Mädchen aus Dubrovnik und Wiesbaden erleben Europa – mit Workshops, Austausch und einem Besuch im Rathaus, der Begegnung sichtbar macht.
Sie sprechen Englisch, lachen auf Deutsch, wechseln ins Kroatische – und verstehen sich trotzdem sofort. Seit Anfang der Woche begegnen sich in Wiesbaden im rahmen eines Jugendaustauschs Mädchen aus Dubrovnik und Deutschland. Sie tauschen Erfahrungen, testen Ideen und entdecken, wie Europa im Alltag funktioniert – nicht auf Papier, sondern im direkten Miteinander.
Die Deutsch-Kroatische Jugendbegegnung steht unter dem Titel Europa zusammen erleben. Organisiert wurde der Austaisch im Rahmen von Wiesbaden International durch das Stadtteilzentrum Westend – JUZ Georg-Buch-Haus. Was nach Projekt klingt, wirkt vor Ort wie gelebte Neugier.
Ein Rathaus, viele Perspektiven
Am Donnerstag erreichte die Woche einen offiziellen Höhepunkt. Im Festsaal des Neuen Rathauses empfing die Stadt die Gruppe. Die Jugendlichen gingen durch Flure, betrachten Fotos aus der Begegnung im Vorjahr und erinnerten sich an gemeinsame Ausflüge – unter anderem nach Bosnien und Montenegro.
Danach wurde es feierlich: Marie Modellatore-Pedicini und Julia Krause vom Jugendzentrum überreichen gemeinsam mit Conny Meyne die Teilnahmezertifikate, den EU Youthpass. Die Urkunden würdigen nicht nur Engagement, sondern auch Lernprozesse, die sich schwer messen lassen: Offenheit, Vertrauen, Austausch.
Workshops, Sprache, ein bisschen Zirkus
Doch die Begegnung blieb nicht beim Formalen stehen. Die Mädchen arbeiteten kreativ, diskutierten Europa, gestalteten Projekte. Sie probierten sich im Zirkus aus, stolperten über neue Wörter und fanden gemeinsam Wege, sich zu verständigen – manchmal mit Händen, manchmal mit Humor.
Sprachanimationen auf Deutsch, Kroatisch und Englisch sorgten und sorgen dafür, dass niemand außen vor bleibt. Wer zuhört, merkt schnell: Verständigung braucht keine Perfektion, sondern Mut.
Europa zum Anfassen
Die Reise geht weiter. Nach den Tagen in Wiesbaden fährt die Gruppe nach Straßburg. Dort betreten die Jugendlichen das Europäische Parlament, sehen Politik nicht als abstraktes Konstrukt, sondern als Ort, an dem Entscheidungen entstehen.
Am Wochenende folgt ein Kontrastprogramm: Europa-Park. Ein Freizeitpark als Abschluss, vielleicht auch als Symbol. Denn Europa zeigt sich hier von seiner spielerischen Seite – vielfältig, bunt, manchmal überraschend.
Mehr als eine Woche
Die Jugendbegegnung endet am Wochenende. Doch was bleibt, lässt sich nicht in Tagen messen. Freundschaften entstehen, Perspektiven verschieben sich. Europa wächst hier nicht durch Verordnungen, sondern durch Begegnungen.
Oder anders gesagt: Wer einmal gemeinsam lacht, diskutiert und reist, denkt anders über Grenzen.
Gruppenfoto – Deutsch-Kroatischer Jugendaustausch ©2026 LH Wiesbaden
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