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DesignDialog Wiesbaden

DesignDialog: Wie Stadt Zukunft möglich macht

Wie muss sich Wiesbaden verändern, damit Arbeiten, Wohnen und Stadtleben wieder zusammenfinden? Der DesignDialog im Haus der Architekten bot am Dienstag dazu klare Antworten – und eine lebhafte Debatte über die produktive Stadt. Expertinnen, Experten und Stadtgesellschaft diskutierten Wege in eine neue urbane Zukunft.

Grafik: Kathleen Rother Redaktion 1 Monat vor 0

Der DesignDialog zeigte, wie Wiesbaden durch neue Mischungen, kluge Planung und kreative Nutzungen eine produktive Innenstadt entwickeln könnte.

Die produktive Stadt stand selten so im Mittelpunkt wie an diesem Abend im Haus der Architekten. Der DesignDialog des Stadtmuseums am Markt – ein Format, das sich längst als Denkraum etabliert hat – lockte Planerinnen, Forscher, Kulturschaffende und Bürgerinnen in einen bis auf den letzten Platz gefüllten Saal. Andrea Jürges, stellvertretende Direktorin des Deutschen Architekturmuseums Frankfurt, führte klug, konzentriert und mit trockenem Humor durch die Debatte.

Schon in der Begrüßung setzten Prof. i.V. Torsten Becker und Sabine Philipp deutliche Akzente: Stadtentwicklung sei kein Verwaltungsakt, sondern ein Prozess, der Menschen einlädt, mitzuwirken. Genau das passierte.

Warum die produktive Stadt zurückkehrt

Das Konzept gewinnt wieder an Fahrt: Arbeiten und Wohnen rücken zusammen, Gewerbe kehrt aus den Randlagen zurück ins Herz der Stadt, und urbane Landwirtschaft tritt aus der Nische. Die Vorteile liegen auf der Hand – kürzere Wege, belastbare Quartiere und neue Formen sozialer Mischung.

Stadtforscherin Francesca Ferguson brachte es auf den Punkt: „Wir stehen vor drei parallelen Krisen. Und die produktive Stadt liefert Antworten.“ Sie forderte, Erdgeschosse mutiger zu nutzen, Innenhöfe freizuspielen und Pop-up-Leases als Chance zu begreifen. Leerstände, sagte sie, müssten wieder atmen.

Wiesbaden ringt um neue Mischungen

Aus kommunaler Sicht zeichnete Constanze Paffrath ein klares Bild: Die europäische Stadt bleibe Leitmotiv und Versprechen zugleich. Sie sehe Chancen, aber auch enorme Anforderungen. Wiesbaden müsse Räume schaffen, die ein gerechtes Zusammenleben ermöglichen – für alle Bevölkerungsschichten.

Professor Philipp Krass ergänzte die planerische Perspektive: Innenstädte würden künftig weniger Shopping-Bühnen sein, sondern Treffpunkte, Wissensorte und Produktionsräume. Randbereiche bekämen mehr Leben. Er zeichnete eine Stadt, die Bildung, Kultur und kleinteiliges Gewerbe stärker verzahnt – und dadurch widerstandsfähiger werde.

Gestalten heißt Verantwortung teilen

Torsten Becker erinnerte daran, dass Innenstädte nur im Netzwerk funktionieren: Stadtplanung, Architektur, Politik, Kultur und Bürgerschaft müssten gemeinsam denken. „Die produktive Stadt von morgen braucht ein neues Innenstadtversprechen“, sagte er. „Nicht Konsum, sondern Qualität, Austausch und Vielfalt tragen dieses Versprechen.“

Das Format selbst bewies, wie dieses Netzwerk aussehen kann. Als gelabeltes Projekt der World Design Capital 2026 bot der DesignDialog eine Art Labor, das Ideen sichtbarer macht – und Lust auf Beteiligung weckt.

Ein Museum, das Zukunft baut

Sabine Philipp beschrieb das Ziel des sam als Einladung, gemeinsam Stadt zu denken. Der „Vierte Raum“, den das Museum 2026 im ehemaligen Sportscheck-Gebäude öffnet, soll genau das leisten: ein Ort, an dem neue Ideen entstehen, ausprobiert und kritisch diskutiert werden. Ein Versprechen, das Neugier erzeugt.

Mehr als ein Konzept – ein Auftrag

Die Debatte zeigte, wie sehr die produktive Stadt auch Wiesbaden betrifft: die Nutzung von Leerständen, die Zukunft des Handwerks, klimafreundliche Quartiere, Bildung, Kultur und die Frage, wie Stadt ein gerechtes Miteinander ermöglicht. Die Besucher gingen mit vielen Fragen – und dem Gefühl, dass Wiesbaden jetzt Chancen erkennen und mutig nutzen muss.

Symbolfoto ©2025 AI / Wiesbaden lebt

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