Am Freitag empfängt der VCW den Tabellenführer Allianz MTV Stuttgart und bereitet sich auf die bisher schwerste Aufgabe der Saison vor.
Der Krimi gegen Münster hallt noch nach. Mit 20:18 im Tiebreak setzte der VC Wiesbaden am Samstag ein Ausrufezeichen, jubelte über einen Sieg, der Einsatz, Mut und Nervenstärke zeigte. Doch lange feierte niemand. Schon am Montag begann das Team von Chefcoach Tigin Yağlioğlu die Vorbereitung auf jene Aufgabe, die im Kalender rot markiert stand: den Auftritt des Tabellenführers.
Der Serienmeister kommt
Allianz MTV Stuttgart reist am Freitag (18:30 Uhr, Platz der Deutschen Einheit) als ungeschlagene Macht an. Kein Satzverlust in sieben Spielen, ein Kader voller Erfahrung, Tempo und Wucht – und ein Verein, der seit Jahren zeigt, wie nachhaltige Unterstützung eines Hauptsponsors Erfolge ermöglicht.
Das Triple 2023/24 zählt bis heute als Benchmark: Supercup, Pokal, Meisterschaft. Mit fünf DVV-Pokalsiegen im Gepäck visiert Stuttgart am 28. Februar das nächste Finale an. Nach dem souveränen 3:0 gegen Meister Schwerin steht die Mannschaft von Trainer Konstantin Bitter erneut im Endspiel. Diagonalspielerin Pauline Martin glänzte dort als MVP – 14 Punkte, beeindruckende Präsenz.
Wiesbaden setzt auf Mut – und die eigene Fanszene
Der VCW kennt die Rollenverteilung. Doch er scheut sie nicht. Stuttgart zeigte zwar kaum Schwächen, strauchelte aber ausgerechnet gegen Aufsteiger Borken – ein Hinweis darauf, dass Druck wirkt, wenn man ihn konsequent aufbaut. Auch personell trifft man in Stuttgart auf alte Bekannte: Der frühere VCW-Scout Daniel Ramírez Santana arbeitet nun im Schwabenstab.
Wiesbaden rangiert aktuell auf Platz sieben (11 Punkte). Ein Satzgewinn wäre bereits ein Achtungserfolg – und würde Stuttgarts makellose Bilanz brechen. Die Mannschaft will aggressiv servieren, klug blocken und das Publikum einbeziehen. Die Halle am Platz der Deutschen Einheit dürfte erneut zu einem Ort voller Energie werden.
Gut zu wissen …
Wiesbaden ist durchaus in der Lage, diesen Favoriten an den Rand einer Niederlage zu bringen. Zwei Beispiele: die knappe VCW-Niederlage zum Saisonauftakt 2023/2024 nach 15:17 im Tiebreak (!) sowie das 8:15 im Tiebreak im Februar 2025 (bei 17 Aufschlagfehlern des Gegners).
Zwei VCW-Spielerinnen haben in den vergangenen Jahren den Schritt nach Stuttgart geschafft: Außenangreiferin Laura Künzler (heute Dervisaj-Künzler), die derzeit für Chieri in Italien antritt, und Zuspielerin Milana Božić, die es nach Portugal zum FC Porto gezogen hat.
Statistik
Wiesbadens Spanierinnen Jimena Fernández Gayoso (Diagonal) und Cayetena López Rey (Außenangriff) können am Freitag einige Worte in ihrer Landessprache mit Außenangreiferin Julia Paula Viana und Lucía Varela auf gegnerischer Seite wechseln. Letztere ist mit ihren beachtlichen 1,98 Metern nicht nur eine Bank im Mittelblock, sondern auch eine gefährliche Aufschlägerin. 2023 war sie z.B. bei den European Championships beste Athletin in beiden Kategorien. Die 22-Jährige wurde in der laufenden Bundesligasaison bereits viermal als MVP ausgezeichnet. Bei den Top Scorerinnen der Liga (alle Spielelemente) hat Jimena Fernández Gayoso (Platz 4) vor Pauline Martin (Platz 7) die Nase vorn. Gleich zwei Stuttgarterinnen liegen in Sachen Angriffseffizienz an der Spitze: Lucía Varela und Dänin Mikala Mogensen. Bei den Blockpunkten rangiert Wiesbadens Laura Broekstra weiterhin auf Platz 2. Anna Koulberg (Belgien) ist in dieser Kategorie als 17. beste Stuttgarterin. Mit Pia Kästner (Zuspiel; war lange verletzt) und Antonia Stautz (Außenangriff) hat der Tabellenführer zwei deutsche Nationalspielerinnen im Kader.
Fazit
Der VCW geht nach dem wichtigen Erfolg gegen den USC Münster mental gestärkt in die Partie, wenn auch als Underdog. Die Zuschauer können sich am Freitagabend auch auf die Performance der derzeit besten deutschen Mannschaft freuen.
Foto – Fernandez Gayoso ©2025 Wiesbaden lebt!
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Mehr vom VC Wiesbaden finden Sie unter www.vcwiesbaden.de.



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