Roadtrip durch Norwegen: Küste, Fähre, Wildtiere und Polarlichter bei Narvik
Der siebte Reisetag begann ruhig und hell. Aufgewacht bei den Arctic Cabins, blauer Himmel, strahlender Sonnenschein, Winterluft. Direkt nebenan zog eine Skipiste ihre Linie durch den Hang. Wir packten zusammen, trugen uns noch ins Gästebuch ein, legten den Schlüssel zurück in den Schlüsselkasten – ein letzter, unspektakulärer Handgriff, der trotzdem Abschluss bedeutete
Über eine kleine Straße ging es rund zwanzig Minuten zurück zur E6. Dann wieder Norden.
Straße, Tunnel, Meer
Die Strecke zeigte sich überwiegend gut ausgebaut. Trotzdem blieb sie fordernd. Dunkle, teils nebelige Tunnel wechselten sich mit offenen Passagen ab. Noch immer waren viele Lkw unterwegs, der Verkehr blieb präsent. Die Straße führte durch Berge und immer wieder dicht am Meer entlang, stellenweise auf gleicher Höhe mit der Wasserlinie.
Immer wieder holten wir die Insta360 X4 Air heraus. Einfach filmen, laufen lassen, nicht an den Bildausschnitt denken. Die Küste, die Straße, die Bewegung. Der eigentliche Blick entstand später, bei der Auswahl des passenden Winkels. So ließ sich die Strecke festhalten, ohne sie zu unterbrechen.
Zwischendurch setzte Regen ein. Für norwegische Verhältnisse fühlte es sich beinahe mild an. Dann wieder trockene Abschnitte, Wind, offene Weite.
Fähre statt Straße
Am frühen Nachmittag endete die E6 plötzlich. Bognes. Fähre. Kein Umweg, kein Suchen – einfach so. Wir waren um 15 Uhr da, die Abfahrt folgte pünktlich um 15:10 Uhr.
Die Abwicklung lief unspektakulär und modern. Kennzeichen wurden per Kamera erfasst, die Fahrzeuglänge elektronisch gemessen. Die Abrechnung erfolgt später automatisch über AutoPASS, ganz ohne Anstehen oder Kassenhäuschen.
Während der Überfahrt blieb ich mit unserem Redaktionshund Sparky im Auto. Draußen wagte sich unsere Reisebegleitung auf das vereiste Deck, trotz Wind und Kälte. Nach gut 25 Minuten legte die Fähre in Skarberget an.
Ankommen, kurz innehalten
Auf der anderen Seite nahmen wir uns Zeit. Ein kleiner Spaziergang führte eine schmale Straße hinauf, vorbei an einzelnen Holzhäuschen. Ein kurzer Abstecher auf einen Steg, Blick aufs Wasser, dann wieder zurück. Kein großes Programm, aber genau richtig nach der Überfahrt.
Rentiere, Elch und Dämmerung
Zurück auf der Straße folgten die nächsten besonderen Momente. Am linken Fahrbahnrand tauchten Rentiere auf, eingezäunt, ruhig, beinahe beiläufig. Wenig später, in der Dämmerung, dann am rechten Straßenrand ein frei lebender Elch. Vermutlich beim Trinken. Wir hielten an, warteten, beobachteten. Kein Hupen, kein Drängen. Der Elch zog weiter, die Straße wurde wieder frei.
Kurz sauber machen, dann ans Wasser
Kurz vor Narvik legten wir noch einen Stopp in Fagernes ein. Das Auto war inzwischen so verschmutzt, dass eine Wäsche fällig wurde. Für knapp 9 Euro spritzten wir Salz, Matsch und Eis gründlich ab. Kaum wieder unterwegs, bildete sich stellenweise sofort neues Eis. Selbst die Schnallen des Dachzelts waren zunächst zugefroren.
Über park4night fanden wir schließlich einen Stellplatz im Norden von Narvik, direkt am Wasser. Wir waren allein. Kein Verkehr, keine Nachbarn, nur Küste und Stille.
Kochen, Polarlichter, Geschichte
Zuerst kochten wir Abendessen. Heute pragmatisch: Linseneintopf, dazu Vollkornbrot aus der Dose. Warm, sättigend, unkompliziert.
Über uns begannen die Polarlichter zu tanzen. Den ganzen Abend. Grün, beweglich, immer wieder neu. Ich konnte kaum aufhören zu fotografieren. Währenddessen machte unsere Reisebegleitung mit Sparky einen Abendspaziergang zu einem Kriegsdenkmal, das an gefallene Franzosen und Norweger erinnert – ein stiller, nachdenklicher Ort oberhalb der Stadt.
Ich blieb zurück, versuchte mit der Nikon, das Licht einzufangen. Nicht jedes Bild gelang, aber das Erlebnis zählte.
Abends im Dachzelt
Ein Glühwein rundete den Abend ab. Dann klappte das Naturbummler-Dachzelt auf – wenige Handgriffe, Routine. Warm, geschützt, ruhig. Passend zum Ort schauten wir uns noch den Film „Narvik“ an, bevor der Tag endgültig zur Ruhe kam.
Tagesfazit
Tag 7 verband vieles: Küste und Gebirge, Straße und Fähre, Technik und Wildnis. Rentiere, ein Elch, Regen, Meer und tanzende Polarlichter. Narvik empfing uns nicht laut, sondern eindrucksvoll. Ein Tag, der sich nicht aufdrängte – und genau deshalb lange nachwirkt.



Skandinavien Roadtrip Tag 6
Von stillen Wäldern bis zur bunten Stadt: Norwegens Straße ruft
Tag 4: Oslo, Akershus und weiter nach Dovre
Skandinavien Roadtrip Tag 3
Skandinavien Roadtrip Tag 2
Skandinavien Roadtrip Tag 1 
