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Ministerpräsident Boris Rhein

Zehn Milliarden für den Wandel: Rhein präsentiert den Hessenplan

Im Hessischen Landtag wirbt Ministerpräsident Boris Rhein für den Haushalt 2026 und entfaltet eine Agenda, die Hessen stärken soll: mehr Investitionen, weniger Bürokratie, klare Prioritäten für Bildung, Sicherheit und Gemeinden. Der Hessenplan markiert dabei die größte Modernisierungsoffensive in der Landesgeschichte.

Grafik: Kathleen Rother Redaktion 6 Tagen vor 0

Boris Rhein präsentiert den Haushalt 2026 und setzt mit dem Hessenplan Akzente für ein zukunftsfestes Land: investieren, reformieren, modernisieren.

Ministerpräsident Boris Rhein betrat das Rednerpult mit einer klaren Mission: Er wollte Vertrauen schaffen, nicht bloß Zahlen präsentieren. Die Generaldebatte zum Haushalt 2026 im Hessischer Landtag geriet damit weniger zur Pflichtübung als zum Versuch, eine politische Grundhaltung zu formulieren. Rhein spannte einen großen Bogen: von Sicherheit bis Digitalisierung, von Bildung bis Bürokratieabbau. Und er setzte auf ein Narrativ, das das Land stabilisieren soll – wohlgemerkt in Zeiten, in denen Stabilität selbst zur politischen Währung geworden ist.

Priorisieren, investieren, reformieren

Rhein legte früh den Dreiklang fest, der die Haushaltsarchitektur tragen soll: priorisieren, investieren, reformieren. Hessen stehe vor Entscheidungen, die nicht weniger als „eine neue gute Zeit“ einleiten sollen. Der Etat, betonte Rhein, stelle dafür ein „solides Fundament“.

Er griff die großen Felder an, in denen die Landespolitik Profil zeigen will: Wirtschaft, Digitalisierung, Sicherheit. Hessen solle gleichzeitig Drehscheibe für Kapital, Daten und Innovation bleiben. Rhein verwies auf Tech-Konzerne wie Google oder Amazon, auf den Finanzplatz Frankfurt und auf die Industriecluster, die das Land prägen. Der Begriff Technologieoffenheit fiel mehrmals – ein Signal, dass die Landesregierung nicht nur verwalten, sondern gestalten will.

Bildung als Zukunftsversprechen

Beim Blick auf den Haushalt zeigte sich, wo die politischen Prioritäten tatsächlich liegen. 6,2 Milliarden Euro investiert Hessen 2026 in Schulen, Hochschulen, Sprachangebote, Ganztagsbetreuung und moderne Gebäude. Rhein stellte klar: Das Land investiere nicht in „alte Strukturen“, sondern in Chancen für kommende Generationen. Dieser Satz wirkte wie ein programmatisches Leitmotiv.

Die zweite starke Säule – die Innere Sicherheit – erhält 4,6 Milliarden Euro. Rhein führte aus, wie moderne Polizeistationen entstehen sollen, wie der Rechtsstaat robuster auftreten und wie das Land jüdisches Leben konsequent schützen will. Auch der Bevölkerungs- und Katastrophenschutz rückt stärker in den Fokus. Die Botschaft: Sicherheit entsteht nicht durch Ankündigungen, sondern durch Infrastruktur.

Dazu kommen 7,4 Milliarden Euro im Kommunalen Finanzausgleich und 300 Millionen Euro Soforthilfen. Rhein nannte die Kommunen „den Ort, an dem sich entscheidet, ob Respekt gilt – oder das Recht des Stärkeren“.

Der Hessenplan

Der große Wurf des Tages blieb allerdings der Hessenplan, ein Investitionspaket von zehn Milliarden Euro. Rhein formulierte ambitioniert: „Mehr Geld für Zukunft gab es noch nie.“ Ein erheblicher Teil dieser Summe fließt direkt in die Kommunen, insbesondere über das Infrastruktursondervermögen.

Doch Rhein beließ es nicht bei Summen. Er verband den Investitionsschub mit einer Reformagenda: höhere Vergabegrenzen, schlankere Genehmigungen, reduzierte Standards, wo immer es vertretbar erscheint. Staatliche Mittel könnten die Transformation anstoßen, sagte Rhein, aber privates Kapital müsse folgen.

Entbürokratisierung als politische Selbstbehauptung

Die Debatte erhielt Tiefenschärfe, als Rhein die Reformfähigkeit des Staates thematisierte. Die Demokratie brauche einen verlässlichen Verwaltungskörper, keinen schwerfälligen Apparat. Das Entbürokratisierungsgesetz – 120 Vorschriften weniger, Änderungen in 90 Gesetzen – markiere erst den Anfang. Ein zweites Gesetz werde folgen, die Bauordnung sei bereits überarbeitet.

Rhein setzte den Punkt klar: „Wir wollen neues Wachstum in der Wirtschaft, nicht in der Verwaltung.“

80 Jahre Hessen – ein Jubiläum als Erzählrahmen

Zum Schluss öffnete sich der Blick auf ein historisches Panorama: 80 Jahre Hessen. Rhein erzählte von Krisen und Aufbrüchen, von Rückschlägen und Fortschritten – und von der Zuversicht, die daraus erwachsen könne. Der Haushalt 2026 fungiere damit nicht nur als Finanzplan, sondern als politisches Versprechen: Der Staat wolle handlungsfähiger werden, die Gesellschaft widerstandsfähiger, das Land zukunftsfester.

Mit dieser Erzählung verließ Rhein das Pult – und hinterließ ein Bild, das weit über den Zahlenwerk-Charakter einer Haushaltsdebatte hinausgeht.

Archivfoto – Ministerpräsident Boris Rhein ©2023 Sinah Osner

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