Wiesbaden wählt. Die Daten zur Kommunalwahl zeigen klare Unterschiede bei Alter, Geschlecht und Stadtteilen – und ein überraschend junges Potenzial.
Am 15. März wählt Wiesbaden. Die Stadt stimmt über die Zusammensetzung der Stadtverordnetenversammlung, der Ortsbeiräte und des Ausländerbeirats ab. Hinter dem nüchternen Begriff Kommunalwahl verbirgt sich eine erstaunlich vielfältige Wählerschaft – und sie erzählt viel über die Stadt selbst.
209.014 Wahlberechtigte – und ein Altersgipfel in der Mitte
Für die Wahl zur Stadtverordnetenversammlung und zu den Ortsbeiräten sind 209.014 Wiesbadener mit deutscher oder EU-Staatsangehörigkeit stimmberechtigt. Besonders stark tritt die Altersgruppe zwischen 44 und 59 Jahren hervor. Wer also wissen will, wer in Wiesbaden politisch das Gewicht verschiebt, sollte weniger auf Erstwähler-Partys und mehr auf runde Geburtstage achten.
Das Durchschnittsalter liegt bei 51 Jahren. Damit zeigt sich eine eher mittlere Altersstruktur. Interessant: Die Kandidierenden unterscheiden sich im Schnitt nur geringfügig von den Wahlberechtigten. Die Generationen begegnen sich hier auf Augenhöhe – zumindest zahlenmäßig.
Deutlich jünger: Die Wahl zum Ausländerbeirat
Anders sieht es bei der Wahl zum Ausländerbeirat aus. 64.410 Menschen mit nichtdeutscher Nationalität dürfen hier ihre Stimme abgeben. Diese Gruppe ist deutlich jünger. Besonders stark vertreten sind die 25- bis 34-Jährigen sowie die 35- bis 44-Jährigen. Das Durchschnittsalter liegt bei 44,8 Jahren.
Hier verändert sich das Bild der Stadt sichtbar. Während bei der klassischen Kommunalwahl die Mitte dominiert, prägen beim Ausländerbeirat jüngere Lebensphasen das Wahlgeschehen.
Stadtteile im Vergleich: Zwischen Westend und Heßloch
Ein Blick in die Ortsbezirke offenbart weitere Unterschiede. Die jüngsten Wahlberechtigten leben im Westend und in Wiesbaden Mitte. Dort liegt das Durchschnittsalter bei 43,1 beziehungsweise 44,6 Jahren. In Heßloch dagegen erreicht es 58,1 Jahre. Wer also Generationenpolitik betreiben will, sollte die Postleitzahlen kennen.
Auch die Entwicklung seit 2021 zeigt Bewegung. Insgesamt sinkt die Zahl der Wahlberechtigten für Stadtverordnetenversammlung und Ortsbeiräte leicht um 0,8 Prozent. Doch Nordenstadt wächst um 10,2 Prozent, während Westend/Bleichstraße 5,3 Prozent verliert. Beim Ausländerbeirat steigt die Zahl der Wahlberechtigten sogar um 17,3 Prozent – in Nordenstadt um beeindruckende 63,3 Prozent. Nur Amöneburg verzeichnet einen kleinen Rückgang.
Frauen wählen – Männer kandidieren?
Frauen stellen 52 Prozent der Wahlberechtigten bei Stadtverordneten- und Ortsbeiratswahlen. Unter den Kandidierenden liegt ihr Anteil jedoch jeweils unter 40 Prozent. Die politische Bühne spiegelt also die Stadtbevölkerung nur teilweise wider.
Beim Ausländerbeirat wirkt das Verhältnis ausgewogener. 49,4 Prozent der Wahlberechtigten sind Frauen, 46,2 Prozent der Kandidierenden ebenfalls. Hier nähern sich Anspruch und Wirklichkeit stärker an.
Die Zahlen zeigen: Die Kommunalwahl ist kein abstraktes Ritual. Sie bildet die Stadt in ihrer Vielfalt ab – mit unterschiedlichen Altersgruppen, wachsenden Quartieren und klaren Unterschieden zwischen Wählenden und Gewählten. Wer am 15. März zur Urne geht, entscheidet nicht nur über Mandate. Er oder sie setzt ein Zeichen dafür, welche Teile dieser Stadt künftig besonders laut sprechen.
Symbolfoto ©2025 KI-generiert / Volker Watschounek
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Die Internetseite zu den Wahlen in Wiesbaden finden Sie unter www.wiesbaden.de.




