Wiesbaden erhält den Zuschlag für die Special Olympics Hessen 2029 – ein starkes Signal für Inklusion, Sport und Stadtgesellschaft.
Die Entscheidung fällt nicht leicht, aber sie fällt deutlich: Die Landesspiele der Special Olympics Hessen gehen im Jahr 2029 nach Wiesbaden. Damit sichert sich die Landeshauptstadt eines der größten inklusiven Sportereignisse im Bundesland – und übernimmt zugleich Verantwortung.
Drei Städte hatten sich beworben und alle überzeugen. Kassel/Baunatal, Marburg und Wiesbaden stellten ihre Konzepte vor und hatten um Zustimmung geworben. Am Ende hat sich die elfköpfige Jury für die Landeshauptstadt durchgerungen – und folgt damit einer Idee, die nicht nur auf dem Papier funktioniert, sondern in der Wiesbaden bereits lebt.
„Wiesbaden wird so 2029 nicht nur selbst in das sportlich-inklusive Rampenlicht rücken“, so Geschäftsführerin Astrid Schulte. „Unser gemeinsames Ziel ist es, die Landesspiele zu einem Ereignis für die ganze Stadt und für ganz Hessen zu machen. Inklusion gehört nicht an den Rand, sondern in die Mitte der Gesellschaft.“
Mehr als ein Sportereignis
Die Spiele bringen weit mehr als Medaillen und Wettkämpfe. Sie schaffen Begegnungen, sie öffnen Räume, sie verändern Perspektiven. Athleten mit geistiger und mehrfacher Beeinträchtigung treten an, messen sich, feiern gemeinsam – und rücken in die Mitte der Gesellschaft.
Genau dort sollen sie auch bleiben. „Inklusion gehört nicht an den Rand“, so Schulte weiter. Und meint damit nicht nur Sportplätze, sondern Plätze, Straßen, Cafés – kurz: das Leben selbst.
Wettbewerb mit Haltung
Dass sich gleich drei Städte bewerben, überrascht nicht. Schon bei den Special Olympics World Games 2023 zeigen sie als Gastgeber auf Zeit, wie ernst sie das Thema nehmen. Verwaltung, Vereine und Bürger ziehen mit, organisieren, helfen, lernen. „Die inklusive Flamme brennt“, sagt Präsident Mark Behrend – und man glaubt ihm sofort. Denn selten zeigt sich so deutlich, wie Sport Brücken baut, wo Worte oft nicht reichen.
Wiesbaden will mehr als nur Gastgeber sein
Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende blickt bereits nach vorn. Das Thema Inklusion liege ihm sehr am Herzen. „Bereits durch das ‚Host Town Program 2023‘ (Foto oben) haben wir einen starken Beitrag zur Sichtbarkeit von Menschen mit Beeinträchtigungen gezeigt, daraus resultierten viele Projekte,“ so Mende. „Die Landesspiele 2029 werden dafür sorgen, das Thema weiter in die Stadtgesellschaft zu tragen.“
Wiesbaden will nicht nur organisieren. Die Stadt will verändern. Und vielleicht ist genau das der eigentliche Gewinn dieser Entscheidung.
Archivfoto – Inklusionslauf 2023 ©2026 Volker Watschounek
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