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Im Wiesbadener Rathaus haben Fachkräfte über internationale Jugendarbeit als Brücke zwischen Kulturen diskutiert

Wiesbaden weltweit: Austausch gegen die Krise

Beim Netzwerktreffen „Wiesbaden weltweit“ im Rathaus haben Fachkräfte darüber gesprochen, wie internationale Jugendprogramme Brücken bauen. In Zeiten von Krisen und Konflikten setzen sie auf Austausch, Begegnung und Zusammenarbeit – und haben gezeigt, warum Dialog wichtiger ist denn je.

Grafik: Kathleen Rother Redaktion 7 Stunden vor 0

Beim Netzwerktreffen „Wiesbaden weltweit“ hat die Rolle internationaler Jugendarbeit in Krisenzeiten im Fokus gestanden.

Im Rathaus von Wiesbaden haben sich am 7. Mai mehr als vierzig Fachkräfte versammelt, um über ein Thema zu sprechen, das größer ist als jeder Sitzungssaal: internationale Verständigung. Das Netzwerktreffen „Wiesbaden weltweit“ hat Menschen zusammengebracht, die sonst vor allem eines organisieren – Begegnungen.

Und genau darum ist es gegangen. Nicht um Programme auf Papier, sondern um echte Kontakte. Um Jugendliche, die sich begegnen, obwohl ihre Länder sich manchmal fremd geworden sind.

Zwischen Krisen und Verantwortung

Die Weltlage hat den ernsten Hintergrund geliefert. Kriege, politische Spannungen, Unsicherheit – vieles ist näher gerückt als noch vor wenigen Jahren. Frieden, so ist schnell deutlich geworden, fällt nicht vom Himmel. Er entsteht, wenn Menschen miteinander sprechen, einander zuhören und Unterschiede aushalten.

Die Politikwissenschaftlerin Eva Feldmann-Wojtachnia hat es in ihrer Keynote auf den Punkt gebracht: Eine Mehrheit junger Menschen blickt mit Sorge auf die Konflikte in Europa und im Nahen Osten. Diese Stimmung hat längst Klassenzimmer, Jugendzentren und Austauschprogramme erreicht.

Jugendarbeit als leiser Diplomat

Was daraus folgt, haben die Teilnehmenden lebhaft diskutiert, manchmal nachdenklich, selten ratlos. Internationale Jugendarbeit hat mehr geleistet, als Reisen zu organisieren. Sie hat Haltung vermittelt. Sie hat Räume geschaffen, in denen Respekt nicht nur gefordert, sondern erlebt worden ist.

Praxisberichte haben gezeigt, wie schwierig das geworden ist. Partnerorganisationen arbeiten in Regionen, die von Konflikten geprägt sind. Reisen sind ausgefallen, Begegnungen haben sich verschoben. Und doch ist der Kontakt nicht abgerissen. E-Mails haben Gespräche ersetzt, Videokonferenzen das gemeinsame Essen.

Ein Teilnehmer hat mit einem leichten Lächeln gesagt: „Manchmal ist ein stabiles WLAN schon ein Beitrag zum Frieden.“

Verbindungen, die bleiben

Gerade diese Kontinuität ist zum Schlüssel geworden. Beziehungen haben gehalten, auch dann, wenn Treffen nicht möglich gewesen sind. Vertrauen ist langsam gewachsen – und nicht sofort verschwunden, wenn Grenzen sich geschlossen haben.

Die Rückschau auf dreizehn Projekte seit dem vergangenen Herbst hat gezeigt, wie vielfältig diese Arbeit gewesen ist: Jugendbegegnungen, politische Bildungsreisen, Fachkräfteaustausch und sogar eine Ausstellung. Alles kleine Bausteine, die zusammen etwas Größeres geformt haben.

Mehr als nur ein Netzwerk

Am Ende hat kein fertiger Plan gestanden, sondern eine Haltung. Wer internationale Jugendarbeit unterstützt, investiert in etwas, das sich schwer messen lässt – aber umso stärker wirkt.

Oder, um es weniger feierlich zu sagen: Wer miteinander spricht, schießt seltener aufeinander.

Foto – Netzwerktreffen weltweit @2026 LH Wiesbaden.

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