Facettenaugen, Brummen, Stechinstrumente: Die Gruppenausstellung „Alles im Wunderland“ in den Räumen des Nassauischen Kunstvereins richtet den Blick auf für den Menschen eher unliebsame Tiere.

Schützt die Bienen, heißt das Schlagwort, mit dem auf das drohende Aussterben der geflügelten, schwarzgelb gestreiften Arbeitstierchen aufmerksam gemacht wird. Und zugegeben: Die Biene als Allroundstar hat es recht einfach, Sympathie in uns zu wecken.

Nassauischer Kunst Verein (NKV), kurz gefasst

Ausstellung – „Alles im Wunderland – Wiederaufnahme“
Wann: ab 19. August 2021
Wo: Nassauischer Kunstverein, Wilhelmstraße 15, 65185 Wiesbaden (Karte / Navigation)
Eintritt: frei

Öffnungszeiten: dienstags 14:00 – 20:00 Uhr, mittwochs bis freitags 14:00 – 18:00 Uhr, samstags und sonntags 11:00 – 18:00 Uhr, montags geschlossen

Das zierliche, fellige Tierchen produziert mit seinen feinen Fühlern den goldgelben Honig, den wir so gerne haben. Das macht das Wesen anschmiegsam. Abseits dieser zuckersüßen Insektenwelt schwirren jedoch ganz andere Tiere umher, die viele von uns weniger ansprechen: Wespen, Schnaken und Schmeißfliegen sind zwar auch alle geflügelt (und halbwegs gestreift), gelten jedoch häufig als lästige Schädlinge, die wir lieber nicht in unserer Nähe haben wollen.

Komplexes Verhältnis zwischen Mensch und Tier

Genau hier setzte Artentreffen an. Das Kooperationsprojekt zwischen dem Nassauischen Kunstverein, der Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim und dem Deutschen Ledermuseum beleuchtet das ambivalente Verhältnis des Menschen zur Natur, welches besonders deutlich im Umgang mit Tieren wird, die wir als schädlich, ekelhaft oder unliebsam empfinden. Nach einer langen Corona-Pause im vergangenen Jahr melden sich die drei kooperierenden Häuser mit ihrem gemeinsamen Projekt zurück. Den Auftakt macht nun der Nassauische Kunstverein mit der international besetzten Gruppenausstellung Alles im Wunderland, welche vom 19. August bis 10. Oktober ihre Türen für Kunstliebhaber und Gäste offen hält.

Tier und Mensch

Renommierte Künstler wie Max Eulitz, Dominika Bednarsky und Jo Penca legen den Fokus auf Tiere, denen im Alltag der systemrelevante Status abgesprochen wird. Dabei wird die Trennung zwischen den menschgeschaffenen Kategorien Tier und Mensch hinterfragt und anstatt eine dichtome Abgrenzung zu forcieren, verzaubern die Werke durch Metamorphose, Rollentausch, Größenverschiebung, Materialität, Formschönheit, Technik und Witz. So wird der Betrachter irgendwann selbst zum Tier und die Grenzen zwischen Schädling und Mensch verschwimmen. Ein Perspektivwechsel also, den die Organisatoren und Künstler mit dem Projekt durchaus verfolgen.

Weitere Kooperationsausstellungen

Neben der Gruppenausstellung im Nassauischen Kunstverein lädt das Deutsche Ledermuseum in Offenbach am Main zur Ausstellung tierisch schön? ein, welches im Zuge der Wiederaufnahme des Projekts bis zum 16. Januar 2022 verlängert wurde. Ferner kann ab dem 22. August im Außenbereich der Opelvillen in Rüsselsheim die Soundinstallation Der Wolf in uns der Künstlerin Valie Export zu sehen und zu hören sein.

Foto oben ©2021 NKV

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Die offizielle Internetseite vom Nassauischen Kunstverein Wiesbaden finden Sie unter www.kunstverein-wiesbaden.de.

 

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