Rund 60 Refill-Stationen versorgen Menschen in Wiesbaden kostenlos mit Trinkwasser – ein Angebot gegen die Hitze.
Wenn die Temperaturen steigen und die Sonne die Straßen der Stadt aufheizt, wird ausreichend Trinken zur wichtigsten Vorsorgemaßnahme. Wiesbaden setzt dabei auf eine einfache Lösung: Leitungswasser. An rund 60 Refill-Stationen können Bürger ihre Trinkflaschen kostenlos auffüllen und sich unterwegs mit frischem Wasser versorgen.
Was sind Refill-Stationen?
Refill-Stationen sind Orte, an denen Bürger ihre mitgebrachten Trinkflaschen kostenlos mit Leitungswasser auffüllen können. Erkennbar sind sie an einem blauen Aufkleber mit einem Wassertropfen an Türen oder Schaufenstern. Die bundesweite Initiative Refill Deutschland setzt sich für den einfachen Zugang zu Trinkwasser und die Vermeidung von Einwegplastik ein. In Deutschland gibt es inzwischen rund 8.000 Refill-Stationen und Trinkbrunnen. Leitungswasser gilt als streng kontrolliertes Lebensmittel, kostet weniger als einen Cent pro Liter und verursacht deutlich weniger Umweltbelastungen als abgefülltes Mineralwasser. Nach Angaben der Initiative werden für die Herstellung einer Ein-Liter-PET-Flasche rund 31 Gramm Rohöl und fünf Liter Wasser benötigt. Gleichzeitig trägt die Nutzung von Refill-Stationen dazu bei, Verpackungsmüll und CO₂-Emissionen zu reduzieren.
Die Initiative gewinnt gerade an heißen Sommertagen an Bedeutung. Denn Hitze belastet den Kreislauf, kann zu Erschöpfung führen und insbesondere ältere Menschen, Kinder sowie gesundheitlich vorbelastete Personen vor Herausforderungen stellen. Mit dem Netz aus Refill-Stationen schafft die Stadt niederschwellige Möglichkeiten, jederzeit an Trinkwasser zu gelangen.
Wasser auffüllen statt Plastik kaufen
Die Stationen verteilen sich über das gesamte Stadtgebiet. Zu finden sind sie in öffentlichen Einrichtungen und Ämtern, aber auch in Cafés, Geschäften, Arztpraxen oder Friseursalons. Wer eine eigene Trinkflasche dabeihat, kann diese dort kostenfrei mit Leitungswasser befüllen lassen.
Bürgermeisterin und Umweltdezernentin Christiane Hinninger wirbt ausdrücklich für die Nutzung des Angebots. „Wir bitten alle Bürger, gerade in diesen Tagen eine wiederverwendbare Flasche dabei zu haben und die Refill-Stationen zu nutzen“, erklärt sie. Regelmäßiges Trinken sei bei hohen Temperaturen besonders wichtig. „Hitze kann zu Erschöpfung und Kreislaufproblemen führen. Deshalb sollte man auch unterwegs regelmäßig Wasser trinken.“
Gleichzeitig verweist Hinninger auf den Umweltaspekt. Wer Leitungswasser trinke, vermeide Verpackungsmüll und schone damit Ressourcen. Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Hitzetage und wachsender Anforderungen an den Klimaschutz gewinnen solche Angebote an Bedeutung.
Blauer Wassertropfen weist den Weg
Erkennbar sind die Refill-Stationen an einem blauen Aufkleber in Form eines Wassertropfens. Dieser befindet sich meist an Eingangstüren oder Schaufenstern. Darüber hinaus sind die Standorte auf der „Karte der kühlen Orte“ der Landeshauptstadt verzeichnet. Dort finden sich neben den Refill-Stationen auch öffentliche Trinkbrunnen und weitere Orte, die an heißen Tagen für Abkühlung sorgen.
Das Wiesbadener Angebot ist Teil der bundesweiten Initiative Refill Deutschland. Die Bewegung setzt sich für den Konsum von Leitungswasser und die Vermeidung von Einwegverpackungen ein. Deutschlandweit stehen inzwischen rund 8.000 Refill-Stationen und Trinkbrunnen zur Verfügung.
Anpassung an heißere Sommer
Die Refill-Stationen sind zugleich ein Baustein der kommunalen Hitzeschutzstrategie. Experten rechnen damit, dass längere Hitzeperioden auch in Hessen künftig häufiger auftreten werden. Städte reagieren deshalb zunehmend mit Trinkwasserangeboten, schattigen Aufenthaltsorten und Informationskampagnen.
Für Wiesbaden bedeutet das: Wer mit einer Trinkflasche unterwegs ist, findet an vielen Stellen der Stadt unkompliziert Zugang zu kostenfreiem Trinkwasser. Eine kleine Maßnahme mit großer Wirkung – für die Gesundheit der Menschen und für die Umwelt.
Trinkbrunnen und Refill-Punkte in Wiesbaden
Foto ©2025 Volker Watschounek
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