Die Idee vom autonomen Fahren ist in Wiesbaden schon lange kein Hirngespinst mehr. Die R+V Versicherung setzt kleine Busse zwischen einzelnen Standorten bereits seit längerem ein.

Aura heißt das Fahrzeug beim Wiesbadener Versicherer. Lenkrad und Armaturenbrett suchen Passagiere im Bus vergeblich, er fährt autonom. Mit einer Grundsatzvereinbarung haben sich zwei weitere Unternehmen in Wiesbaden zusammengeschlossen und für den Probebetrieb eines autonomen Systems entschlossen. ESWE Verkehr und die Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken (HSK) möchten autonomes Fahren auf dem Klinikgelände realisieren.

Autonomes Fahren kurz gefasst

ESWE Verkehr und die Helios Kliniken starten im nicht öffentlichen Bereich des Klinikgeländes ein Pilot-Projekt zum autonomen Fahren. Möglich ist die, weil ESWE Verkehr für die Durchführung dieses Projektes vom  Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) Fördermittel in Höhe von rund 2,05 Millionen Euro erhält

Auch für den Partner, die Helios HSK, bietet die Lösung nur Vorteile. Die neue HSK steht für Modernität und Innovation, das gilt für die Medizin, für die Pflege und unsere Serviceangebote. Und dazu gehören auch attraktive mobile Konzepte. Wiesbadens Umwelt- und Verkehrsdezernent Andreas Kowol betont, dass Wiesbaden in der Mobilität eine Führungsrolle einnehmen wolle.

Wiesbaden ist die erste Stadt im Rhein-Main-Gebiet, die einen Dauerbetrieb mit autonomen Fahrzeugen ermöglicht.“ – Professor Hermann Zemlin, ESWE Verkehr Geschäftsführer

Im Herbst dieses Jahres soll ein mehrwöchiger Probebetrieb auf dem Klinikgelände mit einem Fahrzeug starten. Der Dauerbetrieb des autonomen Fahrens ist dann ab der zweiten Jahreshälfte 2020 geplant und wird mit der Fertigstellung des Klinikneubaus Ende 2021 die heutige Bushaltestelle mit dem Foyer des Neubaus verbinden. Damit bietet die HSK ihren Besuchern einen zusätzlichen Service an. Wer die Strecke zum Neubau nicht zu Fuß laufen möchte, kann einfach in das autonome Shuttle steigen, erklärt die Klinikgeschäftsführerin Henek.

„Wir  brauchen wir wie das autonome Fahren an den Helios HSK, um die notwendigen Erfahrungen für Zukunftsverkehre zu sammeln. Die Erkenntnisse aus diesem Praxistest geben uns Aufschlüsse, wie neue Verkehrssysteme im Alltag funktionieren können.“ – Andreas Kowol, Umwelt- und Verkehrsdezernent

Das erste autonome Shuttle wird in der nach dem Umzug beginnenden Abrissphase des jetzigen Klinikbaus von der Bushaltestelle um das Zwerg-Nase-Haus zum dann neuen Haupteingang fahren. Sobald der Landschaftspark auf dem dann ehemaligen Klinikgelände gestaltet ist, wird das Shuttle den Park queren und die Bushaltestelle noch direkter mit dem neuen Eingang verbinden. Das mit Öko-Strom betriebene Shuttle fügt sich daher hervorragend in unser Gestaltungskonzept, so Henek. Zudem werde die künftig etwas weitere Entfernung von der Bushaltestelle zum künftigen Foyer mit einem modernen umweltfreundlichen Verkehrsmittel überbrückt.

„Wir freuen uns sehr, dass das autonome Fahren bei uns realisiert wird.“ – Sandra Henek, Klinikgeschäftsführerin

Die Vorbereitungen für den Probebetrieb im Herbst 2019 laufen auf Hochtouren – das genaue Startdatum wird noch bekanntgegeben. Geplant ist eine Teststrecke hinter dem heutigen Klinikbau. Startpunkt ist das Bildungszentrum. Die rund 300 Meter lange Strecke führt bis an den Neubau heran. In der Pilotphase wird es hier für Klinikmitarbeiter und Gäste regelmäßige Fahrten geben, die mit Baustellenführungen und Veranstaltungen kombiniert werden können. Die Pilot-Strecke befindet sich auf dem für den öffentlichen Verkehr geschlossenen Klinikgelände und kann daher genehmigungsfrei realisiert werden. Das Shuttle wird auf einer eigenen virtuellen Fahrbahn geführt. Entsprechend der aktuellen gesetzlichen Vorgaben muss ein autonomes Shuttle von einem sogenannten „Operator“ begleitet werden, der gegebenenfalls über eine Steuereinheit eingreifen kann. 

„Wir gehen damit den Weg konsequent weiter, ESWE Verkehr als modernen Mobilitätsdienstleister weiterzuentwickeln.“ – Jörg Gerhard, ESWE Verkehr

In der Grundsatzvereinbarung ist unter anderem festgelegt, dass ESWE Verkehr die Personal- und Ausbildungskosten finanziert sowie die Kosten für Anschaffung und Betrieb des autonomen Fahrzeuges. Die Helios HSK stellen indes die baulich geeignete Fahrstrecke für den Pilot- und Dauerbetrieb zur Verfügung. Ferner stellt die Helios HSK einen Abstellraum bereit und übernimmt die (Öko-) Stromkosten. (Bild: Tom Page / Flickr / CC BY-SA 2.0)

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Die offizielle Internetseite der Helios HSK Klinik finden Sie unter www.helios-gesundheit.de.

 

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