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Am 19. Februar jährt sich der rassistische Anschlag von Hanau, bei dem der Täter neun Menschen getötet und sechs weitere verletzt hat, einige davon schwer, bevor er sich selbst und seine Mutter tötete. Zwei Jahre danach wird mit Gedenkfeiern der Opfer des Anschlags gedacht. Wiesbaden beteiligt sich an dem Gedenken an die Opfer des Anschlags.

„Nicht zuletzt aufgrund der räumlichen Nähe zwischen unseren Städten hat uns dieser Anschlag auch in Wiesbaden traurig, bestürzt und fassungslos gemacht. Wir gedenken heute den ermordeten Menschen – und sind in Gedanken bei ihren Familien.“ – Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende

Der Bundeszuwanderungs- und Integrationsrat (BZI) erinnert mit seinen Mitgliedern, Netzwerken und zivilgesellschaftlichen Organisationen durch diverse Veranstaltungen in unterschiedlichen Formaten von Samstag, 19. Februar, bis voraussichtlich Sonntag, 27. Februar, an den Anschlag und ruft zum Widerstand gegen Rassismus und rechte Gewalt auf. Damit soll auch dem Anliegen der Angehörigen gefolgt werden, die in den sozialen Medien Pandemie bedingt um dezentrale Aktionen bitten, um der Opfer zu gedenken und Solidarität mit ihnen auszudrücken.

„Rechte Gewalt und Antisemitismus scheinen in Teilen unserer Gesellschaft wieder hoffähig zu sein. Aber für Hass und Hetze darf in diesem Land kein Platz sein. Wir Deutschen tragen – mehr noch als alle anderen Nationen – die Verpflichtung in uns, eine Rückkehr von Intoleranz, Hass und Gewalt mit allen Kräften zu verhindern.“ – Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende

In der Landeshauptstadt Wiesbaden werden am Samstag, 19. Februar, ab 19:00 Uhr in einem stillen Gedenken in einer Lichtprojektion die Porträts der Opfer mit Schriftzügen und Botschaften zum Attentat auf eine Leinwand am Rathaus (Dern’sches Gelände) projiziert. Träger der Aktion sind der BZI, die Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte Hessen – Landesausländerbeirat (agah-LAB) und der Ausländerbeirat Wiesbaden. Als Schirmherr tritt Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende auf.

„Eines möchte ich betonen: die Landeshauptstadt Wiesbaden steht fest und unverrückbar im Kampf gegen Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus und rechte Gewalt.“ – Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende

Der Landesvorsitzender der agah-LAB sagt, dass Hanau leider ein weiterer trauriger Höhepunkt in der langen Kette rassistischer Morde an Bürgern mit Migrationshintergrund sei. Viele würden auch zwei Jahre danach die Zusammenhänge verkennen. Viele nähmen Rassismus nur dann wahr, wenn er Menschenleben gekostet habe. Wir ignorieren, dass diese Morde eine Legitimationsebene haben. Denn wer akzeptiert, dass Menschen im Arbeitsleben, auf dem Wohnungsmarkt, in der Schule, überall im Alltag diskriminiert, anders behandelt, benachteiligt werden, liefert die Legitimation für rassistische Übergriffe. In der letzten Konsequenz kosten diese verbrecherischen Taten Menschenleben, so Enis Gülegen weiter.

Wenn wir nicht mit aller Kraft das Grundübel, die Diskriminierung und Andersbehandlung bekämpfen, werden wir bald die nächsten Morde zu beklagen haben. Dann wird es ein anderer Ortsname sein, mit dem wir das Undenkbare, das Unmenschliche, das Verbrecherische verbinden.“Enis Gülegen, Landesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte Hessen-Landesausländerbeirat

Ibrahim Kızılgöz, Vorsitzender des Ausländerbeirats Wiesbaden ergänzt: Der Täter gab seinen Opfern nach Äußerlichkeiten einen Namen: Fremd. Genau dieser Gedanke gegen das ‚Fremde‘ darf unter uns nicht Oberhand gewinnen. Auch wenn der rassistische Anschlag in Hanau tiefe Gräben hinterlassen hat, ist es stets unsere Aufgabe zu reflektieren, welche menschenverachtenden Folgen diese Art der Denke haben kann. Wir dürften nicht zulassen, dass Haut-, Haarfarbe oder Name Kriterien für gesellschaftliche Akzeptanz und Teilhabe seien. Umso wichtiger würde es sein, antirassistische Bildungsarbeit und Empowerment-Initiativen von Black and People of Colour stärker zu unterstützen. Der Ausländerbeirat Wiesbaden setze die Idee der Vielfalt mit innerlicher Überzeugung für eine friedliche Stadtgesellschaft fort: Für Vielfalt der Kulturen, für Glaubensvielfalt, für Vielfalt individueller Lebensweisen, für Menschlichkeit und Solidarität, für Demokratie, für Walter Lübcke, für Hanau, so Kızılgöz abschließend.

Mahnwache, Omas gegen Rechts

Gemeinsam mit dem Wiesbadener Ausländerbeirat werden die Omas gegen Rechts Wiesbaden am Samstag, 19. Februar, ab 17:00 Uhr eine Mahnwache auf dem Luisenplatz abhalten, an der auch Oberbürgermeister Mende teilnimmt. Im Anschluss begeben sie sich zum Dern’schen Gelände, um an der Lichtprojektion teilzunehmen und die Veranstaltung mit ihrer Anwesenheit zu unterstützen.

Trauerrede Frank-Walter Steinmeier

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<p></p>Archiv: Trauerndes von Bundespräsident Fran-Walter Steinmeier zum Anschlag am 19. Februar 2020

Foto oben : Volker Watschounek

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