Beim Jugend forscht-Regionalwettbewerb überzeugten junge Talente mit Ideen und Ausdauer.
Wiesbaden diskutierte am späten Samstagnachmittag nicht über Schlagzeilen, sondern über Hypothesen. Im Industriepark trafen sich junge Menschen, die rechneten, löteten, programmierten, maßen und argumentierten. InfraServ Wiesbaden richtete zum dreizehnten Mal den Regionalwettbewerb Jugend forscht Hessen West aus – und schrieb damit ein weiteres Kapitel in einer Geschichte, die seit 61 Jahren den Nachwuchs in Deutschland antrieb.
93 Nachwuchstalente präsentierten 47 Projekte. Sie erklärten Versuchsaufbauten, demonstrierten Prototypen, verteidigten Thesen. Sie stellten sich Fragen aus sieben Fachgebieten: Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Physik, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik sowie Technik. Das Motto „Maximale Perspektive“ forderte sie heraus – und sie nahmen die Einladung an.
Während die Jury beriet, wanderten Besucherinnen und Besucher von Stand zu Stand. Sie hörten zu, stellten Rückfragen, diskutierten Lösungsansätze. Forschung wirkte hier nicht abstrakt. Sie entstand im Gespräch.
Nachwuchstalente in Hessen stehen
Am Ende des Tages standen die Sieger fest. In der Sparte Jugend forscht sicherten sich Doron Antal und Jakob Hollingshaus vom Gymnasium Eltville mit ihrem Projekt ThermoH2 den Kalle-Albert-Preis für Nachwuchsforschung. In der Sparte Jugend forscht junior überzeugten Esra Nur Varan, Raghed und Rawan Rayes Ali mit Pure Air Fresh in dem Fachgebiet Arbeitswelt.
Mario Herberich vom Bildungszentrum überreichte die Auszeichnungen. Die Erstplatzierten qualifizierten sich für die Landeswettbewerbe in Darmstadt und Kassel. Wer hier gewonnen hat, rückt jetzt ein Stück näher an das große Bundesfinale.
Alexander Achatz, Leiter des InfraServ Wiesbaden Bildungszentrums, beobachtete die Präsentationen aufmerksam. „Die jungen Talente haben mit Scharfsinn und Neugier vielfältige Perspektiven eingebracht und dadurch neue Ideen und Lösungen entwickelt“, sagte er. Er lobte das Engagement, die Klarheit der Argumente, die Bereitschaft, Kritik anzunehmen und weiterzudenken.
Jugend forscht als Netzwerk für die Zukunft
Wiesbadens Bürgermeisterin Christiane Hinninger würdigte den Mut der Teilnehmenden. Sie forderte sie auf, alte Wege zu verlassen und Neues zu denken. Wer Durchhaltevermögen zeigte, wer Fragen stellte und Antworten suchte, gestaltete Zukunft aktiv mit. Sie dankte den Betreuerinnen und Betreuern, die unterstützten, strukturierten, antrieben.
InfraServ Wiesbaden begleitet den Wettbewerb seit Jahren als Patenunternehmen. Mehr als 1.000 Teilnehmende und über 500 Projekte verzeichnete der Standort inzwischen. Zwei Landessieger und ein Bundessieger gingen aus dem Regionalwettbewerb hervor. Zahlen wie diese erzählten von Kontinuität – und von Wirkung.
Weiterforschen statt Abschließen
Mit dem ISW Jugend forscht Alumni-Netzwerk verlängerte InfraServ den Wettbewerb über den eigentlichen Tag hinaus. Ehemalige Teilnehmende entwickelten Projekte weiter, knüpften Kontakte, gewannen Einblicke in industrielle Prozesse. Achatz formulierte es klar: Man wolle junge Talente nicht nur begleiten, sondern fördern und fordern.
Jugend forscht zeigte in Wiesbaden, wie Nachwuchsförderung konkret wirken kann. Junge Menschen probierten aus, scheitern, verbessern, präsentieren. Sie übernehmen Verantwortung für ihre Ideen. Sie denken in Lösungen. Und am Ende dieses Tages stand mehr als eine Urkunde. Es stand die Erkenntnis, dass Innovationsgeist nicht vom Himmel fiel. Er wuchs dort, wo man ihn ernst nahm.
Foto – Mit dem Kalle-Albert-Preis in der Alterssparte „Jugend forscht“ ausgezeichnet wurden Doron Antal
(L) und Jakob Hollingshaus (R). Gleichzeitig erhielten sie für „ThermoH2“ den Preis für das beste
interdisziplinäre Projekt. ©2026 InfraServ
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