgung von Betroffenen und Einsatzkräften sei bereits gesorgt.

Was bisher geschehen ist

Wie wir auf Facebook berichtet haben, sind bereits am Donnerstag Kräfte der Feuerwehr Wiesbaden in die betroffene Gebiete entsendet worden. Sie gehören zu einem Kontingent des Landes Hessen, dass im Land Nordrhein-Westfalen im Regierungsbezirk Köln zum Einsatz kommt. Das Kontingent besteht aus Einsatzkräften verschiedener hessischer Landkreise. Aus Wiesbaden sind neben Führungskräften von Berufsfeuerwehr und Einsatzleitung Rettungsdienst ein Löschzug der Freiwilligen Feuerwehren mit Einsatzkräften aus Frauenstein, Naurod, Nordenstadt und Schierstein beteiligt. Angeschlossen hat sich auch ein Betreuungszug der Hilfsorganisationen ASB und JUH. Die Höhenretter der Feuerwehr Wiesbaden, die seit Mittwochabend, 14. Juli, gemeinsam mit Hubschraubern der Polizeifliegerstaffel Hessen im Einsatz sind und im Tagesverlauf zahlreiche Personen aus dem Überflutungsgebiet gerettet haben, sind weiterhin im Einsatz.

Hochwasserschutz in Wiesbaden Biebrich

Umweltamt und Feuerwehr beobachten fortlaufend die Pegelstände in Wiesbaden. Bislang war die Lage an den Bachläufen eher unauffällig. Am Rhein wurde die Uferstraße in Biebrich trotzdem vorsichtshalber gesperrt. Für das Wochenende wird ein Pegel um etwa 6 Meter erwartet. Ab einem Pegel von 6,10 Metern errichtet die Feuerwehr Spundwände als Hochwasserschutz. Die Stadt ruft dazu auf, respektvollen Abstand vor eventuellen Fluten zu halten.

Foto oben ©2021 Hans Braxmeier auf Pixabay

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