Wiesbaden unterliegt Havelse klar mit 1:4. Der Abstand zu den Aufstiegsplätzen wächst – und die Konkurrenz punktet weiter.
Der SV Wehen Wiesbaden stemmt sich, rennt an, kombiniert gefällig – und steht am Ende doch mit leeren Händen da. Gegen den Tabellenvorletzten TSV Havelse verliert Wiesbaden in der 3. Liga am 32. Spieltag mit 1:4 und verpasst es erneut, ein Spiel nach Rückstand zu drehen. Ist der Plan vom Aufstieg damit am Ende?
SV Wehen Wiesbaden – TSV Havelse – 1:4 (1:1)
Aufstellung SVWW: Noah Brdar – Donny Bogicevic – Florian Hübner – Tim Neubert – Ben Nink –Tarik Gözüsirin – Fatih Kaya – Ryan Johansson – Nikolas Agrafiotis – Fabian Greillinger – Jordy Steven Gillekens
Bank: Kevin Broll – Niklas May – Felix Schleimer – David Suárez – Donny Bogicevic – Milad Nejad – Robin Kalem – Moritz Flotho – Justin Janitzek – Sacha Mockenhaupt
Trainer: Daniel Scherning
Einwechselungen
61. Mockenhaupt für Nink
61. N. May für Greilinger
72. Kalem für Gözüsirin
72. Flotho für Agrafiotis
72. Schleimer für Johansson
Aufstellung TSV Havelse: Norman Quindt – Dennis Duah – Semi Belkahia – Emre Aytun – Christian Schepp – Noah Plume – Arlind Ibrahim Rexhepi – Leon Sommer – Johann Berger – Julius Düker – Nassim Boujellab
Trainer: Samir Ferchichi
Einwecheselungen
Einwechslungen:
66. Ilic für Rexhepi
79. Paldino für Schepp
88. Oltrogge für J. Berger
88. R. Müller für Boujellab
Tore: 0:1 Schepp (6.), 1:1 Kaya (19.), 1:2 Belkahia (51.), 1:3 Ilic (81.), 1:4 Berger (84./FE.)
Schiedsrichter: Nouhoum (Fürstenfeldbruck)
Schon der Start setzt ein Muster, das sich durch den Abend zieht. Havelse nutzt die erste Chance, spielt schnell über rechts und trifft früh zur Führung. Wiesbaden reagiert, übernimmt mehr Ballbesitz, sucht Lösungen – und findet sie zunächst auch. Nach knapp 20 Minuten vollendet Fatih Kaya eine flüssige Kombination sehenswert zum Ausgleich. Der SVWW wirkt nun wacher, greift früher an, setzt den Gegner unter Druck. Doch das Spiel kippt wieder – diesmal nachhaltiger.
Wieder ein Nackenschlag nach der Pause
Kaum beginnt die zweite Hälfte, schlägt Havelse wieder zu. Ein Eckball segelt in den Strafraum, Belkahia steigt am höchsten und köpft zur erneuten Führung ein. Wiesbaden wirkt durch das 1:2 kurz geschockt, versucht sich dann aber zurück in die Partie zu arbeiten.
Die Mannschaft von Trainer Daniel Scherning schiebt nach vorne, bringt frische Kräfte und erhöht den Druck. Johansson hebt den Ball gefühlvoll in den Strafraum, Mockenhaupt legt per Kopf quer – doch Agrafiotis bekommt den Ball nicht kontrolliert. Es sind genau diese Momente, die den Ausschlag geben.
Viel Aufwand, zu wenig Ertrag
Wiesbaden bleibt engagiert, spielt phasenweise dominant, doch es fehlt die letzte Klarheit im Abschluss. Kaya scheitert frei vor Haveles Torwart Quindt, weitere Angriffe verlaufen im dichten Havelser Abwehrverbund. Dann folgt die Vorentscheidung: Joker Marko Ilic zieht von außen nach innen, lässt seinen Gegenspieler stehen und schiebt präzise ins Eck. 1:3 – und Wiesbaden findet keine Antwort mehr. In der Schlussphase ist es dann erneut Ilic, der alleine aufs Tor zuläuft. SVWW-Keeper Brdar weiß sich nicht ehr zu helfen und zieht die Notbremse. Beregr verwandelt den Foulelfmeter sicher zum 4:1. Am Ende bleibt ein Abend, an dem Wiesbaden viel investiert – aber nichts mitnimmt.
Konkurrenz zieht davon
Während Wiesbaden Punkte liegen lässt, liefern andere. Cottbus und Duisburg gewinnen, Osnabrück patzt zwar, bleibt aber vorne. Rostock, Verl und Aachen mischen weiter mit.
Stimmen zum Spiel
Die Enttäuschung sitzt tief – und sie richtet sich vor allem gegen die eigene Leistung. Nach dem 1:4 gegen den TSV Havelse findet der SV Wehen Wiesbaden deutliche, fast schon schonungslose Worte.
Sascha Mockenhaupt beschreibt eine Partie, in der vieles auseinanderlief. Jeder habe seine eigene Idee verfolgt, egal ob im Spielaufbau oder im Gegenpressing, erklärt der Innenverteidiger. Eine klare Struktur habe gefehlt, Abläufe hätten nicht gegriffen. Statt einfachen Fußball zu spielen, habe sich die Mannschaft das Leben selbst schwer gemacht. Immer wieder habe man den freien Mann übersehen, sei in mehrere Gegenspieler gelaufen und habe so Ballverluste provoziert. Danach habe Wiesbaden offen gestanden. Gerade das Verhalten in der Schlussphase nennt Mockenhaupt „maximal naiv“.
Auch Fatih Kaya, der zwischenzeitlich den Ausgleich erzielt hatte, blickt kritisch auf die jüngsten Auftritte. Vor allem die erste Halbzeit in Aachen und die zweite Hälfte gegen Havelse seien „zu wenig“ gewesen. Die Gegentore fielen zu einfach, sagt Kaya, und widersprächen genau dem, was Wiesbaden zu Beginn der Rückrunde stark gemacht habe. Die Mannschaft müsse wieder kompakter auftreten, defensiv stabiler werden und zu ihren Grundlagen zurückfinden. Kaya fordert eine klare Reaktion und betont, dass das Gezeigte nicht dem Anspruch des SVWW entspreche.
Trainer Daniel Scherning analysiert die Partie nüchtern und erkennt die Probleme früh im Spielverlauf. Der frühe Rückschlag habe Spuren hinterlassen, zudem habe die Mannschaft gegen den Ball nicht gut gearbeitet. Havelse habe das Zentrum überladen, Wiesbaden habe keinen Zugriff gefunden. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit habe sich das verbessert, der Ausgleich sei folgerichtig gefallen. Doch nach dem erneuten Rückstand habe die Mannschaft ihre Chancen nicht genutzt – ein Muster, das Scherning bereits aus dem Spiel gegen Rostock kennt. Seine Warnung fällt deutlich aus: Die Mannschaft müsse aufpassen, nicht das zu verlieren, was sie über Wochen ausgezeichnet habe.
3. Liga, 32. Spieltag, Saison 2025.2026
| Pl. | Verein | Sp | S | U | N | T | GT | Pkte |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | VfL Osnabrück | 32 | 19 | 7 | 6 | 54 | 27 | 64 |
| 2 | RWE | 32 | 17 | 10 | 5 | 65 | 50 | 61 |
| 3 | Energie | 32 | 17 | 9 | 6 | 61 | 44 | 60 |
| 4 | MSV Duisburg | 32 | 16 | 9 | 7 | 55 | 42 | 57 |
| 5 | Hansa Rostock | 32 | 15 | 11 | 6 | 57 | 36 | 56 |
| 6 | Verl | 32 | 15 | 9 | 8 | 71 | 44 | 54 |
| 7 | Alemannia | 32 | 15 | 5 | 12 | 57 | 51 | 50 |
| 8 | 1860 München | 32 | 14 | 8 | 10 | 47 | 43 | 50 |
| 9 | SV Wehen Wiesbaden | 32 | 14 | 6 | 12 | 43 | 39 | 48 |
| 10 | SV Waldhof | 32 | 14 | 5 | 13 | 51 | 56 | 47 |
| 11 | Viktoria Köln | 32 | 13 | 5 | 14 | 46 | 44 | 44 |
| 12 | Jahn Regensburg | 32 | 12 | 6 | 14 | 44 | 48 | 42 |
| 13 | Stuttgart II | 32 | 12 | 6 | 14 | 40 | 51 | 42 |
| 14 | Ingolstadt | 32 | 10 | 10 | 12 | 51 | 44 | 40 |
| 15 | Hoffenheim II | 32 | 11 | 6 | 15 | 59 | 58 | 39 |
| 16 | Saarbrücken | 32 | 8 | 12 | 12 | 41 | 47 | 36 |
| 17 | SSV Ulm 1846 | 32 | 8 | 5 | 19 | 41 | 63 | 29 |
| 18 | Havelse | 32 | 6 | 8 | 18 | 46 | 73 | 26 |
| 19 | Erzgebirge Aue | 32 | 5 | 9 | 18 | 37 | 60 | 24 |
| 20 | Schweinfurt 05 | 32 | 5 | 2 | 25 | 30 | 76 | 17 |
Archivfoto ©2026 Volker Watschounek / Wiesbaden lebt!
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Der Manschafts-Kader des SVWW zur Saison 2025.2026.
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